Bad Feilnbach hat einen Moorführer

Bad Feilnbach - Was gibt es in der "Sterntaler Filze" alles zu entdecken? Welche Bedeutung hat das Moor in der Geschichte von Bad Feilnbach und der Region?

All diese Fragen beantwortet künftig der zertifizierte Moorführer Hermann Tutschka. Er hat seit kurzem sein Moorführer-Zertifikat in der Tasche und ist ab sofort Bad Feilnbachs erster Moorführer.

Tutschka ist seit 52 Jahren Imker und zeitlebens mit der Natur eng verbunden. Der 68-jährige Feilnbacher kam auf eher tragische Weise zu seinem Nebenjob. "Mein Bruder war Wanderführer in der Gemeinde, nach seinem unerwarteten Tod übernahm ich seine Aufgaben und erweitere jetzt das Angebot", so Tutschka gegenüber unserer Zeitung. Prädestiniert als Moorführer ist er, da er über zehn Jahre einen Torfstich in der Feilnbacher Filze hatte.

Sterntaler Filze

Zusammen mit 18 weiteren Teilnehmern aus Bayern und Tirol stellte Tutschka bei der Moorführer-Prüfung sein Wissen unter Beweis. Dabei hatte er zum Prüfungsort nicht allzu weit: Die Ausbildung wurde im Rahmen des Life-Natur-Projekts Rosenheimer Stammbeckenmoore in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union in der Sterntaler Filze und in der Filze in Nicklheim (Gemeinde Raubling) angeboten.

Dabei wurden die Teilnehmer in folgenden Themen geschult: Vegetation und Fauna der Hochmoore sowie Didaktik und Methodik. "Moore sind ein spannendes und äußerst nützliches Natur-Phänomen", so Tutschka und betont, dass Proben aus dem Moor die Geschichte der Landschaft seit der letzten Eiszeit vor etwa 20000 Jahren erzählen.

Mit Laborproben sei es möglich, sämtliche Pflanzen zu bestimmen, die bisher im Moor gewachsen sind. Moore haben die Eigenschaft Kohlendioxid und Wasser zu binden, was einen wichtigen Beitrag für den Klima- und Hochwasser-Schutz leiste. Die "Sterntaler Filze" habe aber mehr zu bieten als Torf und Schlamm. Sie sei eine bayernweit einzigartige Moorerlebnisstation und biete Erwachsenen und Kindern neben einem spannenden Lehrpfad auch vieles zum Erleben, Lernen und Beobachten. Neben der Artenvielfalt und der landschaftlichen Schönheit ist Tutschka zufolge das Moor die manchmal letzte Heimat für bedrohte Arten und seltene Pflanzen.

Zusätzlich sei das naturbelassene Feilnbacher Moor für seine außergewöhnlich gesundheitsfördernde Wirkung bekannt. Morgen, Freitag, findet die erste Wanderung mit dem zertifizierten Moorführer statt. Treffpunkt und Abfahrt ist am Rathaus Bad Feilnbach um 13.30 Uhr. Die Gehzeit beträgt zirka zwei Stunden, festes Schuhwerk ist erforderlich. Der Unkostenbeitrag ist mit Kurkarte zwei Euro, ohne Kurkarte 4,50 Euro. Anmeldung zu den Moorführungen bei der Kur- und Gästeinformation Bad Feilnbach unter Telefon 08066/1444, E-Mail unter info@bad-feilnach.de oder www.bad-feilnbach.de

Von Silvia Mischi/Mangfall-Bote

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