Müller-Verkäuferin: "Schleich di"

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Ein unbekannter Täter hat in dieser Woche bereits zweimal diese Bäckerei-Filiale in Bruckmühl überfallen. Einmal war er erfolgreich und konnte Wechselgeld erbeuten, das zweite Mal konnte ihn die couragierte Verkäuferin in die Flucht schlagen.

Bruckmühl - Erneut ist die Bruckmühler Bäckerei Müller überfallen worden. Diesmal musste der Täter aber mit leeren Händen gehen: Eine resolute Verkäuferin schlug den Mann in die Flucht.

Was sie dem Täter denn gesagt habe, nachdem er sie mit einer Eisenstange bedrohte und Geld forderte? "'Schleich di' und noch ein paar andere Dinge, die ich jetzt lieber nicht mehr wiederholen möchte." Die Verkäuferin der Müller-Filiale in der Ortsmitte von Kirchdorf war gestern Mittag schon wieder entspannt. "Ich weiß nicht, ob ich's nochmal machen würde", gab sie zu. Aber dem Räuber seine Waffe abzunhmen, "war einfach ein Reflex". Mit Name und Foto wollte die 54-Jährige aber nicht in die Zeitung - erstens aus Bescheidenheit, das sei doch eigentlich gar nichts gewesen, was sie da gestern Früh gemacht habe, und außerdem "hat der Täter ja jetzt vielleicht a Wut auf mich." Dass der Räuber wiederkomme, daran wolle sie gar nicht denken.

Die Polizei warnte gestern, dass es noch nicht zu hundert Prozent sicher sei, dass es tatsächlich der gleiche Täter war, der am Montag und am Donnerstag jeweils früh am Morgen in die Bäckerei spazierte und Geld forderte; schließlich seien es zwei verschiedene Verkäuferinnen gewesen, die an den Tattagen Dienst hatten. "Aber", so Andreas Hinterschwepfinger vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd, "es ist natürlich davon auszugehen, dass es der gleiche Täter war."

Um halb fünf hatten die Verkäuferinnen am Montag und am Donnerstag ihren Dienst angetreten. Am Montag gegen 6.30 Uhr und gestern gegen 5.45 Uhr stand der Mann in der Tür. Die beiden betroffenen Müller-Mitarbeiterinnen lieferten der Polizei identische Täterbeschreibungen ab. Demnach war der Mann 25 bis 30 Jahre alt, hager, zirka 1,75 Meter groß, auffallend blass mit einem oval-länglichen Gesicht. Seine braunen Haare trägt er kurz, er hat schmale Lippen, einen Stoppelbart und spricht bairische Mundart. Gestern trug er einen beigen Wollpullover, eine dunkle Daunenweste, eine beige Freizeithose und eine Wollmütze mit Sonnenschild.

Zeugen, die gestern oder am Montagmorgen im Bereich der Ortsmitte von Bruckmühl beziehungsweise an der Kirchdorfer Straße Beobachtungen gemacht haben, die in Zusammenhang mit den Taten stehen, werden dringend gebeten, sich bei der Kripo Rosenheim zu melden. Telefon: 08031 / 200-0.

Die 54-jährige Verkäuferin lenkte sich gestern Vormittag durch Arbeit von dem Vorfall ab. Nachdem die Kripo wieder abgezogen war, tat sie weiter ihren Dienst hinter der Bäckerei-Theke. Aus diesem Grund hatte sie auch kaum Zeit, mit neugierigen Medienvertretern zu sprechen: "Es duad mir leid, aber i muaß jetzt wieder raus in den Laden, i hab Kundschaft."

zip/Oberbayerisches Volksblatt

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