Neue Beschilderung für Rad- und Wanderwege

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So wie dieses Beispiel aus dem Chiemgau soll ab 2012 auch die Beschilderung für die Wanderwege in Bad Aibling aussehen.

Bad Aibling - Die Routen für Wanderer und Radfahrer werden ab 2012 über die Stadtgrenzen hinaus neu und einheitlich beschildert. Der bestehende "Schilder-Verhau" wird entfernt.

Im Zuge des geförderten Leader-Projektes sollen, wie Kurdirektor Thomas Jahn in der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte, künftig weniger, dafür zum Teil längere Strecken ausgeschildert und miteinander vernetzt werden.

Von Bad Aibling bis Kiefersfelden sollen Wanderer und Radfahrer bald einer einheitlichen und durchgängigen Beschilderung folgen können. Dazu wird auch in Bad Aibling zunächst einmal der bestehende "Schilder-Verhau", wie Jahn den aktuellen Zustand bezeichnete, entfernt.

Die Hauptwegweiser entlang von Radwegen können mit Nummern, Buchstaben, Themen oder Logos ergänzt werden. Unten: ein Zwischenwegweiser.

Das neue Wegesystem weist ihm zufolge für Radler nun noch fünf anstatt der bisherigen zehn Radtouren in jeweils unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auf. Die Anzahl der Wanderwege wird von zehn auf sieben reduziert, deren Länge aber von 46 auf 65 Kilometer erhöht. "Damit werden wir der zunehmend aktiveren Gästestruktur unserer Stadt gerecht", betonte Jahn mit Blick auf die Neuerungen.

Als nächste Schritte nannte er die Beauftragung für das Wege- und Schilderkataster, die Bestellung der Tafeln sowie die Demontage der alten und Montage der neuen Beschilderung. Die neuen Tafeln entsprechen den Vorgaben des ADFC beziehungsweise den Vorgaben des DTV aus der Broschüre "Wanderbares Deutschland". Sie werden laut Jahn zu 50 Prozent mit Leader-Mitteln gefördert.

In der Summe fallen für die neue Ausschilderung inklusive Wegekataster 46.028,30 Euro netto an. Die Förderquote liegt bei 50 Prozent, so dass die Stadt Bad Aibling einen Betrag in Höhe von 23.014,50 Euro übernehmen muss. Dieser ist auch im Haushalt 2011 eingestellt.

Die einheitliche Rad- und Wanderwegebeschilderung ist Jahn zufolge eines der Schlüsselprojekte der Leader-Region Mangfalltal-Inntal, zu der Bad Aibling seit 2007 gehört. Seit einigen Jahren sei die Leader-Gruppe damit beschäftigt, ein sinnvolles und qualitativ hochwertiges Beschilderungssystem zu entwickeln. Als wichtigste Ziele des neuen Konzeptes nannte Jahn die Reduzierung der beschilderten sowie die Auswahl der besten Wege. Ein Neubau von Wegen ist nicht vorgesehen. Zugleich sollen Störfälle ausgeschlossen oder minimiert werden, indem bestimmte Sportarten auf getrennten Wegen verlaufen sollen.

Mit den neuen Schildern will Bad Aibling in die Saison 2012 starten. Mit Nachbarkommunen, Eigentümern, Jägern und weiteren Interessengruppen sei die neue Konzeption abgestimmt, teilte der Kurdirektor dem Stadtrat mit. Speziell durch die Gemeindegebiete von Bruckmühl, Kolbermoor und Tuntenhausen führen einige der Aiblinger Routen. Pflege und Wartung der Wege seien Aufgaben der jeweiligen Gemeinde, so Jahn auf Nachfrage von Sepp Glaser (SPD).

In das Konzept fallen insgesamt zehn Kilometer gemeindeübergreifende sowie 75 Kilometer stadtinterne Wanderwege. Bei den Radstrecken verlaufen 17,1 Kilometer gemeindeübergreifend sowie 124 Kilometer innerhalb der Stadtgrenzen.

Auf die Frage von SPD-Fraktionsvorsitzendem Richard Lechner, ob die Schilder künftig insgesamt weniger werden, antwortete Jahn: "Definitiv". Zudem versicherte auf Anfrage von Dieter Bräunlich (ÜWG) die Beständigkeit dieses neuen Beschilderungssystems, das auch bayern- und deutschlandweit vereinheitlicht werden soll und sicher nicht in ein paar Jahren wieder verändert werde.

Max Leuprecht (GOL) erkundigte sich nach einer Broschüre für Gäste, in der die neuen Strecken verzeichnet sind. Dem Kurdirektor zufolge sind die Routen bereits digitalisiert, im Internet abrufbar sowie zum Ausruck bereit. Nach der letzten Auflage im Jahr 2005 sei auch wieder eine neue Rad- und Wanderkarte im Gespräch, diese werde jedoch nicht gefördert.

Insgesamt werden an den Radstrecken 145 Haupt- sowie 580 Zwischenwegweiser angebracht. An den Wanderrouten sind es 300 Haupt- und 700 Zwischenwegweiser, erklärte Jahn auf Anfrage von Thomas Höllmüller (CSU). Diese werden an verzinkte, einbetonierte Stahlpfosten montiert und können durch Einschub in vorhandene Schienen auch ergänzt werden. In die neuen Schilder können auch Tafeln überregionaler Routen integriert werden.

Die "Stramme-Wadl-Tour" (37,5 Kilometer, 430 Höhenmeter) führt die Radler beispielsweise vom Aiblinger Volksfestplatz über Willing und Berbling nach Irschenberg, Götting sowie über Jakobsberg zurück zum Ausgangspunkt. Für unterwegs werden einige Sehenswürdigkeiten empfohlen, etwa Schloss Maxlrain oder die Wallfahrtskirchen Weihenlinden und Wilparting. Analog zu diesem Muster sind auch die anderen Rad- und Wanderwege beschrieben.

Der Stadtrat beschloss einstimmig unter Vorbehalt der Leader-Förderung die Umsetzung des Konzeptes.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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