Neue Plätze für die Kleinsten

Bad Aibling: Ob Krippe, Kindergarten oder Hort – die Stadt Bad Aibling wartet mit einem breiten Angebot in Sachen Kinderbetreuung auf. Der Stadtrat bewilligte in jüngster Sitzung nun die Bedarfsplanung für das kommende Kindergartenjahr.

Neu ist, dass künftig auch der Pfarrkindergarten St. Georg Krippenplätze anbietet. Auch das Montessori-Kinderhaus hat sein Angebot erweitert. Nicht ohne Stolz blickt Bürgermeister Felix Schwaller auf die Kindergartenplätze: Man könne den Bedarf zu 100 Prozent decken. Auch in Sachen Betreuung unter Dreijähriger sei man bestens aufgestellt, vermeldete die Verwaltung: Für das kommende Betreuungsjahr mit Start im September habe jedem angemeldeten Kleinkind ein Platz angeboten werden können.

Die städtischen Einrichtungen bieten im Kindergarten Berbling 25 Plätze an, im Kindergarten "Sternschnuppe" Ellmosen ebenfalls 25 und im Kindergarten Hofberg 50, ebenso im Kindergarten Westendstraße. Der Kinderhort Westendstraße bietet überdies 25 Plätze. Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben sich beim Angebot der kirchlichen Träger: Der katholische Pfarrkindergarten St. Georg reduziert die Kindergartenplätze von drei auf zwei Gruppen mit nunmehr 50 Kindern und bietet in Zukunft eine Krippengruppe mit zwölf Betreuungsplätzen an. Hinzu kommen zwei Gruppen zu je 25 Kindern im katholischen Pfarrkindergarten Mariä Himmelfahrt und weitere 75 Plätze im evangelischen Pfarrkindergarten "Zum Regenbogen" in Willing.

Breit gefächert auch das Angebot der weiteren Träger: Die Stiftung St. Zeno bietet im Kinderhaus Camino am Kellerberg 52 Kindergarten- und 25 Krippenplätze an sowie 21 Hortplätze, zwei mehr als im Vorjahr. Auch das Montessori-Kinderhaus auf dem B&O-Gelände in Mietraching (Träger Montessori-Kinderhaus-Verein und Diakonie Rosenheim) wächst: Künftig werden zwei Kindergartengruppen für 50 Buben und Mädchen bereitgestellt - bislang 25 Plätze - sowie 14 Betreuungsplätze für Kleinkinder unter drei Jahren. Überdies sind für September zwei Plätze für Kinder mit Behinderung angemeldet.

Unverändert indes die Kindertageseinrichtung Wildstraße unter der Trägerschaft der Stiftung St. Zeno: Hier werden weiterhin 22 Krippenplätze angeboten. In der "Burg Sonnenstein", AWO-Kindergarten, stehen erneut drei Gruppen für 75 Kinder zur Verfügung, in der AWO-Kinderkrippe Gaillstraße weitere 15 Plätze für Kleinkinder. Es werden zwar viele Krippenplätze (2010/11 insgesamt 88, derzeit belegt 85) bereitgestellt, aber kann Bad Aibling die staatlich geforderte Abdeckung von 35 Prozent ab dem Jahr 2013 erfüllen, hakte SPD-Fraktionssprecher Richard Lechner in vorberatender Sitzung des Hauptausschusses nach. Derzeit, so Sozialamtsleiter Markus Joachimsthaler, könne der Bedarf an Krippenplätzen noch zu 100 Prozent abgedeckt werden - "wir haben für jedes Kind, dessen Eltern Bedarf angemeldet haben, einen Platz", bestätigte er.

Um die offiziellen Anforderungen mit einem Abdeckungsgrad von 35 Prozent zu erfüllen, müsste bis 2013 jedoch aufgestockt werden, ergaben die Berechnungen der Verwaltung: Joachimsthaler zufolge wird in den kommenden Jahren mit etwa 150 Geburten pro Jahrgang zu rechnen sein (2009: 148) und damit mit rund 450 Kindern im Krippen-relevanten Alter zwischen null und drei Jahren, was bei aktuell 88 Plätzen einer Abdeckung von lediglich 20 Prozent entspräche. "Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass die meisten Kinder erst mit zwölf bis 14 Monaten abgegeben werden", weiß der Sozialamtsleiter aus Erfahrung. Würde man die dann verbleibenden etwa 300 Kinder für die Berechnung heranziehen, hätte Bad Aibling bereits einen Abdeckungsgrad von knapp 30 Prozent - "wir liegen also gar nicht so schlecht", ist Joachimsthaler überzeugt.

Überlegungen, wie mit den Anforderungen umgegangen wird, müssen nun im Stadtrat angestellt werden: Neben einem natürlich kostenintensiven Neubau sieht Joachimsthaler die Möglichkeit, bei Bedarf weitere Krippengruppen im Kindergarten Hofberg und auf dem B&O-Areal (Montessori/Diakonie Rosenheim) einzurichten. "Somit könnten Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden, um die weitere Entwicklung abzuwarten", führte er im Gespräch mit unserer Zeitung aus.

Beträchtliche Summen stellt die Stadt schon jetzt für die Kinderbetreuung bereit: Rund 850000 Euro werden 2010/11 an regulären Zuschüssen für Krippen- und Kindergartenplätze fällig, dieselbe Summe fließt als staatlicher Beitrag aus dem Landkreis-Säckel - und wenn abzüglich der Elternbeiträge noch ein Defizit zu berappen ist, geht dies ebenso zu Lasten der Stadt, zuletzt eine weitere halbe Million Euro. Die neue Kindergartengruppe im Montessori-Kinderhaus erfordert von Seiten der Stadt weitere 30000 Euro an Zuschüssen, wobei für Gastkinder laut Verwaltung die Heimatkommune aufkommt (Anfrage CSU-Fraktionssprecher Erwin Kühnel).

Sowohl der Hauptausschuss wie auch der Stadtrat zeigten sich letztendlich einverstanden (jeweils einstimmig) mit der neuen Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2010/11.

Rosi Gantner/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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