Mini-Markthallen in den Gewölben

Neue Pläne für den Kellerberg: An der Rosenheimer Straße (links) soll ein Geschäftshaus entstehen, über der Tiefgarage das Gesundheitszentrum, im Bereich der Gewölbe Praxen, Mini-Markthalle und Wohnen (Mitte). Drei Mehrfamilienhäuser samt Tiefgarage sind zur Krankenhausstraße hin geplant (rechts).

Bad Aibling - Es scheint Bewegung in die Aiblinger „Dauerbaustelle“ Kellerberg zu kommen: Der neue Investor Auer Bau präsentierte jetzt seine Pläne für das Areal im Herzen der Stadt.

Trostlos thront der Kellerberg über der Stadt, eine riesige Baugrube empfängt Tag für Tag Gäste und Einheimische - ist damit bald Schluss? Die Firma Auer Bau will sich nach erfolgreicher Ersteigerung nun des Areals annehmen, Architekt Ludwig Labonte stellte dem Bauausschuss jetzt die Pläne vor: Arztpraxen, eine Apotheke, Gastronomie und Mini-Markthallen im historischen Gewölbe sowie jede Menge Wohnungen. Das Gremium zeigte sich hoffnungsfroh - auch angesichts des seriösen Investors, wie mehrfach betont wurde.

Das jahrelange Warten auf Fortschritte am Kellerberg scheint ein Ende zu haben: Der Rosenheimer Architekt Labonte präsentierte dem Bauausschuss in jüngster Sitzung die neuesten Bebauungsplanentwürfe für das Gelände - wobei nun ein qualifizierter Bebauungsplan aufgestellt werden muss, da sich nicht alle Grundstücke im Besitz des Investors befinden. Der bislang behandelte vorhabenbezogene Bebauungsplan Kellerberg samt Vorhaben- und Erschließungsplan muss aus diesem Grunde aufgehoben werden.

Neben der Form des Verfahrens ändert sich auch der Geltungsbereich: Dieser wird im Westen um das "Wäscherei-Grundstück" an der Rosenheimer Straße erweitert. Dort ist, wie berichtet, ein weiteres dreigeschossiges Geschäftshaus samt Tiefgarage geplant. Der gesamte Bereich wird Labonte zufolge als Mischgebiet deklariert - mit einem Mix von Praxen, Gewerbeflächen und Wohnen.

Ein zentrales Thema bei der Entwicklung des Areals: Gesundheit. In diesem Zusammenhang sollen möglichst Praxen, Apotheken und Läden rund um das Thema Gesundheit angesiedelt werden. "Die Nachfrage ist groß, wir haben schon zahlreiche Interessenten, vor allem für die Praxisflächen", führte Labonte vor dem Aussschuss aus.

Praxen und Gewerbeflächen sieht der Planer vor allem im Neubau an der Rosenheimer Straße (eventuell im obersten Geschoss Wohnen) sowie in dem geplanten Gebäude über der bestehenden Tiefgarage vor (bei zurückgesetzten Obergeschossen). Weitere Praxisflächen und in den Obergeschossen Wohnungen sind in einem lang gezogenen Bau über den Gewölben geplant (zwei Geschosse plus Penthouse). In den historischen Gebäuden Sud- und Malzhaus, Letzteres noch in Besitz der Stadt, schweben dem Planer "attraktive Loftwohnungen" vor.

Möglichst erhalten will der Investor offenbar die historischen Gewölbe: Zur Kolbermoorer Straße hin könnten eine Vinothek und kleine Markthallen angesiedelt werden, für den Gewölbekeller im Herzen des Geländes stellt sich Auer Bau eine Gastronomie vor. "Ob die mittleren Gewölbe gerettet werden können, ist fraglich, sie sind sehr marode", erklärte Labonte auf Anfrage von CSU-Stadtrat Markus Stigloher. Beschädigungen bei früheren Arbeiten waren nie behoben worden.

Die fußläufige Erschließung des Areals soll laut Planer zum einen über Rampen von der Kolbermoorer Straße aus erfolgen und weiter über Treppen entlang der Gewölbe (überdachter Weg) bis zum höchsten Punkt, zum anderen vom Kreisel/Kellerstraße aus, ebenfalls über Treppen und eine begrünte Freifläche (über dem Gewölbekeller). Für jedermann zugänglich soll überdies die Durchfahrt von der Schwarzfischer-Allee bleiben - sowohl für Fußgänger als auch für Radler, versicherte Bürgermeister Felix Schwaller, auf die Anregung eines Leserbriefschreibers unserer Zeitung eingehend.

Wohnen an der Krankenhausstraße

Reines Wohnen ist indes zur Krankenhausstraße hin geplant, dort sollen drei Mehrfamilienhäuser (zweigeschossig samt zurückgesetztem Penthouse) mit Tiefgarage entstehen (116 Stellplätze). Hinsichtlich der Grünordnung versprach der Architekt, dass die beiden mächtigen Linden erhalten bleiben und weitere Pflanzungen durchgeführt werden sollen. Überdies ist in diesem Bereich ein öffentlicher Fußweg als Verbindung zwischen Krankenhaus- und Kellerstraße vorgesehen. Durch Grundstückstausch soll zudem die Grenze zum Volksfestplatz korrigiert werden. Auswirkungen des Vorhabens auf das Aiblinger Pfingstfest befürchtet Labonte nicht. Unter anderem sei ein Wall zum Platz hin geplant, erläuterte er auf Anfrage aus dem Gremium.

Den Stellplatzbedarf errechnete der Planer auf insgesamt 305, wobei je 116 in der neuen Tiefgarage Krankenhausstraße und in der Garage Kellerberg vorgesehen sind, weitere Stellplätze sollen in einer dritten Tiefgarage westlich der Kellerstraße geschaffen werden.

Ihre Hoffnung auf eine zügige Entwicklung des Areals durch einen "seriösen Partner" äußerten neben Bürgermeister Schwaller auch Stefan Roßteuscher und Dieter Bräunlich (beide ÜWG) sowie Richard Lechner (SPD). Letzterer regte zudem eine neue Namensgebung an - "Kellerberg" wäre zu sehr mit negativen Erinnerungen behaftet. Sein Vorschlag: Schuhbräuareal.

Ohne eine Gegenstimme billigte der Bauausschuss schließlich den vorgestellten Bebauungsplanentwurf und schloss sich auch der Einstellung des bisherigen Verfahrens an. Das letzte Wort hat nun der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung Ende Juli.

von Rosi Gantner/Mangfall-Bote

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT