Premiere: Schüler ganztagsbetreut

Bad Aibling - Bad Aibling bekommt seine erste Ganztagsschule: an der Volksschule St. Georg. Ab Herbst sollen dort die Hauptschüler einen offenen Ganztagszweig wählen können mit Mittagessen und Betreuung bis 16 Uhr.

Der Hauptaussschuss bewilligte in jüngster Sitzung Gelder für die Ausstattung in Höhe von knapp 19000 Euro sowie einen jährlichen Personalkostenzuschuss von 5000 Euro. Bad Aibling - Der Bedarf ist offenbar groß: steigende Anmeldezahlen bei der Mittagsbetreuung und bereits 24 Anmeldungen für die offene Ganztagsschule - jetzt ist die Stadt an der Reihe zu investieren. Denn: Für die Ganztagsschüler (Hauptschule) werden ein Freizeitraum benötigt und auch für die Mittagsbetreuung der Grundschüler ein zusätzlicher "Kuschelraum" - beides sollte im Pavillon untergebracht werden. Doch daraus wird nun nichts: Einer der beiden dafür vorgesehenen Räume im Obergeschoss muss jetzt an eine zusätzliche erste Klasse abgetreten werden, aufgrund der vielen Anmeldungen (Zuzug) mussten Rektor Helmut Elsner zufolge kurzfristig vier Eingangsklassen gebildet werden (je 21 bis 23 Schüler).

Die Schule steht nun vor einem Problem: Wohin mit dem Freizeitraum für die Mittagsbetreuung, die von Jahr zu Jahr mehr Anmeldungen zu verzeichnen hat, aktuell schon über 50? "Die einzige Lösung wäre ein Container", erklärte der Schulleiter auf Anfrage unserer Zeitung. Gespräche würden derzeit mit Bürgermeister Felix Schwaller geführt. Ursprünglich war für die Ganztagsbetreuung bereits die Anschaffung von Containern vorgesehen, wurde dann aber aufgrund einer geringeren Anzahl an Hauptschulklassen und damit zwei freier Räume im Pavillon hinfällig. Investitionen sind in die Grundausstattung der Räume erforderlich: eine Kuschelecke, Sitzsäcke und Polstersessel für die Grundschüler (rund 4800 Euro) und eine Theke mit Kühlschrank, Schränke, und Computertische für die Hauptschüler (knapp 9000 Euro). Hinzu kommen drei Computer, Sportgeräte, Spiele, ein DVD-Player mit Lichtbildwand und Beamer sowie Geschirr in Höhe von 5150 Euro, was Gesamtkosten von rund 18900 Euro ergibt. Hinzu kommt für die Stadt ein Personalkostenzuschuss von jährlich 5000 Euro für die Ganztagsbetreuung.

Die Betreuung der Ganztagsschüler - 24 Anmeldungen aus den Jahrgangsstufen fünf bis neun, Tendenz steigend - übernimmt die Diakonie Rosenheim. Vorgesehen ist nach Angaben von Elsner nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa eine Studierzeit (60 bis 90 Minuten) und anschließend bis 16 Uhr Freizeit. Während für die Studierzeit Klassenzimmer genutzt werden können, legt der Rektor Wert darauf, dass die Freizeit in ansprechend gestalteten Räumen verbracht werden kann - ohne Schulhauscharakter, wie er vor dem Hauptausschuss betonte.

Wieso eine offene Ganztagsschule und keine gebundene? Diese Frage wollte CSU-Fraktionssprecher Erwin Kühnel beantwortet wissen: Die gebundene Ganztagsschule würde schließlich von der Schule angeboten, Träger seien nicht involviert, zudem müsste die Stadt keinen Personalkostenzuschuss geben, monierte der Stadtrat. Zu wenig Anmeldungen für einen gebundenen Ganztagszweig, nannte Elsner die Gründe. Denn: Die gebundene Form der Ganztagsschule kann nur klassenweise angeboten werden, die offene Variante hingegen jahrgangsübergreifend installiert werden. Überdies wären beim gebundenen Zweig bauliche Veränderungen unabdingbar, die Investition für die Stadt damit größer. Der Hauptausschuss bewilligte letztlich einstimmig die Kosten von rund 18900 Euro für die Grundausstattung sowie den jährlichen Personalkostenschuss in Höhe von 5000 Euro.

Rosi Gantner/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © Mischi

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