Neues Schwefelbecken auf 2013 vertagt

OVB
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Die hohen Kosten des geplanten Schwefelbeckens in der Therme stecken vor allem in den technischen Details. Sie allein schlagen mit über 200000 Euro zu Buche.

Bad Aibling - Ein schönes Angebot wäre es schon für die Thermenbesucher. Jedoch haben sich die Kosten für das neue Schwefelbecken während der Planungsphase mehr als verdoppelt.

Deswegen entschied sich der Werkausschuss mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung dafür, das Projekt aufzuschieben. Neuer Termin: 2013. "Wir haben das Geld einfach nicht, um das Schwefelbecken heuer in Angriff zu nehmen", schenkte Stadtwerkeleiter Fritz-Walter Keilhauer den Ausschussmitgliedern gleich zu Beginn reinen Wein ein. Im aktuellen Wirtschaftsplan der Stadtwerke ist eine Summe von 150000 Euro eingestellt.

Die im Zuge der Detailplanung eingeholten, verbindlichen Angebote bei den Herstellern allerdings stellten eine ganz andere Realität dar. Insbesondere die erforderliche Technik - dazu zählen Ultrafiltrationsanlage, Pumpen und die Erwärmung für den Schwallwasserbehälter - schlägt mit knapp 206000 Euro zu Buche. Schließlich müssen auch Vorrichtungen zur Desinfektion getroffen sowie die Mess- und Regeltechnik und ein Elektroschaltschrank angeschafft werden.

Trotz der Kosten sei die technische Ausstattung in dieser Form sinnvoll, betonte Keilhauer. Denn neben dem Schwefelbecken in der Therme ist zu einem späteren Zeitpunkt auch noch ein zweites im Saunabereich geplant (wir berichteten).

Die Becken müssen, um nicht von dem schwefelhaltigen Wasser angegriffen zu werden, in Edelstahl ausgeführt werden. Das Becken zu fliesen, würde Keilhauer zufolge einen sehr großen Aufwand bedeuten. Und für Kunststoff waren die Hersteller offenbar nicht bereit, die dauerhafte Haltbarkeit zu gewährleisten. Der hochwertige Stahl schlägt nun mit 96000 Euro netto zu Buche.

Die Kosten für die erforderlichen Tiefbauarbeiten bezifferte Keilhauer mit 35000 Euro, so dass man letztlich auf eine Summe von 337000 Euro für das geplante Schwefelbecken mit einer Wasserfläche von 19,3 Quadratmetern käme. Kosten, die den Planansatz weit überschreiten. Umschichtungen sind im Wirtschaftsplan laut Keilhauer auch nicht möglich, da durch den Umbau des Marienplatzes in den einzelnen Versorgungssparten ebenfalls erhebliche Kosten auf die Stadtwerke zukommen.

Gegen eine Stimme entschied der Werkausschuss, den Bau des Schwefelbeckens somit zurückzustellen. Bei der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2013 soll das Vorhaben aber berücksichtigt werden. Konrad Gartmeier (CSU) bedauerte die Verzögerung: "Viele Leute warten schon darauf."

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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