Noch zahlreiche Baustellen zu bewältigen

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Wie es mit dem Kellerberg-Areal weitergeht, konnte der Bürgermeister noch nicht sagen. Doch möglicherweise zeichne sich im kommenden Jahr eine Lösung ab, so Felix Schwaller in seiner Vorschau auf 2012.

Bad Aibling - Der Rückblick auf das Jahr veranlasste Bürgermeister Felix Schwaller zu einem optimistischen Blick auf die kommenden zwölf Monate. Doch es gibt noch viel zu tun.

Viele angestoßene Projekte strebten der Umsetzung zu, es herrsche Vollbeschäftigung, der Standort Bad Aibling sei bei Familien und Unternehmen gleichermaßen gefragt. Doch gebe es trotz aller Anstrengungen auch Defizite, die abgearbeitet werden müssten. Dank einer stabilen mittelständischen Wirtschaft lebe man in einer Region mit Vollbeschäftigung, so Schwaller eingangs. Mit dem Gewerbegebiet am Markfeld habe die Stadt ihr Ziel erreicht, produzierende Unternehmen mit Zukunft anzusiedeln: "Es entstehen einige hundert Arbeitsplätze und das Aufkommen der Gewerbesteuer nimmt spürbar zu", freute sich der Bürgermeister. Von den Unternehmen komme ausschließlich Lob für den sehr guten Standort aufgrund der optimalen Erschließung.

Als ebenfalls erfreulich bezeichnete er die Entwicklung auf dem B&O-Gelände, vor allem auch in den Technologie-Parks 1 und 2. Für ersteren Standort habe sogar die Technische Universität München ihr Interesse angemeldet. Des Weiteren sei auf dem Grundstück zwischen dem Moosbach und der Staatsstraße ein Architektenwettbewerb für die "City of Wood" ausgeschrieben worden, der in Fachkreisen auf großes Interesse stoß.

Neben dem achtstöckigen Holzhaus im so genannten Wohlfühlquartier hob Schwaller überdies das Deutsche Fußballinternat (wir berichteten) hervor, in dem sich die Schüler gut eingewöhnt hätten. Die Einrichtung sei ein Imagegewinn für die Stadt, der nur fast gar nicht wahrgenommen werde. Der Sitz des deutschlandweit verzweigten Wohnungswirtschafts-Unternehmens von B&O-Chef Dr. Ernst Böhm in Bad Aibling berechtige zur Hoffnung auf künftig ansteigendes Realsteueraufkommen, so der Bürgermeister.

Vor allem zeigte er sich auch froh über die breit gestreute Art und Ausbildungsvoraussetzungen der Arbeitsplätze im Markfeld und auf dem B&O-Gelände. "So entsteht hier keine Monostruktur, sondern eine vielfältige und krisensichere Arbeitsplatzsituation."

Erfreuliche Nachrichten hatte Schwaller auch vom Tourismussektor: In den letzten Jahren habe man im freien Tourismus fast 30 Prozent mehr Gäste zählen können. In diesem Zusammenhang merkte er an, dass das Moor zwar nicht mehr die große Bedeutung in der Kurstadt habe, aber dass der Stellenwert dieses Heilmittels weiterhin Bestand haben müsse.

Zahlreiche Baustellen - buchstäblich und im übertragenen Sinn - gebe es aber auch im kommenden Jahr, angefangen von der Fertigstellung des Rathauses und der Neugestaltung des Marienplatzes sowie der Brücken über Mühlbach und Glonn. Hier könne man mit einer kräftigen finanziellen Unterstützung durch das Städtebauförderprogramm "Leben findet Innenstadt" rechnen.

Für ein behutsames Vorgehen sprach er sich hinsichtlich der Sanierung des Sportparks Mietraching aus. Lediglich die Baugenehmigung für die Sport- und Fliegerhalle sollten baldmöglichst erwirkt werden.

Trotz der guten Versorgung von Kinderkrippenplätzen müsse die diesbezügliche Nachfrage ständig analysiert werden, da ab dem Jahr 2013 für Eltern ein Anspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kleinkind bestehe, so Schwaller. Er ging auch noch einmal auf die starke Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ein. Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises errichte in der Franz-Xaver-Graf-Straße ein Zehn-Familienhaus. "Vielleicht können einige Familien aus unserer Stadt eine Wohnung finden", hoffte Schwaller.

Er würdigte auch das rege gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Kurstadt, unter andere die "grandiose Aktion Rathaus-Vorabriss", für die der Kunstverein mit dem Kultursonderpreis des Landkreises ausgezeichnet wurde (wir berichteten). Stolz könne man auch auf das Projekt "Schule ohne Rassismus" der St. Georg-Schule sein, betonte das Stadtoberhaupt.

In seinem Rückblick auf die bekannten großen Bauprojekte des vergangenen Jahres - unter anderem Errichtung des Stauraumkanals in der Rosenheimer Straße - warf er auch einen Blick auf das Kellerberg-Areal. Mit viel Euphorie habe die Investoren-Familie die Bebauung geplant. Doch als endlich alle Hindernisse beseitigt gewesen seien, habe das Schicksal anders gespielt: Der Investor könne aus gesundheitlichen Gründen dieses Bauwerk wahrscheinlich nicht mehr selbst umsetzen, teilte Schwaller dem Stadtrat mit. Momentan gebe es allerdings Gespräche mit einem Betreiber, bei dem der Besitzer sofort mit dem Bau beginnen würde, falls es zum Vertragsabschluss komme, so der Bürgermeister.

Kurz streifte er auch das ehemalige Ludwigsbad-Areal, das bis zur endgültigen Nutzung als Parkplatz für das Romantikhotel Lindner dienen soll. Zum viel diskutierten Thema "Biergarten" auf diesem Gelände konnte Schwaller noch nichts Neues vermelden. Das Thema "Neuer Bebauungsplan für das ehemalige Ludwigsbad-Areal" war von der Tagesordnung der Stadtratssitzung abgesetzt worden, da noch nicht genau feststehe, was eigentlich geplant sei.

Eva Langwieder

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