Ökostrom ohne Aufschlag

Bad Aibling - Gute Nachrichten für die privaten Stromkunden der Stadtwerke und für die Natur: Ab dem 1. Januar fließt zu 100 Prozent reiner Ökostrom aus Wasserkraft durch die Leitungen.

Damit sind die Stadtwerke der erste Energieversorger in der Region, der seinen Kunden umweltfreundlichen Naturstrom ohne Preisaufschlag liefert. Gleichzeitig rückt Bad Aibling damit dem Ziel "CO2-freie Stadt" erneut einen Schritt näher.

Den bisher gelieferten Strom haben die Stadtwerke hauptsächlich von anderen Anbietern sowie aus eigenen Wasserkraftwerken bezogen. Der Wasserkraftstrom, der künftig angeboten wird, wird in den Innkraftwerken erzeugt. Für die garantierte Belieferung haben die Stadtwerke Bad Aibling die österreichische Verbund AG, einen Stromerzeuger mit langjähriger Erfahrung, gewonnen. "Die Stadtwerke Bad Aibling leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", freute sich Leiter Fritz-Walter Keilhauer.

Speziell für die Kunden habe man eine preiswerte ökologische Alternative der Stromversorgung gesucht und nun auch gefunden. Durch die Belieferung steige der reine Energiepreis für die Produkte der Stadtwerke Bad Aibling nicht an, betont Keilhauer.

Dies bedeute, dass die Kunden Ökostrom zum Preis von konventionell erzeugtem Strom beziehen.

Zum 1. Januar 2011 sei jedoch eine Preisanpassung auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erforderlich. Wie mehrfach berichtet, steigt die EEG-Umlage zum 1. Januar um 1,76 Cent pro Kilowattstunde brutto. Diese Steigerung werden die Stadtwerke Bad Aibling an ihre Kunden weiter verrechnen.

"Wir geben unseren Kunden gleichzeitig für die reine Energielieferung bis zum 31. Dezember 2012 eine Preisgarantie für zwei Jahre", so Keilhauer. Ausgenommen von dieser Preisgarantie seien Steuern und gesetzliche Abgaben wie Ökosteuer, die Abgaben aus dem EEG, die Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz- und Konzessionsabgabe sowie die auf alle diese Abgaben und Preise fällige Mehrwertsteuer.

Keilhauer betonte, dass für die Nutzung der Wasserkraft keine Rohstoffe verbraucht würden und sie daher unbedenklich für die Umwelt sei.

Bürgermeister Felix Schwaller zeigte sich erfreut, dass die Stadtwerke diesen Weg beschreiten: "Strom aus Wasserkraft ist eine saubere Energieerzeugung." Die Stadt will, wie berichtet, auch in anderen Bereichen künftig auf regenerative Energien setzen.

Ein weiterer Schritt wäre der Umstieg auf Elektroautos für Mitarbeiter des Bauhofs und andere Dienstwagennutzer, sobald dies wirtschaftlich vertretbar sei.

In jedem Fall werde weiter nach Lösungen gesucht, wie sich die Stadt "CO2-freier" aufstellen kann. Laut Keilhauer biete die Gas und Wärme GmbH CO2-neutrales Erdgas an - eine weitere Option für mehr Klimaschutz. "Für nur 0,3 Cent pro Kilowattstunde brutto unterstützt der Kunde so weltweite Klimaschutzprojekte", erläuterte der Stadtwerkechef.

Die CO2-Emissionen aus der Erdgasverbrennung würden zu 100 Prozent neutralisiert. Der Aufpreis für CO2-neutrales Erdgas gehe in voller Höhe an ausgewählte Klimaschutzprojekte. Auch wenn diese an weit entfernten Orten oder auf anderen Kontinenten seien: "Treibhausgase wirken global und auch die Gegenmaßnahmen greifen weltweit", so Keilhauer.

Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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