Umzug: Allein das Bauamt packt 4000 Ordner

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Bad Aibling - Es ist die wohl größte Aktion in der Geschichte der Stadtverwaltung Bad Aibling: Der Umzug in die neuen Rathausräume und Ausweichquartiere am Klafferer ist im vollen Gange.

Während tausende Kartons und ein Großteil der Büroeinrichtung bereits in das künftige Domizil eingeräumt werden, wird es für die rund 50 Mitarbeiter am Freitag ernst: Innerhalb von vier Tagen müssen sie samt Rest-Inventar vom Marienplatz an den neuen Standort über den Dächern von Bad Aibling umsiedeln.

Mit dem größten Gepäck reist das Bauamt: Bereits 4000 Aktenordner haben den Weg hinauf Richtung Klafferer angetreten, und darunter befindet sich nichts Überflüssiges: Eine große Menge an Unterlagen, die älter als 30 Jahre alt waren, wurde nach Angaben von Bürgermeister Felix Schwaller vernichtet.

Bis unter den Dachstuhl müssen Akten, Bebauungspläne und Grundstücksverträge geschleppt werden. Denn die neue, dauerhafte Unterkunft des Bauamtes samt Sachgebiet Liegenschaftsamt ist im zweiten Stock und im Dachgeschoss des ehemaligen Ausgleichsamtes.

Ein Rathaus zieht um

Dort oben "Am Klafferer" wirbeln derzeit noch die Handwerker durch die Räume und erledigen die letzten Arbeiten, bevor die Rathäusler mit Sack und Pack das neue Rathaus bevölkern.

Von Tackern und Büroklammern bis zu den Finanzunterlagen reicht das Gepäck von Kämmerei, Steueramt und Stadtkasse. Sie richten sich im Erdgeschoss des historischen Gebäudes ein. Dort steht schon die Theke für den Empfangsbereich - allerdings noch ohne PC oder Telefon. Ein Stockwerk darüber bezieht, wie berichtet, Bürgermeister Felix Schwaller sein Büro. Ebenfalls in dieser Etage untergebracht: Geschäftsleitung und Personalamt. EDV und Archiv wiederum befinden sich künftig im Kellergeschoss, in dem auch eine behindertengerechte Toilette für Besucher errichtet wurde.

Auch alle anderen Stockwerke verfügen jetzt über einen barrierefreien Zugang. Möglich wurde dies über einen Lift mit gläserner Ummantelung. Aus Denkmalschutzgründen musste dieser Turm freistehend an der Außenfassade des Gebäudes angebracht werden.

Wo künftig der Bürgermeister "residiert" und wo das Bauamt seine neue Wirkungsstätte hat, davon können sich die Bürger in Kürze ein umfassendes Bild machen: Für Samstag, 27. November, 10.30 Uhr, ist eine Einweihungsfeier der neuen Stadtverwaltung geplant. Im anschluss daran bis 16 Uhr ein "Tag der offenen Tür".

Doch bis es soweit ist, herrscht erst noch einmal Stille: Von Freitag, 12. November, bis Montag, 15. November, sind sämtliche Abteilungen der Stadtverwaltung für den Parteienverkehr nicht geöffnet und auch telefonisch nicht erreichbar. Schließlich müssen auch die EDV und Telefonanlage neu installiert beziehungsweise verlegt werden. Die zentrale Faxnummer der Stadt ist 490175, die Telefonnummern bleiben unverändert. Ab Dienstag, 16. November, soll dann der Verwaltungsbetrieb wie gewohnt wieder laufen.

Während sich verschiedene Abteilungen am Klafferer häuslich niederlassen, finden andere dort oben über den Dächern der Stadt nur eine vorübergehende Bleibe: Für Standesamt, Einwohnermeldeamt sowie Gewerbe- und Sozialamt sind mehrere Pavillons (Containerzeile, L-förmig) neben dem neuen Rathaus am Klafferer errichtet worden. Denn wenn das neue Rathaus am Marienplatz im Herbst 2012 fertig ist, ziehen die Mitarbeiter dieser Ämter dorthin wieder zurück.

Ebenso wird es mit den Stadtrat und Ausschüsse weichen mit ihren Sitzungen vorübergehend in den Spiegelsaal im Kurhaus aus.

Die Stadtbücherei zieht erst Ende Januar 2011 in die Übergangsräume im Heimathaus am Asamparkplatz. Ab März 2011 rücken dann die Abrissbirnen für das alte Rathaus an. Aus Rücksicht auf Weihnachtsmarkt, Faschingsveranstaltungen und bestehende Mietverträge im Erdgeschoss wartet man noch bis dahin. In dieser Zeit können auch noch die öffentlichen Toiletten am Marienplatz genutzt werden.

Trauungen im Haus des Gastes

Standesamtliche Trauungen finden ab der kommenden Woche bis zur Fertigstellung des neuen Rathauses im Haus des Gastes statt. Der Stadtrat beschloss, den Wilhelm-Leibl-Saal dieser Nutzung zu widmen. Der Spiegelsaal im ehemaligen Kurhausfoyer, der dafür ebenfalls ins Gespräch gebracht worden war, kommt nicht in Frage. Man bekäme dann laut Bürgermeister Felix Schwaller Probleme mit dem Vorsteuerabzug bei der Sanierung des Kurhauses. Nach Wunsch des Stadtrates wird man dort aber in speziellen Einzelfällen Trauungen durchführen, beispielsweise dann, wenn Behinderte beteiligt sind.

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