Herrenchiemsee: Paradeschlafzimmer saniert

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Herrenchiemsee - Einer der prächtigsten Räume aus dem 19. Jahrhundert erstrahlt in neuem Glanz: Das sogenannte Paradeschlafzimmer des Schlosses Herrenchiemsee wurde renoviert. **Neu: Fotos und Video**

Das sogenannte Paradeschlafzimmer ließ König Ludwig II. errichten - doch übernachtet hat er dort nie. Einen Monat vor Eröffnung der Landesausstellung über das Leben des vor 125 Jahren gestorbenen bayerischen Monarchen am 13. Mai präsentierte Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) am Dienstag das restaurierte Schlafgemach. Der Freistaat ließ sich die Wiederherstellung mehr als eine Viertelmillion Euro kosten.

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Allein die Stoffe, die Bildhauerarbeiten und die Vergoldungen für Bett und Baldachin hätten seinerzeit umgerechnet rund drei Millionen Euro verschlungen, rechnete Fahrenschon vor. “Das große Vorbild war Versailles, das Schloss der Bourbonen, das Schloss Ludwigs XIV. von Frankreich“, erläuterte der Minister laut Mitteilung. Ludwig II. habe mit seinem “bayerischen Versailles“ aber keine Kopie bezweckt, sondern einen dem Andenken des französischen Sonnenkönigs gewidmeten “Tempel des Ruhmes“ schaffen wollen.

Herrenchiemsee: Paradeschlafzimmer saniert

Er ließ auf Herrenchiemsee die Repräsentationsräume des französischen Absolutismus in einer ganz eigenen Inszenierung wiedererstehen, wie Fahrenschon sagte. Doch während die vergleichbaren Räume in Versailles dem öffentlichen Zeremoniell dienten, seien sie in Herrenchiemsee nur für König Ludwig II. gedacht gewesen. Dennoch übernachtete er im Paradeschlafzimmer nicht. Er habe sich vielmehr im Nordflügel ein Wohnappartement im Stil des Rokoko einrichten lassen - “quasi eine Einliegerwohnung im Denkmal für Ludwig XIV.“.

Für die Restaurierung des in Rot und Gold gehaltenen Schlafzimmers wurden 185 Quadratmeter Textilien konserviert, die durch den Besucherandrang und das Licht mit der Zeit verstaubt und verblasst waren. Insbesondere die aufwendig gearbeiteten, schweren Baldachinvorhänge des Prunkbettes mit Reliefstickereien in Gold und Silber auf Goldbrokat sowie die farbigen Nadelmalereien in Seide hätten gelitten.

Der Bezug des Stufenpodestes, auf dem das Bett steht, konnte jedoch nicht mehr hergestellt werden. “Die goldenen Sonnen, mit denen der Samt einst bestickt worden war, kann heute niemand mehr zu vertretbaren Preisen herstellen“, bedauerte der Minister. Die hohen Restaurierungskosten nannte Fahrenschon eine gute Investition. “Als Tourismusmagneten sind die bayerischen Königsschlösser ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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