Lichtblick an der Personalfront

Bad Aibling - Noch ist nicht entschieden, wer künftig das Pflegestift Ghersburg betreiben wird. 

Das sei die größte Herausforderung in diesen Wochen: geeignetes Personal zu finden, aus dem man eine Mannschaft bilden könne, sagt Seniorberater Rudolf Zahnen von Axion Consulting auf Anfrage unserer Zeitung. Solange jedoch nicht feststehe, wer den Betrieb künftig führe, blieben die Bewerbungen aus. Zu Beginn der Tätigkeit im November habe Axion in dem Pflegestift einen "desolaten Personalstand" vorgefunden. Viele Fachkraftstellen seien nicht besetzt gewesen, so dass zunächst auch auf Drängen der Heimaufsicht ein Aufnahmestopp von Bewohnern verfügt werden musste. Derzeit wohnen in dem Pflegestift rund 80 Frauen und Männer. Mit so genannten Leasing-Kräften (sie werden von einer Leasingfirma an Seniorenheime vermittelt) habe man begonnen, die freien Stellen zu besetzen.

Über die Weihnachts- und Ferientage habe sich die Personalsituation noch einmal als sehr schwierig erwiesen, denn auch Leasingkräfte seien kaum verfügbar gewesen. Seit Weihnachten unterstützt deshalb die Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation in der Ghersburg das Pflegestift im gleichen Gebäudekomplex durch Pflegefachkräfte. "Wir haben zwei erfahrene, hochqualifizierte Fachkräfte über unserem Soll, die wir bis auf Weiteres an das Pflegestift verleihen können", so der Direktor der Klinik Dr. Nikolaus Netzer.

Da seiner Klinik die Hilfe ein dringendes humanes Anliegen für die auf Pflege angewiesenen Personen sei, verleihe man die Mitarbeiter auch zu den eigenen Personalkosten. Diese seien günstiger als die für Zeitarbeiter, die seinen Angaben zufolge derzeit bei 30 bis 35 Euro pro Stunde lägen. Laut Zahnen habe man im Pflegestift die ganze Zeit über die Mindestbesetzung an Fachkräften erfüllt und sei sich mit der Heimaufsicht einig, dass jegliches Personal, das benötigt werde, auch eingestellt wird, um die Fachkraftquote zu erfüllen. Er sei sehr zuversichtlich, dass dies in den kommenden zwei Wochen gelänge. Denn derzeit fehlen noch zwei weitere Fachkräfte, während man insgesamt aber sechs Stellen mehr besetzt habe als vorgeschrieben - allerdings im Helferbereich.

Als nicht zufriedenstellend bezeichnete Zahnen auch die Situation im Hinblick auf den so genannten Wilhelm-Leibl-Bau auf dem Gelände. Dort sei eine vernünftige Betreuung nicht möglich - die Wege seien zu lang und die erforderliche Präsenz von Pflegekräften nicht einfach zu gewährleisten. Die meisten der 24 Bewohner dieses Traktes hätten in den vergangenen Wochen bereits in das Hauptgebäude umziehen können. Auch die sieben im Wilhelm-Leibl-Haus noch verbliebenen Senioren wolle man so bald wie möglich umsiedeln.

Was danach mit diesem Gebäude geschehe, hänge auch vom künftigen Betreiber ab. Laut Zahnen gibt es derzeit fünf Interessenten, mit denen sich der Insolvenzverwalter Klaus Martin Lutz im Gespräch befindet. Ende Januar/Anfang Februar sei wohl mit einer Entscheidung zu rechnen. Lutz selbst war in der vergangenen Woche für Auskünfte nicht erreichbar.

Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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