Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Pizza für Menschen in Haiti

+
Um den Menschen zu helfen, tat ein Pizzabäcker in Port-au-Prince das, was er am besten kann - Pizzas backen.

Port-au-Prince - Ein Pizzabäcker hat die Menschen in Port-au-Prince mit hauseigenen Spezialitäten versorgt. Nun verteilt er Lebensmittel. Unterstützung erhält er aus der ganzen Welt.

Dutzende bewaffneter Soldaten halten die Menschenmenge in Schach. Sie tragen Schienbeinschützer und Splitterwesten, manche auch verspiegelte Sonnenbrillen und Mundschutz. Die Atmosphäre ist angespannt, jeden Moment könnten Unruhen ausbrechen.

Das Welternährungsprogramm verteilt unter hohem Sicherheitsaufgebot Reissäcke an Erdbebenopfer in Haiti. In den ersten Tagen nach der Katastrophe mit etwa 180 000 Toten war es in dem Karibikstaat zu Ausschreitungen bei der Ausgabe von Hilfsgütern gekommen. Dass es auch anders zugehen kann, zeigt der Pizzabäcker Gilbert Bailly.

Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben
Männer suchen unter den Toten Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch eine junge Frau vermisst Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Identifizierte Tote werden mit einem Band um den großen Zehen markiert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann schützt sich mit Kleiderfetzen vor dem Verwesungsgeruch © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann hat sich an einer Tankstelle zwei Kanister Benzin abgefüllt. Vielerorts wurden Geschäfte geplündert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Fast alle Anwesenden versuchen, sich umsonst Benzin abzuzapfen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann steht einer verletzten Frau bis zu deren Behandlung bei © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Nur der Arm eines verschütteten Opfers ragt aus den Trümmern © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein verletztes Kind wird notdürftig genäht © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein spanischer Helfer rettet den Zweijährigen Redjeson Hausteen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Kleine klammert sich an seinen Lebensretter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Schnell durfte er wieder in die Arme seiner Mutter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Kind wird unter mütterlichem Beistand vom Arzt behandelt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Überblick des Grauens © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Gladys Louis Jeune ist eine der Überlebenden © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Die Retter haben sie nach 43 Stunden aus den Trümmern befreit © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Prominenter Beistand: Rapper Wyclef Jean reist in seine Heimat © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein chinesischer Arzt versorgt ein verletztes Kind © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
In einer notdürftig errichteten Klinik werden Verletzte so gut es geht versorgt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Franzose Pascal Simon koordiniert die Versorgung mit Arzneimitteln © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch Sarla Chand, 65, aus New Jersey zählt zu den Geretteten © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Französische Feuerwehrmänner haben sie von den Trümmern befreit und bringen sie ins Krankenhaus © AP

Seit mehr als zwei Wochen verteilt er jeden Abend in Port-au- Prince Gratis-Essen an bis zu 1500 Menschen. Unruhen hat es bei ihm noch nie gegeben. “Es ist eine Frage der Würde, man darf den Menschen nicht das Gefühl geben, sie seien Bettler“, sagt er.

“Sobald Polizisten oder Soldaten da sind, kommt es automatisch zu Spannungen. Es ist kein Wunder, wenn die Leute aggressiv reagieren.“ Der 42-Jährige kann es noch immer nicht glauben, dass er und seine Familie unbeschadet davongekommen sind.

Von seinen etwa 150 Angestellten in seinen drei Pizzerien ist nur ein einziger ums Leben gekommen. “Als ich das Ausmaß der Katastrophe kapiert habe, war mir klar, dass wir etwas tun müssen“, sagt er. “Wir haben angefangen, gratis Pizza zu verteilen.“

Um Gedrängel zu vermeiden, haben seine Mitarbeiter bunte Plastikarmbänder unter den Erdbebenopfer verteilt, die in der Stadt in selbstgebastelten Zelten hausen. “Eigentlich wollten wir die Bänder als Eintritt für die Karnevalsfeiern nutzen. Karneval wird dieses Jahr wohl ausfallen“, sagt der beleibte Restaurantbesitzer mit Sonnenbrille auf der Glatze.

Haiti: Diese Menschen brauchen Ihre Hilfe!

Haiti: Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben
Männer suchen unter den Toten Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch eine junge Frau vermisst Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Identifizierte Tote werden mit einem Band um den großen Zehen markiert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann schützt sich mit Kleiderfetzen vor dem Verwesungsgeruch © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann hat sich an einer Tankstelle zwei Kanister Benzin abgefüllt. Vielerorts wurden Geschäfte geplündert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Fast alle Anwesenden versuchen, sich umsonst Benzin abzuzapfen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann steht einer verletzten Frau bis zu deren Behandlung bei © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Nur der Arm eines verschütteten Opfers ragt aus den Trümmern © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein verletztes Kind wird notdürftig genäht © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein spanischer Helfer rettet den Zweijährigen Redjeson Hausteen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Kleine klammert sich an seinen Lebensretter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Schnell durfte er wieder in die Arme seiner Mutter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Kind wird unter mütterlichem Beistand vom Arzt behandelt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Überblick des Grauens © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Gladys Louis Jeune ist eine der Überlebenden © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Die Retter haben sie nach 43 Stunden aus den Trümmern befreit © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Prominenter Beistand: Rapper Wyclef Jean reist in seine Heimat © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein chinesischer Arzt versorgt ein verletztes Kind © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
In einer notdürftig errichteten Klinik werden Verletzte so gut es geht versorgt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Franzose Pascal Simon koordiniert die Versorgung mit Arzneimitteln © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch Sarla Chand, 65, aus New Jersey zählt zu den Geretteten © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Französische Feuerwehrmänner haben sie von den Trümmern befreit und bringen sie ins Krankenhaus © AP

Als die Vorräte für die Pizza aufgebraucht waren, hatte sich sein gutes Werk schon zu einem Selbstläufer entwickelt. “Wir bekamen von allen möglichen Leuten Lebensmittel, die wir verteilen sollten“, erzählt er. Auch aus dem eingestürzten Luxus-Hotel Montana, in dem schätzungsweise 200 Menschen ums Leben kamen, bekam Bailly die noch zu rettenden Vorräte.

Selbst aus der benachbarten Dominikanischen Republik schickten Freunde Lastwagen voller Lebensmittel. Mittlerweile gibt es eine Unterstützergruppe auf Facebook und ein PayPal-Konto für Spenden im Internet.

Am frühen Nachmittag bilden sich zwei lange Schlange vor Baillys Pizzeria “Muncheez“, eine für Erwachsene, eine für Kinder. Sicherheitskräfte sind nicht zu sehen. Alle warten geduldig, es gibt weder Geschrei noch Gedrängel. “Wir sind so froh, dass wir hier Essen bekommen“, sagt Elisabeth, eine junge Frau in der Schlange.

Die Verteilung der Reissäcke durch das Welternährungsprogramm ist am Sonntag trotz oder wegen der massiven Militärpräsenz ohne gewaltsame Zwischenfälle verlaufen.

Allerdings war die Kommunikation zwischen ausländischen Soldaten und Haitianern nicht immer einfach. “Was wollen sie?“ fragte ein junger US-Soldat einen Journalisten, als diejenigen, die keinen Lebensmittelgutschein hatten, in Protestgeschrei ausbrachen. “Essen“, lautete die Antwort. “Yeah“, meinte der Soldat und zuckte mit den Schultern.

dpa

Kommentare