Stararchitekt Thun bringt Ideen ein

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Erfahrung in Sachen Biogasheizkraftwerk: Die Gestaltung dieser Anlage in Schwendi bei Ulm stammt ebenfalls von dem italienischen Architekten Matteo Thun, der sich nun auch auf dem B&O-Areal einbringen soll.

Mietraching - Der italienische Stararchitekt Matteo Thun will sich offenbar auf dem ehemaligen US-Areal in Mietraching einbringen: mit Ausstellungsflächen ebenso wie bei der Planung eines Biomasseheizkraftwerks.

Der Mailänder Architekt hat diesbezüglich Erfahrung: Für das Holzwerk Schilling in Schwendi bei Ulm hat er bereits eine beispielhafte Anlage entworfen - Holz in Verbindung mit neuester Technik.

Mailand, Hamburg, Venedig - und bald Bad Aibling? B&O-Firmenchef Dr. Ernst Böhm steht in engem Kontakt mit dem italienischen Architekten Matteo Thun, der für seine Projekte von Hotelbauten bis hin zu Design vielfältig aktiv ist und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Auf dem ehemaligen US-Areal in Mietraching, das schon durch zahlreiche Pilotprojekte von sich reden machte ("Nullenergiestadt" etc.), plant das Unternehmen nun eine zukunftsweisende Heizzentrale mit Biomasse. Mit eingebunden werden soll in das Projekt der namhafte Mailänder Architekt - "wir wollen ein kleines Heizkraftwerk errichten, die Gestaltung obliegt Matteo Thun", bestätigte gestern B&O-Generalbevollmächtigter Dr. Karl-Josef Schaltenberg auf Anfrage unserer Zeitung.

Für Matteo Thun, der unter anderem preisgekrönte Hotels wie das "Side" in Hamburg, das "Radisson Blue" in Frankfurt oder das "Vigilius Mountain Resort" in Lana/Südtirol entworfen hat und auch ein gefragter Designer ist (Bulgari, Swatch, WMF, Alessi, Villeroy & Boch etc.), ist auch das Gebiet Biomasse nicht neu: Für das Holzwerk Schilling in Schwendi/Landkreis Biberach (bei Ulm) hat er sein Können bereits unter Beweis gestellt: Er hat die außergewöhnliche architektonische Hülle des dort entstandenen Biomassekraftwerks entworfen (Fertigstellung 2008) - eine zylinderförmige Ummantelung des runden Bauwerks aus Holz (Lärche), während im Inneren Stahl und Glas vorherrscht. "Ein gelungener Dialog zwischen Natur und Technik", beurteilte denn auch eine Wettbewerbsjury. Das Biomasseheizkraftwerk versorgt in Schwendi nicht nur das Holzwerk mit Energie, sondern auch ein nahes Krankenhaus (Fernwärmenetz).

In Bad Aibling will sich der gebürtige Bozener aber nicht nur beim Entwurf des Heizkraftwerks einbringen, sondern sich nach Informationen unserer Zeitung im Nordtrakt des Geländes auch mit einer Ausstellung und Präsentationsfläche niederlassen. Mit aus diesem Grund erfährt der neue Bebauungsplan "Parkgelände Mietraching" nach Angaben von Bauamtsleiter Andreas Krämer eine weitere Aktualisierung: Dieser als Sondergebiet Tourismus ausgewiesene Bereich im Sektor Wohlfühlpark soll nun um den Begriff Ausstellung ergänzt werden - "damit diese Nutzung ausnahmsweise zugelassen wird", erläuterte Krämer in jüngster Sitzung des Hauptausschusses, in der die "frischen" Entwürfe des Bebauungsplanes zur Beratung anstanden.

Für Diskussion hatte der neue Bebauungsplan "Parkgelände Mietraching", eine Zusammenfassung der vier bisherigen Einzelbebauungspläne, in Stadtrat und Gremien gesorgt - allerdings nicht der Fakt an sich, sondern das Procedere der Verwaltung: In der Juli-Sitzung sollte der Aufstellungsbeschluss für das Gesamtwerk samt Flächennutzungsplanänderung fallen, doch die Unterlagen waren alles andere als vollständig, was SPD-Stadtrat Richard Lechner mehrfach monierte. Auf dessen Empfehlung hin, so Krämer, sei man nun mit Planern und Juristen überein gekommen, dass der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung (Donnerstag, 30. September, 18 Uhr, Rathaus) den Beschluss erneut fassen soll - dieses Mal mit den vollständigen Unterlagen.

Rosi Gantner/Mangfall-Bote

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