Platzverweis für Windkraftanlage

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Der Windkraftanlage auf dem geplanten achtstöckigen Holzhaus (B&O-Parkgelände in Mietraching) erteilte der Bauausschuss eine klare Absage.

Bad Aibling - Eine Windkraftanlage sorgt für Wirbel: Neun Meter misst die Konstruktion, die auf dem Dach des achtgeschossigen Holzhauses auf dem B&O-Parkgelände geplant ist.

Der Bauausschuss lehnte sie jetzt ab: Von „gewöhnungsbedürftig“ über „banale Kiste“ bis hin zur „Verschandelung“ reichten die Ausdrücke, mit denen die Mitglieder des Aiblinger Bauausschusses dieses Vorhaben kommentierten.

Allein schon die Wandhöhe des Holzhauses, laut Bauamtsleiter Andreas Krämer mit 25 Metern voll ausgereizt, war einigen Kommunalpolitikern ein Dorn im Auge. „Erst war die Rede von rund 21 Metern, dann hieß es, es wären schon immer 23 Meter gewesen und plötzlich war man bei 24,50 Metern“, kritisierte Dieter Bräunlich (ÜWG) den in seinen Augen immer höher werdenden Komplex.

Optisch sei die Windkraftanlage fürchterlich, monierte auch Stefan Roßteuscher (ÜWG). Er stellte nicht als einziger deren Nutzen in Frage. Für das auf dem Gelände geplante Modell „Nullenergiestadt“ sei ja einiges an Zugeständnissen denkbar, aber nicht in der vorliegenden Form.

Und auch Markus Stigloher (CSU) mochte sich mit der technischen Konstruktion nicht anfreunden. Wenn man diesen "Propeller" genehmige, müsse man auch den Werbetafeln beim Handelshof zustimmen, meinte er. Schließlich habe der Bauausschuss jüngst einen Antrag des Unternehmens abgelehnt, der unter anderem drei 16 Quadratmeter große, teilweise beleuchtete Werbeschilder beinhaltete.

Max Leuprecht (GOL) hingegen konnte zwar gewisse Bedenken nachvollziehen ("alles noch zu abstrakt, vor allem was die Technik der Anlage betrifft"), steht der Windkraft aber grundsätzlich positiv gegenüber. Er könnte sich auch größer dimensionierte Anlagen entlang dem Autobahnzubringer zur A8 gut vorstellen.

Im Bauausschuss stellte man sich allerdings die gleiche Frage, mit der auch der Bauamtsleiter bereits an den Planer herangetreten war: Funktioniert eine Windkraftanlage in dieser Höhe überhaupt schon? Dazu gebe es noch keine genauen Aussagen, teilte Krämer dem Gremium mit.

Sollte sie tatsächlich funktionieren, so befürchteten Ausschussmitglieder, dass sich die Vibrationen negativ auf die Wohnnutzung in dem Gebäude auswirken. Wie berichtet sind in dem Gebäude neben zwei Büroeinheiten (Erd- und erstes Obergeschoss) auch 13 Wohneinheiten geplant.

Mit sechs zu vier Stimmen bewilligte der Ausschuss schließlich das achtgeschossige Holzhaus - auf Antrag von Roßteuscher hin jedoch ohne die Windkraftanlage. Geklärt hatte man zwischenzeitlich auch die Stellplatzfrage. Laut Krämer werden 16 der insgesamt erforderlichen 33 Stellplätze auf dem Grundstück selbst nachgewiesen, weitere 17 befinden sich auf einem bereits bestehenden Parkplatz auf dem Gelände.

Mangfall-Bote

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