Insolvenz: Pflegestift Ghersburg vor dem Aus

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Die Zukunft des Pflegestifts Ghersburg ist derzeit noch ungewiss.

Bad Aibling - Das Pflegestift Ghersburg steht vor dem Aus. Geschäftsführer Hans Schwarz musste Insolvenz anmelden. Die Zukunft des Hauses liegt in den nächsten Wochen in den Händen von Fachanwalt Klaus Martin Lutz aus Rosenheim.

Dieser wickelt das Verfahren ab. Ihm zufolge gibt es Hoffnung für Bewohner und Mitarbeiter: Erste Gespräche mit Interessenten, die das Heim weiterführen wollen, haben bereits stattgefunden.

Die Ratlosigkeit bei den rund 90 Bewohnern und 80 Mitarbeitern ist derzeit groß: "Wie soll es weitergehen? Was bringt das neue Jahr?" Sie bemänglen vor allem, dass sie bis jetzt keinerlei offizielle Informationen bekommen hätten.

Fakt ist, dass Geschäftsführer Schwarz für die Verwaltungsgesellschaft Ghersburg GmbH und Co KG Bad Aibling und die Meritus Gesellschaft für Sozialmanagement mbH Insolvenz anmelden musste. "Es gab Liquiditätsengpässe, die leider nicht mehr überwunden werden konnten", erklärte der Insolvenzverwalter Klaus Martin Lutz aus Rosenheim gegenüber unserer Zeitung.

Man habe beschlossen, das Pflegestift so gut es geht, mit einer Interims-Geschäftsführung weiterzuführen und mit der axion consult GmbH einen Profi damit beauftragt. Leider habe man vor Ort "keine sehr zufriedenstellende Personalsituation" vorgefunden.

Mehrfachbelastungen des Personals aufgrund von vermehrten Kündigungen und Krankmeldungen sind, wie auch aus Kreisen des Hauses zu erfahren war, in jüngster Zeit keine Seltenheit gewesen.

Deshalb war es für Lutz in den letzten Tagen eines der Hauptanliegen, die personelle Lage wieder zu stabilisieren. Dabei stehe man ständig in Kontakt mit dem Landratsamt Rosenheim. Fünf neue Fachkräfte seien bereits eingestellt worden.

Gleichzeitig sucht der Insolvenzverwalter nach einem neuen Betreiber. Er zeigt sich recht optimistisch, denn die ersten Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Darunter seien durchaus namhafte Betreiber ähnlicher Einrichtungen, sei es aus der hiesigen Region, aus der Oberpfalz oder dem Bodenseeraum. Auch axion consult GmbH mit Sitz in Hamburg sei im Gespräch, die vor allem betriebliches Know-how für stationäre und ambulante Pflege entwickelt.

Dass die Interessenten auch etliche Verbesserungen im und am Heim im Auge hätten, müsse nicht bedeuten, dass die Kosten für die Bewohner steigen, so Lutz.

Zuversichtlich gibt er sich auch hinsichtlich der Situation der Beschäftigten. Es sei zu erwarten, dass das vorhandene Fach- und Hilfspersonal im Pflegebereich eins zu eins übernommen werde und man noch zusätzliche Kräfte einstellen werde.

Mit einer Entscheidung über einen neuen Betreiber rechnet der Insolvenzverwalter im Januar.

von Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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