Neues Rathaus: Die Preisträger stehen fest

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Diese Idee bekam den ersten Preis: Das würfelförmige Gebäude links im Bild enthält die Rathausbüros und den Sitzungssaal. Unter dem geschwungenen Dach finden sich Räume für die Volkshochschule und die Stadtbücherei. Das Rathaus steht an der Ecke Rosenheimer Straße/Angerbauerstraße. Das alte Rathaus bleibt solange in Betrieb, bis das neue bezugsfertig ist. Dann wird es abgerissen.

Kolbermoor - Die Stadt braucht ein neues Rathaus. Vor fünf Jahren überlegte man sich, ob man ins Spinnereigelände umziehen sollte. Doch dann wurde dem jetzigen Standort der Vorzug gegeben und die Überlegungen begannen.

Man entschied sich, einen Architekten-Wettbewerb auszuschreiben, was europaweit erfolgen musste und 166 Bewerbungen brachte. In einem "halb offenen" Verfahren beschränkte man sich auf 30 mögliche Büros. Zehn regionale Architekten wurden direkt eingeladen, und die restlichen 20 aus den 90 geeigneten ausgelost. Zwei Tage saß das Preisgericht jetzt im Mareissaal über Plänen und Modellen zusammen, diskutierte ausgiebig und kürte schließlich die vier Sieger. Der erste Preis ging an Robert Hösle von den Behnisch-Architekten München/Stuttgart. Zweite wurden Joel Harris und Volker Kurle (Harris und Kurle Architekten, Stuttgart). Der dritte Preis ging an Ludwig Karl (Karl und Probst, München); der vierte an Klaus Friedrich, Prof. Dr. Ute Poerschke und Stefan Zwink (Friedrich Poerschke Zwink Architekten, München).

Das Preisgericht hatte die Entwürfe freilich anonym präsentiert bekommen; erst als die Entscheidung gefallen war, wurden die Büros genannt. (Ein Bericht über die einzelnen Modelle folgt)

Bürgermeister Peter Kloo, Architekt Johann Peter Kellerer und Christian Poitsch bei der Präsentation im Mareissaal.

Das Siegermodell hatte das Preisgericht, bestehend aus fünf Architekten, Bürgermeister Peter Kloo sowie den Stadträten Dagmar Levin und Günther Zellner, überzeugt, da zum einen der Verwaltungsbereich außerordentlich funktionell gestaltet sei und der Öffentlichkeitsbereich mit Volkshochschule und Bücherei eine größtmögliche Transparenz biete. Die fachliche Betreuung des Wettbewerbs lag bei Architekt Johann Peter Kellerer vom Büro Kellerer und Kellerer, München. Er, Bürgermeister Peter Kloo, Stadtbaumeister Andreas Meixner und Christian Poitsch vom Kultur- und Stadtmarketing hatten die Präsentation der siegreichen Entwürfe gestern Nachmittag im Mareissaal übernommen.

Peter Kloo fasste die Überlegungen zusammen, die zu der Entscheidung geführt hatten. So habe man ein Rathaus gewollt, das nicht nur "eine Summe von Büroflächen" sein sollte, sondern auch ein Kommunikationsort für die Bürger. Nachdem Volkshochschule und Bücherei in Kolbermoor immer nur etwas stiefmütterlich behandelt werden konnten, wollte man diese Stellen jetzt mit einbinden. "Denn wir sind auch nicht mehr die Industriesiedlung wie früher", so Kloo, "wo die Leute den ganzen Tag hart arbeiteten und dann froh waren, wenn sie ihre Ruhe hatten." Jetzt wollten die Leute ein Angebot an Bildung und Kultur - und Kolbermoor müsse dies bieten. So könnte man die Bürger am Ort halten, sie in die Innenstadt holen.

Dann wurden Entwürfe aussortiert, die zwar "schön" gewesen seien, aber nicht zu der Lage in Kolbermoor gepasst hätten; ebenso zu wuchtige Lösungen. Wert wurde auch auf die innerstädtische Durchlässigkeit geachtet. Ganz wichtig war dem Preisgericht auch die Funktionalität der Gebäude: Wie schauts mit der Energietechnik aus, braucht man einen oder mehrere Aufzüge, gibt es technische Details, die zu hohen Folgekosten in den nächsten Jahrzehnten führen würden?

Die Mitarbeiter des Bauhofs, die die Stellwände mit den Plänen und die Modelle in die Pauline-Thoma-Schule bringen sollten, interessierten sich gleich für die Planungen; im Hintergrund Stadtbeumeister Andreas Meixner.

Architekt Kellerer hatte für das Preisgericht ein hohes Lob bereit. Er lobte die Atmosphäre, in der sich alle ohne Zeitdruck ausführlich der jeweiligen Entwürfe annahmen. Beeindruckt war er auch, wie intensiv sich auch die Stadträte mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, welchen Informationsstand sie hatten. Der Stadtrat ist jetzt gleich am Zug: Am 3. März muss er sich für einen der vier Siegerentwürfe entscheiden. Zwar hat das Preisgericht eine Empfehlung für den ersten Preisträger ausgesprochen, doch diese Empfehlung ist nicht bindend. Dann wird mit einer Planungszeit von etwa sechs bis acht Monaten gerechnet. Im Idealfall könnte der Spatenstich noch heuer erfolgen. Ende 2012 könnte dann der Umzug stattfinden.

Die Kolbermoorer können sich von allen Entwürfen (27 Architekten und Büros hatten schließlich eingereicht) ein eigenes Bild machen: Alle Pläne und Modelle werden am Samstag, 20. Februar, und am Sonntag, 21. Februar, jeweils von 14 bis 16 Uhr in der Aula der Pauline-Thoma-Schule zu sehen sein. Bürgermeister Peter Kloo und Stadtbaumeister Andreas Meixner werden dabei die Entwürfe erläutern und auch für alle anderen Fragen zum Rathaus-Neubau zur Verfügung stehen.

fl/Mangfall-Bote

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