"Ui, Mama schau – der Pumuckl!"

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Aschau - „Den Pumuckl habe ich mir immer viel kleiner vorgestellt“, so ging es durch die übervolle Aschauer Festhalle, als der Pumuckl auf die Bühne trat...

Kinder, Eltern und Großeltern weit über Aschau hinaus versammelten sich gemeinsam in der Halle, um den Klabautermann aus der Münchner Schreinerwerkstatt vom Meister Eder bewundern zu können. Der aufmerksame Betrachter konnte dabei beobachten, dass die Elterngeneration, die mit dem Pumuckl und seinem Meister Eder aufgewachsen ist, bedeutend mehr Spaß am rothaarigen Pumuckl-Darsteller hatte, als die Kleinkinder. Geduldig ging der Pumuckl von einem Tisch zum anderen, geduldig ließ er sich fotografieren und am Kostüm zausen.

Zum fünften Todestag gedachten die Aschauer ihres „ehrenwerten Staatsschauspielers und geschätzten Aschauer Bürgers Hans Clarin“, der dem Pumuckl mit seiner unverwechselbaren Stimme, mit Gekreische und Lachen, mit Gezänk und guten Worten Leben und Charakter gegeben hatte mit einem bunten Erinnerungstag.

Pumuckelnachmittag in Aschau

Herbert Reiter und das Team der Tourist Info hatten schon monatelang auf diesen Termin hingearbeitet, um angemessen an den Sterbetag von Hans Clarin zu erinnern – und es hätte ihm, dem Freund aller Kinder, bestimmt gefallen, was sich so alles in der Halle und rund um die Halle tat.

Vom Pumuckl-Film auf der Großleinwand über die Pumuckl-Tombola im Foyer, dem Glücksrad und dem Malwettbewerb der Sparkasse Aschau, den Spielstationen im Freigelände bis hin zur Hans-Clarin-Ausstellung in den Räumen von „Kunst und Kultur“ und dem Pumuckl-Museums-Wohnwagen aus Ohlstadt war alles zum Thema Hans Clarin und Pumuckl vertreten. Nur schade, dass das Wetter nicht ganz so mitspielte, so kamen die Hüpfburg, die Torwand und die Kinderbelustigungen im Freigelände nicht so ganz zum Einsatz, wie es sich die Veranstalter vorgestellt hatten.

Der Nachmittag war der Beginn zur Gedenkfeier „für den Aschauer Bürger Hans Clarin“, denn Hans Clarin war – anders als viele Zugezogene - kein Fremder im Ort. Jeder kannte ihn, er war ständig im Dorf präsent und überall mit dabei. Ganz selbstverständlich stand er im Supermarkt oder beim Metzger in der Schlange, ebenso selbstverständlich war er beim Einkaufen oder in der nahen Wirtschaft beim „Brucker“ als „der Nachbar vom Moserhof“ mit dabei. Nur die Touristen in Aschau tuschelten manchmal, ob der Mann vor ihnen an der Kasse auch wirklich der Staatsschauspieler Hans Clarin und die Stimme vom Pumuckel sei; wenn sie ihn dann ansprachen, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit auch ein Autogramm zu schreiben. Die Aschauer und die Aschauer Kinder kümmerten sich weniger darum, dass der freundliche ältere Herr ein großer Schauspieler war, sie schätzten vor allem den Menschen. Nur wenige brachten ihn im echten Leben mit der kreischenden Stimme des Klabautermannes aus dem Rundfunk und Fernsehen in Verbindung, so wie Pumuckl sah Hans Clarin nun wirklich nicht aus.

Seit 1974 wohnte Clarin auf dem Moserhof im Schatten von Schloss Hohenaschau und anders als viele andere Zugezogene in Aschau integrierte er sich ins Dorf. „Hans Clarin war ein angenehmer Bürger, der rege am Dorfleben teilnahm“, erinnert sich Herbert Reiter. Hans Clarin sei zeitlebens ein guter Botschafter für Aschau gewesen, der bei allen Interviews seine Heimat Aschau und den Chiemgau erwähnte. Er - der Mann aus Norddeutschland - wurde vielfach für einen einheimischen, gebürtigen Aschauer gehalten. Ungezählte Filmproduktionen – besonders sei an „Peter und Paul“ mit Hans Clarin und Helmut Fischer erinnert – hätten den Menschen im ganzen Land die Schönheiten des Moserhofes und der Region Chiemgau gezeigt.

Legendär sind die Bilder, die Hans Clarin in der Tracht des ältesten Trachtenvereins des Chiemgau-Alpenverbands „D´ Griabinga“ Hohenaschau mit dem Aschauer Stopselhut zeigen. Voller Stolz trug er diese Tracht auch bei offiziellen Anlässen und man merkte ihm an, dass er sich der Bedeutung wohl bewusst war. Die Tracht war für ihn ein Ehrenkleid, kein Kostüm irgendwo aus dem Fundus eines Provinztheaters.  

Sein Trachtengwand ist mit vielen weiteren Erinnerungsstücken in den kommenden Wochen bei der Ausstellung „90 Jahre Filmdorf Aschau“ im Aschauer Rathaus zu sehen. Der rührige Leiter der TouristInfo Aschau Herbert Reiter konzipierte die Ausstellung und stellte sie weitestgehend zusammen. Manuela Clarin, die Tochter von Hans Clarin, holte dazu Leihgaben aus dem Nachlass ihres Vaters extra aus dem Fundus des Deutschen Filmmuseums in Berlin. Ilse Goßner vom Aschauer Gemeindearchiv suchte aus den Archivalien der Gemeinde Aschau alles heraus, was irgendwie im Zusammenhang mit den 90 Jahren Filmgeschichte im Ort zu tun hatte und so kamen eine Menge Exponate zusammen. Den Löwenanteil nimmt dabei das Gedenken an Hans Clarin ein. Das Trachtengwand vom Hansel, seine Spazierstöcke und ein paar Originalrequisiten aus seinen Filmen erinnern an den Staatsschauspieler, der nicht nur durch seine Auftritte in den Filmen Pumuckl und Huibuh unvergessen bleiben wird.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Aschauer Rathauses vom 30.August bis zum 8.Oktober im Foyer des Rathauses zu sehen.

reh

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