Rathaus: Ärger wegen Qualitätsmängeln

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Das war's mit dem Sichtbeton im Rathausinneren. Die Qualität ist laut Projektsteuerer so schlecht, dass nichts anderes übrig bleibt, als die Wände nun großflächig zu spachteln. Immerhin ist man mit dem Ergebnis der Probefläche (im Bild weiß) schon mal zufrieden.

Bad Aibling - Nichts wird es mit der geplanten Sichtbetonoptik im Inneren des neuen Rathauses. Die Qualität ist derart mangelhaft, dass die Oberflächen nun gespachtelt werden müssen!

Wie Projektsteuerer Wilhelm Brand dem Stadtrat in dessen jüngster Sitzung erläuterte, war die von der beauftragten Firma ausgeführte Qualität derart mangelhaft, dass die Oberflächen nun gespachtelt werden müssen. Eine andere Wahl habe man nicht gehabt, so Brand. Laut Bauamt handelt es sich dabei um zwei Drittel aller Betonflächen im Innenbereich.

Doch sei das Verspachteln "eine Lösung, mit der man gut leben kann", so Projektsteuerer Brand (Constrata Ingenieur-Gesellschaft mbH) angesichts einer bereits angebrachten Probefläche. Auch mit den Architekten sei dieses veränderte Vorgehen abgesprochen. Ganz reibungslos sei der Prozess jedoch nicht vonstatten gegangen: Nachdem sich die Stadt geweigert habe, die mangelhaften Arbeiten abzunehmen, habe, so Brand, die ausführende Firma einen Sachverständigen beauftragt, der jedoch die Haltung der Stadt bestätigt habe. Diese hatte vorsichtshalber bereits einen angemessenen Betrag zurückgehalten. Erst kurz vor der Sitzung habe man sich geeinigt, dass die Sichtbetonflächen nun großfächig und mehrlagig gespachtelt werden.

Mit ebendieser Firma habe es auch zuvor schon Probleme gegegen, sie habe angebliche Bauzeitenverzögerungen von vier Wochen ins Feld geführt, jedoch laut Brand keine nachvollziehbare, gerichtsfeste Begründung dafür geliefert. Auf einen Vergleichsvorschlag des Unternehmens, für vier Wochen Verzögerung 72.000 Euro zu bezahlen, sei die Stadt nicht eingegangen. Allenfalls könne man über einen Vergleich in halber Höhe ohne Anerkennung einer rechtlichen Grundlage verhandeln, so Brand weiter. Allerdings habe man seit Oktober diesbezüglich keine Reaktion mehr erhalten.

Alles klar mit der Holzfassade

Doch gab es auch Positives zu vermelden, unter anderem sind die Rohbauarbeiten weitestgehend abgeschlossen. Derzeit werden laut Brand die Holzfassaden und die Fenster montiert. Wie berichtet, hatte die Insolvenz der ursprünglich mit der Fassade und den Fenstern beauftragten Firma im vergangenen Herbst noch Sorgen bereitet. Jedoch verblieben nun die Fassadenarbeiten bei der Nachfolgefirma des Unternehmens, während man die Holzfenster, den Sonnenschutz sowie die Stahl-Glas-Fassaden in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter an andere Firmen vergeben konnte.

Rechtzeitig vor Weihnachten sei noch das Oberlicht montiert und der Bau endgültig winterfest gemacht worden. "Die Ausbauarbeiten können wie geplant in den nächsten Monaten witterungsunabhängig durchgeführt werden", kündigte der Projektsteuerer an. Als Fertigstellungstermin nannte er den August dieses Jahres. Abhängig vom Stand der Bauarbeiten auf dem Marienplatz (wir berichteten) sei an eine Inbetriebnahme für Ende September gedacht, eventuell auch etwas später. Denn in jedem Fall solle das Gebäude bis auf den letzten Pinselstrich fertig übergeben werden und nicht, wie bei der Stadtverwaltung Am Klafferer erlebt, noch in Teilbereichen Baustelle sein.

Brand ging auch auf das aktuelle Budget von 7,984 Millionen Euro für die Baumaßnahme ein. Die Hochrechnung sieht ihm zufolge nunmehr "nur" noch eine Überschreitung in Höhe von 152.955 Euro (1,9 Prozent) auf 8,137 Millionen Euro vor und nicht mehr, wie noch im Herbst angenommen, 300.000 Euro. Dies begründete der Projektsteuerer damit, dass mittlerweile für den gewerblichen Teil im Rathaus-Erdgeschoss bereits die anteilige Vorsteuer ermittelt worden sei.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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