Rathaus-Neubau: Im Juni geht's los

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links Architekt Hösle, rechts BM Kloo

Kolbermoor - Die Planungen für den Rathaus-Neubau in Kolbermoor gehen voran: Der Bauantrag wurde kürzlich unterzeichnet und offiziell beim Landratsamt Rosenheim eingereicht.

Zudem wurde im Stadtrat der Bebauungsplan „Rathausareal Kolbermoor“ auf den aktuellen Stand gebracht und steht nun kurz vor seinem Abschluss. Überdies vergab das Gremium weitere Architektenleistungen an das Stuttgarter Büro Behnisch Architekten. Geplanter Baustart ist nun im Juni, dann sollen bereits die ersten Bagger anrollen.

Seit Wochen und Monaten ist es ein Dauerthema in der Stadtverwaltung: das Projekt Rathaus-Neubau samt Anbau für die Stadtbücherei und die Volkshochschule (Kosten: 10,8 Millionen Euro). Nach Befürwortung des Bauentwurfs durch den Stadtrat in seiner November-Sitzung erfolgte in den vergangenen Wochen die weitere Ausarbeitung der Planung.

Und ein weiterer wichtiger Schritt ist getan: Das Bauamt unter Federführung von Andreas Meixner und die Behnisch-Architekten, allen voran Robert Hösle, stellten den offiziellen Bauantrag fertig. Dieser wurde jetzt, frisch unterzeichnet von Bürgermeister Peter Kloo und Architekt Hösle, an das Landratsamt als Genehmigungsbehörde weitergeleitet - insgesamt vier Aktenordner an Plänen und Unterlagen. Von dort erhofft man sich nun bald "grünes Licht".

Parallel dazu geht die Arbeit weiter: In den kommenden Wochen erstellen die Behnisch-Architekten nun die Ausführungsplanung sowie die Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibung. Mit ersten Vergaben rechnet das Büro dann im Mai, für den Baustart haben die Planer aktuell den Juni im Visier. Ziel bleibt nach wie vor, den Neubau bis Ende 2012 fertig zu stellen.

Neben den eigentlichen Bauplänen wird im Rathaus zudem an der Grundvoraussetzung "geschliffen": dem Bebauungsplan für das Rathausareal. Dessen Aufstellung war bereits im Herbst 2009 erfolgt, ebenso die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürger, wobei sich letztere nicht zu Wort gemeldet hatten. Einzig die Regierung von Oberbayern, das Landratsamt Rosenheim sowie Eon Bayern hatten Anregungen, die nun mit einer Aktualisierung der Baupläne Thema in der Sitzung waren: Die Regierung hatte auf die Lage im Überschwemmungsgebiet hingewiesen, was jedoch bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt sei, so Bürgermeister Kloo. Das Unternehmen Eon ist im Zuge des Neubaus möglicherweise mit der Versetzung einer Trafostation betroffen.

Einen Änderungswunsch hatte das Landratsamt: Die Behörde forderte eine Anpassung der überbauten Grundfläche, im Erstentwurf des Bebauungsplanes noch mit 1900 Quadratmetern angegeben. Diese soll nun unter anderem aufgrund der teils ausladenden Dachflächen auf 2000 Quadratmeter erhöht werden, so die Anregung, der sich der Stadtrat einstimmig anschloss - "damit sind wir auf der sicheren Seite", betonte der Bürgermeister.

Mit Fertigstellung der Eingabeplanung wurde der Bebauungsplanentwurf auch in weiteren Bereichen auf den neusten Stand gebracht - mit ein Grund für das lange Warten im Bebauungsplanverfahren: Die Wandhöhe wird entsprechend dem aktuellen Planentwurf um einen Meter auf insgesamt 19 Meter erhöht und die Baugrenze des Büchereitraktes nach Westen verschoben. Zudem wird ausdrücklich festgesetzt, dass das Bauvorhaben "hochwasserangepasst" erstellt wird.

Das Gremium zeigte sich mit der aktualisierten Ausarbeitung einverstanden und beschloss die erneute, auf zwei Wochen verkürzte Auslegung des Bebauungsplanes. Mit dem endgültigen Satzungsbeschluss rechnet Hannelore Ring (Bauverwaltung) in der Februar-Sitzung des Stadtrates.

Der Rathaus-Neubau beschäftigte das Gremium in jüngster Sitzung nicht nur in Sachen Bauleitplanung: Die Stadträte hatten zudem weitere Architektenleistungen zu vergeben. Bauamtsleiter Meixner schlug auch diesbezüglich das Büro Behnisch Architekten vor - in diesem Fall von der Vorbereitung der Vergabe bis hin zur Objektbetreuung und Dokumentation (Leistungsphase sechs bis neun). Wie Meixner ausführte, stünden für die Bauleitung zwei Architekten zur Verfügung, die bis dato die Umbauarbeiten am Eisstadion Inzell betreut hatten - "eine zuverlässige und leistungsfähige Objektabwicklung wäre damit sichergestellt", zeigte sich der Bauamtsleiter überzeugt. Der stufenweisen Erweiterung des Vertrags mit Behnisch-Architekten schloss sich letztlich auch der Stadtrat ohne Gegenstimme an.

CSU-Fraktionssprecher Günther Zellner regte abschließend an, in Bälde auch die Überplanung des Rathaus-Umfeldes in Angriff zu nehmen. Anvisiert ist in den kommenden Jahren, wie berichtet, der Umbau der Rosenheimer Straße mit Wegfall der Ampeln (Minikreisel), der Abriss des bisherigen Rathauses und Neubau eines Geschäftshauses sowie in einem weiteren Schritt der Bau einer Parkgarage auf dem Gelände des Jugendtreffs an der Ludwigstraße.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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