Rock oder Pop, Cocktail oder Glühwein

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Indisch essen bei Akustikmusik war in "Jujhars Restaurant" möglich.

Wasserburg - "All I wanna do is have some fun", schallte es bei der Nacht der blauen Wunder am Samstag aus dem Café Central - und die zahlreichen Gäste hatten viel Spaß!

Kaum eingetreten und um die Ecke gebogen, zeigte der erste Blick auf die Band: Spaß hatten die stimmgewaltigen Sängerinnen von "Out of Rosenheim", und mit ihnen die gut gelaunten Gäste.

Nacht der blauen Wunder

Füße wippten, Gläser klirrten, Hüften kreisten, und an den im Takt klatschenden Händen leuchteten neongelbe Armbänder nach der Devise: "Einmal zahlen, elfmal Eintritt". Zum achten Mal verwandelten sich Wasserburger Kneipen in Konzerthäuser. "Das ist inzwischen eine feste Institution und richtig gut eingespielt", findet Organisatorin Juliane Sturm von der Sinnflut Kultur GmbH.

Erinnerungen an Elvis mit "Vegas Spezial" gab es in der Schranne. Fotos 

Gut eingespielt war auch die Gruppe "Jobarteh Kunda" im Key West. Das Publikum war so bunt zusammengewürfelt wie die Musiker, die aus unterschiedlichsten Altersstufen und Ländern stammten. Mit Reggae und Afro Beat heizten sich die Stimmung und Temperatur richtig auf. Passend zur Palmendeko gab es Cocktails, und wer in der nasskalten Nacht weiterziehen wollte, konnte sich mit wärmendem Glühwein wappnen.

Bei fünf halbstündigen Spielzeiten und genauso langen Pausen dazwischen war genug Gelegenheit, verschiedene Bands und Bars zu besuchen. Richtiger Regen blieb aus, die Wege in Wasserburg sind kurz, und da war ja auch noch der alte Schulbus: eine Art Riesen-Retro-Taxi mit integrierter Bar.

"Unser Favorit ist das El Paso", meinten drei Freundinnen aus Haag, Eggstätt und Karlsruhe bei ihrer Kneipentour. Dort luden die Latin- und Salsarhythmen von "Son Compadre" zu einem Kurzurlaub in den Katakomben der Bar ein. "Ein Event, das einfach Spaß macht", lautete das einstimmige Urteil der Frauenrunde, allerdings gäbe es auch eine Anregung für nächstes Jahr: "Eine bayerische Band fehlt ein bisschen im Programm."

Dafür konnte man bei den Rockklassikern im Roten Turm mitsingen, wo "Stone Age" spielte, oder in Erinnerung an Elvis mit den Musikern von "Vegas Special" in der Schranne zu fetzigem Rockabilly feiern. Ruhiger ließen es die Speiselokale angehen, das Weinhaus zur Burgstube zum Beispiel, wo das Duo "Cup Orange" mit Coversongs auftrat. Oder in Jujhars Restaurant, wo die Akustikmusik der "Easy Riders" eine Unterhaltung bei indischem Essens durchaus zuließ.

Anders war es im Palmano 1: "Shavez & La Banda Fantastica" lieferten energiereichen Latinpop, tanzten und trommelten wie wild zwischen den Tischen. Auch in den Paulaner Stuben tat die helle Speisesaalbeleuchtung der Stimmung keinen Abbruch. Die Holzbänke waren voll, "Paddy and the Performers" spielten bekannte Stücke wie "Born to be wild" und "I'm a Believer", und so wurde gesungen und geschunkelt.

Gemütlich ging es außerdem in der Bäckerzeile zu, wo die zwei Musiker von "Jack in a Box" in den Keller vom Club Titanic lockten. Ein paar Minuten Fußweg weiter herrschte Wohnzimmeratmosphäre im Queens Coffee, denn mit den sanften Stimmen von "Closing Time" und einem Guinness in der Hand wurde das gut gefüllte irische Pub sehr heimelig.

Für die Wasserburger Polizei gab es in der "Nacht der blauen Wunder" in der Sadt nichts zu tun, "wir hatten nur draußen Verkehrsunfälle", so ein Beamter. Auch Klagen der Altstadtbewohner gab es keine. Denn lange in der Kälte stehen musste am Samstag keiner, Einlass war mit gelbem Band jederzeit und überall möglich, freie Wahl also, wo man sich warm tanzen wollte. Vor den Eingangstüren standen trotzdem ein paar fröstelnde Gestalten: Für rauchende Musikfans war es wohl auch die Nacht der blauen Finger.

sus/Wasserburger Zeitung

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser