In zwei Schichten flotter zum Ziel

Bad Aibling - Das Votum der Anlieger der Rosenheimer Straße zum Bau des neuen Stauraumkanals war eindeutig: Sie nehmen den Baustellenbetrieb vor ihrer Haustür auch in den Abendstunden und samstags hin.

Durch diesen Mehrschichtbetrieb soll die Maßnahme innerhalb von fünf anstelle von sieben oder acht Monaten abgewickelt sein. Der Stadtrat beschloss, dies in der Ausschreibung entsprechend zu formulieren.

Einen Tag nach der Anliegerversammlung lieferte Bürgermeister Felix Schwaller dem Stadtrat die Willensbekundung, auf die dieser noch gewartet hatte, bevor er sich jetzt einstimmig für die Bauarbeiten im Mehrschichtbetrieb entschied. Schließlich dauerten diese täglich von 6 bis 22 Uhr und somit haben die Anlieger im Baustellenbereich nur am Sonntag Pause von Lärm und Staub. Das sollte ihnen nicht ohne Rücksprache zugemutet werden.

Laut Diplom-Ingenieur Helmut Aigner, der das 1,8- Millionen-Euro-Projekt im Stadtrat vorstellte, ist nur durch den Schichtbetrieb eine rasche Abwicklung der Arbeiten möglich. Wenn das Wetter mitspielt, soll im März der Startschuss fallen. Dann könnte bis Juli alles erledigt sein.

Zwar würden die Arbeiten dadurch erschwert, dass unmittelbar neben dem neuen Kanal von Strom- über Telefon bis Gasleitung "alles verlegt ist was man sich nur vorstellen kann". Zudem könne man sich auf die Bestandspläne nicht verlassen. Jedoch könne man sich durch dieses Wissen dieses Mal auf die Unwägbarkeiten besser einstellen, im Gegensatz zu den Schwierigkeiten bei der derzeitigen Baumaßnahme (Regenüberlaufbecken).

Da der neue Stauraumkanal mit der Trinkwasserleitung kollidiert, muss diese auf der gegenüberliegenden Seite neu gebaut werden. Neu erstellt werden müssen auch die Hausanschlüsse an den neuen Abwasserkanal.

Auf die Anwohner kämen dadurch keine Kosten zu, erklärte Klaus Ax vom städtischen Bauamt auf Anfrage von Rosmarie Matheis (ÜWG) - es sei denn, es sei kein Revisionsschacht vorhanden, der zur Wartung und Instandhaltung der Grundstücksentwässerungsanlage erforderlich ist.

In Richard Lechners (SPD) Augen ist das geplante Vorgehen ziemlich aufwändig. Denn da die meisten Hausanschlüsse durch den neuen Kanal abgetrennt werden, muss das Abwasser bis zu dessen Fertigstellung mittels Pumpen aus den Revisionsschächten in den darunter liegenden Schacht umgepumpt werden.

Zweifel hatte Rudi Gebhart (ÜWG) an dem geplanten zeitlichen Ablauf. Laut Aigner werde gerade die Ausschreibung erstellt, die Anfang Dezember verschickt werden soll. So könnten die Vergaben Anfang des Jahres erfolgen. Gebhart befürchtete, dass dies für die Firmen zu knapp sei: "Wie soll man so ein großes Projekt in so kurzer Zeit planen? Da darf man ja sonst überhaupt keine Aufträge haben."

Laut seiner Erfahrung sei dies kein Problem, erklärte Aigner. Die Zeit vor Weihnachten sei generell günstig und üblich für Ausschreibungen: "Die Firmen haben Zeit und kalkulieren mit spitzem Bleistift - das ist gut für den Auftraggeber." Zudem seien die Unternehmen erfahrungsgemäß ohne Weiteres in der Lage, solch ein Projekt mit einigen Wochen Vorlaufzeit zu stemmen.

Rechtzeitige Informationen über Sperrungen und Zufahrten für Rettungsdienste und Feuerwehr forderte Sepp Glaser (SPD) nicht zuletzt auch im Hinblick auf das Seniorenheim Haus Wittelsbach, die Hotelbetriebe und Arztpraxen in diesem Bereich. Aigner bestätigte, dass dies gewährleistet sein müsse. Die anliegenden Ärzte würden drei Wochen vorher verständigt, wenn ihre Praxen nicht direkt erreichbar sein sollten.

Man werde aber auch dann, wenn die Gräben offen sind, für Überfahrten oder Überwege sorgen. Außerdem wolle man im so genannten Pilgerschrittverfahren vorgehen, also stets den Bereich, der morgens geöffnet wird, am Abend wieder schließen. Über Nacht soll nie ein Rohrgraben offen sein.

Eine Frage, die ihm viele Bürger gestellt hätten, gab Dieter Bräunlich an Aigner weiter: "Hätten nicht die derzeitige Baumaßnahme und die Errichtung des Stauraumkanals in einem Zug durchgeführt werden können?" Man habe versucht, die aktuelle Baustelle ohne Totalsperre durchzuziehen und so gut wie möglich für den Durchgangsverkehr, wenn auch zeitweise nur in eine Richtung, offen zu halten, erklärte Aigner. Bei dem Bau des Stauraumkanals sei jedoch eine Vollsperrung für die komplette Bauzeit unumgänglich. In dieser Zeit werde, wie Bürgermeister Felix Schwaller erklärte, im Übrigen der Parkplatz am Johannisbad freigegeben und die Beschränkung der Parkdauer auf zwei Stunden aufgehoben.

el/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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