Saisonrekorde purzelten reihenweise

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Rosenheim - 9:2 über Herne war der dritthöchste Erfolg der Oberliga-Historie – Starke Rosenheimer Defensivleistung. Danke, Shawn McNeil, danke, danke, danke!

Hätte der Herner Stürmerstar nicht am Ostermontag durch seinen Overtime-Treffer den Rosenheimer Durchmarsch ins Finale verzögert, wäre für die Starbulls da schon „der Sack zu gewesen“, dann hätte es den denkwürdigen, den grandiosen Auftritt am Freitag nicht gegeben. Nicht mit 4729 die drittgrößte Kulisse, die je den Hintergrund für ein Rosenheimer Oberligamatch gebildet hat, nicht den dritthöchsten Sieg in der nunmehr sechsjährigen Oberliga-Historie der Starbulls und auch nicht weitere (Beinahe-)Superlative, die aufzuzählen nicht nur dem Statistiker einen wahren Genuss bereitet.

Nur zweimal waren (allerdings mit Hilfe der bekannten 5000-plus-Aktionen) mehr Zuschauer im Stadion als am Freitag (gegen Herne kurz nach Weihnachten und gegen Hannover im März 2009), und nur zweimal hatten die Starbulls ein Spiel deutlicher gewonnen (10:0 gegen Miesbach am 11. März 2007 und 11:2 gegen die Eisbären Juniors zum Saisonauftakt im September 2005, beides Kontrahenten, deren Niveau weit unter dem der Herner lag). Und was gab es in diesem Halbfinalspiel nicht alles zu bewundern!

Bilder vom Playoff-Halbfinale

Zwischen einem ersten Drittel, das heiß umkämpft war und wo die Crusaders fast gleichwertig agierten, und einem Schlussabschnitt, wo sich beide Teams nach Dylan Stanleys Blitztor zum 8:1 sichtlich Schonung auferlegten, lag ein Mitteldrittel, in dem die Saisonrekorde reihenweise purzelten und durch die auch die Rosenheimer Alltime-Oberliga-TopTen kräftig umarrangiert wurden. Neue Saisonrekorde bedeuteten die Dreier- sowie die Fünfer- bis Neunerpacks allesamt; besonders hervorzuheben sind aber die sechs Treffer in 14:27 Minuten, die auf Rang drei der Oberliga-Top-Ten rangieren, sowie die fünf Treffer in 8:32 Minuten, die zuvor nur ein einziges Mal übertroffen wurden.

Aber auch drei Tore binnen 95 Sekunden, vier binnen 5:44 Minuten und acht binnen 37:19 Minuten rangieren noch in den Top-Five. Nicht einmal Saisonrekord ist dagegen der Doppelschlag zum 5:1 und 6:1 innerhalb von 13 Sekunden, der das Spiel wohl endgültig zum Herner Desaster machte. Und selbst dass diese beiden Treffer während einer eigenen Strafzeit fielen, ist kein Novum: Am 28. Februar dieses Jahres gelang Dylan Stanley beim 7:6 in Füssen dieses Kunststück noch eine Sekunde schneller, diesmal musste ihm Stephan Gottwald die Hälfte der Arbeit abnehmen – was aber den positiven Irrsinn nicht schmälern soll.

Überhaupt Stanley: Obwohl das ganze Team klasse agierte, waren auch diesmal er und sein rechtzeitig wieder in Form gekommener Sturmzwilling Ron Newhook wieder die absolute Sahne auf dem Halbfinal-Kuchen. Während sie die ersten drei Tore noch dem Stephens- und dem Schopf-Sturm überließen, waren sie dann an fünf der restlichen sechs Treffern maßgeblich beteiligt. Stanley drei Tore und zwei Assists, Newhook fünf Assists: Zum dritten Mal erreichten zwei Spieler die Fünf-Punkte-Marke in einem Spiel. Bereits beim 6:3 gegen Miesbach am 7. Dezember 2008 schafften diese beiden das Kunststück, und am 20. Februar 2009 sammelten beim 8:4 gegen Rostock sogar zwei Verteidiger je fünf Punkte, nämlich Ryan Fairbarn (drei Tore, zwei Assists) und Matthias Bergmann, der sich nun diese Rekordmarke mit Newhook teilen muss.

Hatten die Herner, die nach der Vorrunde nicht nur vier Tabellenränge, sondern auch 30 Punkte vor den Starbulls rangierten, in diesen 40 Spielen noch 4,65 Tore pro Match erzielt, schafften sie in den vier Playoff-Halbfinal-Begegungen nur deren zwei pro Spiel. Wie konsequent die in manchen Saisonphasen zurecht gescholtene Starbulls-Defensive dabei agierte, zeigt ein Vergleich: Während die Rosenheimer nur ein einziges Mal (zwischen Gottwalds Siegtreffer in Spiel eins und Marius Möchels Führung in Spiel Zwei) länger als 40 Minuten erfolglos blieben (51:10 Minuten), hatten die Herner gleich drei solcher Durststrecken. Neben Zu-Null-Phasen von 42:03 Minuten (in Spiel drei) und 51:08 Minuten (in Spiel vier) gelang es Claus Dalpiaz und seinen Vorderleuten auch (ebenfalls in Spiel eins und zwei), dem Gegner gar 85:51 Minuten lang keinen einzigen Treffer zu gestatten, die zweitlängste Shutout-Phase der gesamten Saison!

em/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © Ziegler

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