Startschuss zur Sanierung rückt immer näher

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Diese Figuren sind vom Holzwurm geschädigt.

Weihenlinden - Nach den vorliegenden Planungen für eine umfassende Renovierung soll die Weihenlindener Wallfahrtskirche in rund zwei Jahren innen und außen in neuem Glanz erstrahlen.

Eine lateinische Inschrift über dem Eingang der Wallfahrtskirche Weihenlinden bedeutet auf Deutsch "Glücklich sind die, die in Deinem Hause wohnen" ("Beati qui habitant in domo tuae"). Im weiteren Sinn könnte man diesen Spruch auch auf die Kirchenbesucher beziehen, die sich derzeit jedoch dort nur eingeschränkt glücklich fühlen. Das Gotteshaus ist in hohem Maß sanierungsbedürftig. Doch der Startschuss zur Renovierung soll bald fallen.

"Derzeit werden die letzten Einzelheiten des Finanzierungsplans festgelegt", erklärte Pfarradministrator Thomas Gruber unserer Zeitung. Die Renovierungskosten werden demnach insgesamt rund 3,5 Millionen Euro betragen. Diese sollen vom Freistaat Bayern im Rahmen dessen gesetzlicher Verpflichtung zur baulichen Substanzerhaltung mit einem Zuschuss in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro gefördert werden.

Für den restlichen Aufwand von rund 2,1 Millionen Euro kommen in erster Linie das Erzbischöfliche Ordinariat, aber auch die Pfarrgemeinde Weihenlinden auf. Da mit der baldigen Auszahlung des staatlichen Zuschusses nicht zu rechnen ist, die Renovierungsarbeiten jedoch baldmöglichst beginnen sollen, wird das Ordinariat den Zuschussbetrag vorstrecken. Für diese Vorgehensweise ist aber noch eine entsprechende vertragliche Vereinbarung zu treffen.

Wie Herbert Frammelsberger, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats und derzeit "fungierender" Kirchenpfleger, bei einem Ortstermin in der Kirche erläuterte, soll zunächst mit der Reparatur der Fassade begonnen werden. Diese ist Frammelsberger zufolge durch das schwere Hagelunwetter im Jahr 2003 schwer beschädigt worden.

Die teils hühnereigroßen Hagelkörner hätten nicht nur dem Putz stark zugesetzt, sondern zudem viele Fenster durchschlagen sowie Altäre und Kanzel beschädigt.

An der südwestlichen Außenwand wurde im vergangenen Jahr bereits ein Gerüst zum Schutz vor herabfallenden Putzteilen errichtet. Restauriert werden sollen auch die teils von Mauersalpeter angegriffenen 40 Fresken mit Wallfahrt-Motiven und Schriften in den beiden Arkaden. Diese wurden beim Bau der Kirche als Unterstand für die Wallfahrer errichtet. In schlechtem baulichen Zustand befindet sich auch die Brunnenkapelle, deren Wände starke Feuchtigkeit aufweisen. Im Innenraum der Wallfahrtskirche, die der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht ist, und die 2007 ihr 350-jähriges Bestehen feierte, sind ebenfalls umfangreiche Renovierungsarbeiten notwendig. Dabei soll zunächst die gesamte Raumschale einschließlich Hochaltar (mit dem Bild der Heiligen Familie) generalgereinigt werden, wobei für die Fresken und Stuckaturen aufgrund ihres guten Zustands keine Restaurierung nötig ist. Erneuert müssen hingegen sowohl die Haustechnik (Elektro-, Heizungs- und Alarmanlage) als auch die aus der Barockzeit stammenden drei Sakristeischränke nebst den beiden darauf befindlichen Bildern mit Motiven von Josef und Maria Immaculata, deren Leinwand und Rahmen marode sind.

Einen weiteren Restaurierungsschwerpunkt bildet die kunsthistorisch besonders wertvolle Kanzel, deren Statik bei einer Untersuchung glücklicherweise nicht beanstandet wurde. Dabei soll neben der Beseitigung der erwähnten Hagelschäden unter anderem bei zahlreichen Figuren dem Wurmbefall zu Leibe gerückt werden.

Wenn die Renovierungsarbeiten planmäßig verlaufen, kann die vielbesuchte doppeltürmige Weihenlindener Wallfahrtskirche spätestens im Jahr 2013 sozusagen "über das ganze Gesicht" neu erstrahlen - und die Kirchenbesucher werden sich darin wieder glücklich fühlen.

bjn/Mangfall-Bote

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