Schnelles Internet lässt auf sich warten

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Geplant: Die Anbindung per Glasfaser entlang der A8 bis Sonnenham. Blau markiert ist das Erdkabel.

Bad Feilnbach -  Die flächendeckende Breitbandversorgung für Bad Feilnbach verzögert sich. Das ist der Grund:

Denn anders als im Angebot der beauftragten Firma sind im Bescheid der Regierung von Oberbayern zusätzliche Ortsteile der Kommune aufgeführt. Diese Unstimmigkeiten gilt es nun zu beheben, damit der Staatszuschuss für das Projekt nicht gefährdet ist.

Die Gesamtkosten für die Breitbandmaßnahme liegen bei insgesamt 199.765 Euro. Die staatliche Förderung beträgt, wie berichtet, hierfür 100.000 Euro. Doch hinter dieser Summe steht nach einem Fehler ein Fragezeichen. Die Unstimmigkeiten zwischen Bescheid und Angebot könnten dem Feilnbacher Richtfunk einen Strich durch die Rechnung machen. Auf alle Fälle ist der anvisierte Baustart im Frühjahr schon verstrichen. Grund für die Verzögerung: "Im Bescheid der Regierung sind mehr Gemeindeteile in der Maßnahme aufgeführt als geplant und auch im Angebot der Firma Avacomm aufgelistet ist", erklärte Bad Feilnbachs Geschäftsführer Josef Mayr auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wie es zu dem "Zuwachs" bei dem Richtfunk-Projekt für die Kommune kam, ist nicht mehr nachvollziehbar. "Wir stehen vor einem Rätsel. Der Fehler liegt bei der Regierung. Der damalige Mitarbeiter ist aber mittlerweile in Pension", so Mayr. Derzeit laufen Gespräche mit der beauftragten Firma. Man prüfe nun die Möglichkeiten, die zusätzlich aufgeführten Ortsteile - teils nur Straßenzüge - in die Maßnahme mit aufzunehmen.

Bis dato im Konzept enthalten: die vier Ortsteile Litzldorf (Kosten für die Gemeinde: 60442 Euro), Sonnenham (53151 Euro), Gries (35705 Euro) und Oberlengendorf (50467 Euro). Hinzu gekommen seien nun durch die Regierung Derndorf, Dettendorf (Straßenzüge) und Eulenthal. "Diese drei Bereiche werden von Avacomm genau untersucht."

Sobald die Kosten für die dortige Breitbandversorgung ermittelt sind, werden diese dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. "Diesem obliegt es dann, ob wir die Ortsteile nachträglich mit aufnehmen sollen oder nicht", so Mayr.

Ob es Konsequenzen hat, wenn man die "eingeschlichenen" Ortsteile nicht mit Breitband versorgt, ist indes unklar. Hierüber müssten intensive Gespräche mit den zuständigen Mitarbeitern bei der Regierung von Oberbayern geführt werden.

Wie berichtet, soll per Erdkabel und Richtfunk die Erschließung des Breitband-Internets im Außenbereich von Bad Feilnbach erfolgen, um möglichst viele Orte der Kommune zu erreichen. Die Funkmasten sind dabei maximal zehn Meter hoch und vergleichbar mit Straßenlaternen-Masten. Die für den Anschluss vorgesehenen Orte sollen für die nächsten 20 Jahre mit einer hochmodernen Technik angeschlossen sein.

Silvia Mischi/Mangfall-Bote

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