Schulzentrum: Wer darf wo fahren?

Bad Aibling - Die Verkehrssituation am Schulzentrum ist ein riesiges Problem. Eine Entlastung wird es in etwa zwei Jahren mit einer neuen (Erschließungs-)Straße geben.

Die Weichen dafür wurden jetzt mit dem Stadtratsbeschluss zum Bebauungsplan "Gewerbegebiet westlich des Schulzentrums" gestellt. Die durchs Baugebiet führende Straße wird an die Münchner Straße per Kreisel angebunden. Was aber geschieht zwischenzeitlich? In einem "Verkehrsforum" des Schulzentrums mit Stadt, Polizei und Experten wurden Sofortmaßnahmen erörtert.

Brennpunkte am Schulzentrum sollen entzerrt werden und bis zu einer endgültigen Lösung - Entlastung der Westendstraße durch eine Erschließungsstraße und Entschleunigung des Verkehrs durch einen Kreisverkehr an der Ortseinfahrt Münchner Straße - greifen.

Dazu hatten sich auf Initiative der drei Schulen alle Beteiligten an einen Tisch gesetzt. Werner Fiebig, Leiter des Gymnasiums Bad Aibling, auf Anfrage unserer Zeitung: "Es wäre unser aller Wunsch, Maßnahmen so schnell wie möglich durchzusetzen. Vielleicht schon in den Pfingstferien." Dieser Zeitrahmen ist von der Stadt Bad Aibling anvisiert, setzt aber noch die Zustimmung aller Gremien voraus.

Im städtischen Bauamt war gestern der Maßnahmenkatalog, erörtert von den Schulleitungen, Vertretern des Landratsamtes, der Polizei, der Busunternehmen und der Verkehrswacht beim "Verkehrsforum", endgültig zusammengestellt worden. Er soll in Kürze von Gymnasium, Wilhelm-Leibl-Realschule sowie Wirtschaftsschule Alpenland abschließend beraten werden.

Weniger der Durchgangsverkehr, der nach vorliegenden Zahlen im Bauamt relativ gering ist, sondern vielmehr der Zielverkehr macht im Schulzentrum zu schaffen. Deshalb wurden nun folgende Vorschläge aufgenommen: An der Zufahrtsstraße - Westendstraße zum Gymnasium - sollen künftig die fünf Bushaltestellen markiert, also fest zugeordnet werden, analog zu Busbahnhöfen, wo "die Zielrichtung auf Schildern am Haltepunkt angegeben ist", so Klaus Ax (städtisches Tiefbauamt). An diesem Standort ist überdies als "Puffer" eine weitere "Warte-Halte-Stelle" angeregt.

Zweite Idee: Markierung und Beschilderung von fünf Bushaltestellen an der Straße vor dem Gymnasium beziehungsweise der Wirtschaftsschule. Dafür müssten die dort ausgewiesenen Kradplätze verlegt werden - auf den Lehrerparkplatz. Darüber ist auch mit den Schulkollegien noch zu reden.

In Gefahr bringen sich Schüler, die entgegen der Einbahnstraße (Zufahrtstraße Gymnasium) in Richtung Westendstraße radeln - fast täglich zu beobachten. Deshalb wird überlegt: Der Gehweg an der Zufahrtstraße, entlang des Sportplatzes, wird zusätzlich als Radfahrweg gekennzeichnet (Schild: "Radfahrer frei"), so dass in beiden Richtungen geradelt werden kann. Allerdings unter einer Prämisse: Der etwa 12 bis 14 Zentimeter hohe Bordstein muss auf Dauer abgesenkt werden, da sonst "Stolperstein" und Gefahrenquelle. Eine gewisse Skepsis bleibt dennoch bei Experten, da der Geh- und eventuelle Radfahrweg eine Breite von lediglich 1,50 Metern hat.

Nächster Gedanke: Gegenüber der Zufahrt zum Gymnasium wird eine Feuerwehranfahrtszone ausgewiesen - auf einer Länge von zirka 30 Metern. Trotz bestehendem Halteverbot sei diese Strecke meist zugeparkt, begründet Ax diese Maßnahme.

Zwei Bushaltepunkte, die sich als stark frequentiert herauskristallisieren, werden mit "Führungshilfen" (Gitter) zur Sicherheit der Schüler versehen.

Der Maßnahmenkatalog, mit Verkehrszeichen, Demarkierung, Markierung, Schildern, Tafeln kostet nach grober Schätzung zirka 15000 Euro, die Absenkung des Bordsteins an der Zufahrtsstraße nochmals etwa 25000 Euro.

Rubriklistenbild: © dpa

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