Schutz der Eichen geht vor

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Der Schutz der Eichengruppe geht vor: Der Bauausschuss lehnte ein Fünffamilienhaus auf dem Grundstück Eichenstraße 23 (links) ab.

Bad Aibling - Nicht allen Bauwünschen entsprach der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. "Grünes Licht" erhielt jedoch ein geplanter Dreispänner an der Ganghoferstraße. Ein Vorhaben an der Eichenstraße wurde indes abgelehnt.

Vorgesehen ist an der Ganghoferstraße ein Dreispänner mit sechs Garagen sowie drei Stellplätzen (Bauvoranfrage). Dabei wird das rund 1600 Quadratmeter große Grundstück auf etwa 300 Quadratmetern überbaut, was sich nach Angaben der Verwaltung als unproblematisch darstellt.

Nach den Plänen der Bauwerber aus Kolbermoor erhält der Baukörper eine Länge von knapp 28 Metern bei einer Breite von zwölf Metern und einer Wandhöhe von 6,55 Metern.

Einwände hatte die Verwaltung lediglich gegen die Anordnung der Garagen und Stellplätze, von den Bauwerbern nördlich des Gebäudes vorgesehen - hierdurch würde aber das Ortsbild gestört, zeigte sich Bauamtsleiter Andreas Krämer in der Sitzung überzeugt und riet zu je einer Dreifachgarage im Westen sowie im Osten des Grundstücks.

Überdies forderte er eine dichte Eingrünung des Grundstücks nach Norden und Osten hin, mit heimischen Gehölzen.

Der Bauausschuss erteilte schließlich einstimmig sein Einvernehmen mit dem Vorhaben, verbunden mit den Maßgaben, die Stellplätze ortsbildverträglich anzuordnen und die Grundstücksgrenzen entsprechend einzugrünen.

Nicht zum Zuge kam indes die Casa Classica GmbH aus Bruckmühl: Sie wollte ein Fünffamilienhaus anstelle eines Altbaus an der Eichenstraße 23 errichten, was sowohl Verwaltung als auch Bauausschuss abschmetterten. Vorgesehen war in dem Vorbescheid ein Mehrfamilienhaus (15 auf 11,60 Meter, Wandhöhe 6,50 Meter) mit einem Garagenparksystem entlang der Eichenstraße, bestehend aus einer Dreifachgarage mit fünf Stellplätzen (Duplex) und weiteren fünf oberirdischen Stellplätzen, was als "ortsbildunverträglich" betrachtet wurde.

Weiteres Problem: Im Norden befindet sich ein städtisches Grundstück mit einer Kapelle und einer Eichengruppe, die Krämer zufolge in der Naturdenkmalliste eingetragen ist. Sämtliche Bäume seien gesund und vital, wusste der Bauamtsleiter vom Stadtgärtner. Nach den vorliegenden Plänen wären jedoch drei oberirdische Stellplätze unterhalb des Kronenbereichs der Eichen situiert, der nördliche Baukörper tangiere sogar den Kronenbereich aller bestehenden Bäume und unterschreite zudem eine Eiche, die an der Straße steht. "Da es sich hierbei um ein Naturdenkmal handelt, setzt der Schutz der Bäume ein hohes Maß an Sorgfalt voraus", so Krämer.

Und weiter: Nach Überprüfung des Wurzelbereiches rage dieser an die nördliche Baukante bis auf einen Meter heran, wodurch die nordöstliche Ecke des Gebäudes bereits erheblich tangiert werde.

Sowohl durch den Bau als auch durch die geplanten Stellplätze könne zumindest die nordöstliche Eiche nicht erhalten werden, befürchtet die Verwaltung. Die weiteren Bäume könnten zudem nur unter großem Aufwand und entsprechenden Sicherungsmaßnahmen geschützt werden, erläuterte Krämer.

Seine Empfehlung an den Ausschuss: aufgrund der hohen Sensibilität des Grundstücks und des erheblichen Stellplatzbedarfs nur ein Zweifamilien- oder Doppelhaus zuzulassen. Das Gremium schloss sich dem einstimmig an und wandte sich gegen das geplante Fünffamilienhaus.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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