„Schwarz-Gelb verhindern“

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SPD-Bundesvorsitzender Franz Müntefering: „Schwarz-Gelb verhindern“.

Rosenheim - Der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering ist am Freitagabend zu Besuch in Rosenheim gewesen. Auf dem Max-Josefs-Platz umriss er die Pfeiler sozialdemokratischer Politik.

Für den Sozialstaat, erneuerbare Energien und menschenwürdige Mindestlöhne – gegen Boni, Atomkraft, Steuervergünstigungen für Reiche und den Eingriff in Arbeitnehmerrechte: So umriss der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering am Freitagabend auf dem Max-Josefs-Platz die Pfeiler sozialdemokratischer Politik.

Müntefering in Rosenheim

Eine Stunde später als geplant trat der SPD-Chef in Rosenheim vor offiziell über 800 Zuhörern – in Wirklichkeit waren es wohl deutlich weniger – ans Mikrofon. Die Fahrt von Ravensburg nach Rosenheim auf der A8 hatte sich hingezogen.

Erwartungsgemäß attackierte der 69-Jährige vor allem Union und FDP. Grüne und Linke erwähnte er mit keinem Wort. Vor allem FDP-Chef Westerwelle kritisierte er scharf. Die FDP plane einen Frontal-Angriff auf den Sozialstaat, warnte er. Deshalb sei das Ziel der SPD klar: „Schwarz-Gelb verhindern“ – schließlich bekreuzige sich selbst Kanzlerin Angelika Merkel bei der Vorstellung, mit Seehofer und Westerwelle bei Koalitionsverhandlungen an einem Tisch sitzen zu müssen.

Kompetenz bei erneuerbaren Energien und modernen Autos – das sind in den Augen Münteferings Deutschlands Zukunftschancen. „Wir brauchen Autos, in die wir kein Benzin mehr schütten – nicht in 50 Jahren, sondern in fünf. Dann werden wir wieder Exportweltmeister.“

Weiter warb Müntefering für eine humane Gesellschaft, mehr Wertschätzung für Pflegeberufe und Erzieherinnen in Kindertagesstätten und die Abschaffung von „sittenwidrig hohen und niedrigen Löhnen“.

Seine klare Botschaft – immer wieder mit einem Seitenhieb auf FDP und Teile der CDU/CSU: Hände weg vom Sozialstaat! Der SPD-Chef: „Die großen sozialen Sicherungssysteme sind problematisch, aber es gibt nichts besseres.“ Deshalb werde die SPD die Arbeitnehmerrechte ebensowenig zur Disposition stellen wie die Kranken- oder Rentenversicherung.

Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

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