Schwerpunkte Badehaus und Stromnetz

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Investitionen stehen auch 2011 im Thermenbereich an. Unter anderem wird ein Moorbadehaus errichtet.

Bad Aibling - Neues Jahr, gewichtige Projekte: Der Bau des Moorbadehauses auf dem Thermengelände und die Übernahme des Stromnetzes auf dem B&O-Areal zählen zu den Hauptaufgaben.

Rund zwei Millionen Euro sollen investiert werden, so Stadtwerkeleiter Fritz-Walter Keilhauer. Er erläuterte in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses den Wirtschafts- und Finanzplan, in dem man aber auch von einem Verlust von 345000 Euro ausgeht.

Die 2011 erwarteten Umsatzerlöse sind mit 14,68 Millionen Euro angesetzt. Insgesamt rechnet Keilhauer mit Einnahmen in Höhe von 15,379 Millionen Euro sowie Ausgaben in Höhe von 15,724 Millionen Euro. Angesetzt ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 500000 Euro.

Wie der Leiter der Stadtwerke erklärte, erwarte man aus dem Elektrizitätswerk einen Gewinn in Höhe von 696000 Euro und aus dem Wasserwerk in Höhe von 591500 Euro. Aus der Freizeitanlage (Eishalle, Freibad und Therme) und dem Verkehrsbetrieb (mit Tiefgaragen) stehen diesem Plus wiederum Verluste in Höhe von 1,458 Millionen beziehungsweise 174000 Euro entgegen. Unter anderem belasten das Freibad mit einem Minus von 550000 Euro, die Eislaufhalle mit 137000 Euro sowie die Thermalwasseraufbereitung mit 512000 Euro das Ergebnis.

Rosemarie Matheis (ÜWG) zeigte sich verwundert über die Verluste im Aiblinger Freibad. Der Betrieb eines jeden Bades sei defizitär, vor allem wenn es fremdfinanziert sei, erklärte Bürgermeister Felix Schwaller. Er gab zu bedenken, dass mehr Betrieb auch mehr Personal und somit mehr Kosten bedeute. Bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von 2,61 Euro würde man mit zusätzlichen 20000 Besuchern mit Ach und Krach ein Plus von 50000 Euro bei den Einnahmen erzielen, veranschaulichte er seine Rechnung.

Keilhauer merkte außerdem an, dass man mit dem neuen, kleineren Freibad weniger als die Hälfte des Wassers als früher verbrauche: "Energetisch ist das Bad ein Volltreffer".

Rosemarie Matheis hakte nach, weshalb die Besucherzahlen rückläufig seien. In den 80er-Jahren, als das Bad neu war, habe man laut Keilhauer rund 90000 Besucher jährlich verzeichnet - eine Zahl, die, je mehr das Bad in die Jahre kam, auf rund 60000 zurückging. In dem nun neuen Bad komme man im Schnitt auf 25000 Badegäste jährlich, "plus minus 5000 - je nach Wetterlage", so Schwaller und Keilhauer. Ausgelegt sei das neue, kleinere Bad auf maximal 1000 Besucher täglich. Da die Liegeflächen bei heißem Wetter jedoch recht knapp seien, werde man nun eine angrenzende Wiese für einen Betrag im "unteren vierstelligen Bereich" anpachten.

Keilhauer teilte den Ausschussmitgliedern am Rande mit, dass rund 60 Prozent der Besucher von auswärts kämen. Nur 30 bis 40 Prozent der Badegäste seien Aiblinger.

Sepp Glaser (SPD) wollte wissen, was passiert, wenn es in der Eishalle Probleme gibt und ob für eventuell kurzfristig erforderliche Investitionen Rücklagen vorhanden seien. Laut Keilhauer gebe es zeitweise Probleme mit den Kondensatoren.

Früher oder später müssten beide ausgetauscht werden. Dafür seien 60000 Euro erforderlich, die im Etat 2011 jedoch noch nicht veranschlagt seien. Ansonsten sei die Anlage aber in einem guten Zustand. "Was zu ersetzen war, ist gemacht worden", versicherte Keilhauer.

Von den für 2011 verfügbaren Mitteln in Höhe von rund drei Millionen Euro gehen 1,1 Millionen Euro für gebundene Ausgaben und Kredittilgungen ab.

Ausführlich erläuterte der Stadtwerkechef die geplanten Investitionen, für die 1,913 Millionen Euro benötigt würden. 690000 Euro entfielen auf das E-Werk, 298000 Euro auf das Wasserwerk, 920000 Euro auf die Freizeitanlage und 5000 Euro auf den Verkehrsbetrieb.

Der größte Posten sind 900000 Euro, die für den Bau des Moorbadehauses benötigt werden (wir berichteten). Voraussichtlicher Baubeginn ist im Mai. Mit der Inbetriebnahme rechne man Ende 2011/Anfang 2012. 150000 Euro werden in die Neuverlegung der Wasserleitung Rosenheimer Straße im Zuge des Kanalbaus gesteckt.

Mit 400000 Euro ist die Übernahme des Stromnetzes auf dem B&O-Gelände veranschlagt - eine Summe, die laut Keilhauer jedoch nicht für die Sanierung des gesamten Netzes reiche. Gebaut werden müssten dort vier Trafostationen, zudem müsse eine Übergabestation erneuert werden.

Rudi Gebhart (ÜWG) regte an, die an und für sich "recht hässlichen kleinen Trafohäuschen" optisch etwas ansprechender zu gestalten. Technischer Leiter Stefan Barber verwies auf etliche Beispiele, in denen man sich darum bereits bemüht habe, beispielsweise an der östlichen Einfahrt des BRK oder an der Karolinenstraße 6. "Wir versuchen, diese Häuschen optisch sauber zu bauen, aber immer geht das nicht." Die Landesregulierungsbehörden würden nicht über Schönheit diskutieren, merkte er an. Konrad Gartmeier (CSU) meinte dazu, dass die Kosten für das Äußere ein Klacks gegenüber dem teuren Inhalt seien.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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