Sechs Saiten für die Kirchengemeinden

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Vor dem Altar wurden Pfarrer Georg Neumaier zum Zeichen der Amtsübergabe von den sechs Kirchenpflegern und -pflegerinnen die Schlüssel der Kirchen übergeben und auf dem Silbertablett der Ministrantin abgelegt.

Bad Aibling - Zum ersten Mal feierte Pfarrer Georg Neumaier die Eucharistie mit allen Pfarrgemeinden und Filialen der Stadt Bad Aibling.

Mit einem Festgottesdienst in der überfüllten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und den kirchlichen Zeremonien wurde er in sein neues Amt eingeführt und von den Anwesenden mit lautstarkem Beifall begrüßt.

Mit Tannengirlanden im Kirchenschiff und an den Eingangstüren mit Schmuck in den Kirchenfarben weiß-gelb präsentierte sich die Kirche Mariä Himmelfahrt, als Pfarrer Neumaier mit den Konzelebranten, den Diakonen, dem Seelsorgeteam und einer Schar Ministranten aus allen Pfarrgemeinden in die Kirche einzog. 20 Fahnenabordnungen der Vereine säumten den Altarraum und die Seitengänge.

"Allem Anfang wohnt ein Zauber inne", mit diesen Worten von Hermann Hesse begrüßte Dekan Thomas Gruber die vielen Gläubigen und Pfarrer Georg Neumaier, den er in sein Amt als Leiter der zukünftigen Stadtkirche Bad Aibling einführen durfte. Ein Neuanfang sei es in doppeltem Sinne: der Beginn eines neuen Kirchenjahres und der Beginn einer neuen Aufgabe. Im Mittelpunkt stehe jedoch Christus, der hier Fuß fassen solle in der neu zu errichtenden Stadtkirche. Ein besonderer Dank galt den beiden Vorgängern, Pfarrer Hans Speckbacher und Pfarrer Guido Seidenberger.

Diakon Bernd Schmitz verlas die Ernennungsurkunde zum Pfarrer von St. Georg und zum Pfarradministrator von Mariä Himmelfahrt mit den Filialen Ellmosen und Mietraching und zum Pfarradministrator von Berbling und Willing, unterzeichnet von Kardinal Reinhard Marx. An den Stufen zum Altar legte Pfarrer Neumaier die Erneuerung des Versprechens bei der Priesterweihe ab. "Ich bin bereit", antwortete er auf die Fragen des Dekans: als Mitarbeiter des Bischofs die Gemeinde zu leiten, die Verkündigung des Evangeliums, Darlegung des katholischen Glaubens, die Feier der Eucharistie und die Spendung der Sakramente, das Gebet, den Beistand für Arme und Kranke und zum Heil der Menschen für Gott zu leben.

Als Zeichen der Amtsübertragung zum Leiter der Stadtkirche wies Dekan Gruber im Auftrag des Bischofs die Kirchenpfleger an, die Schlüssel der Kirchen zu übergeben. Nach dem Kyrie und Tagesgebet übergab er dem neuen Pfarrer Dienst und Aufgabe, den Gottesdienst mit der Pfarrgemeinde zu feiern. Mit dem Auftrag, die Frohe Botschaft zu verkünden, übergab er ihm das Evangeliar. Die Lesungen und Fürbitten wurden von Angehörigen aus allen Pfarrgemeinden vorgetragen, das Evangelium verkündete Diakon Norbert von der Krone, während Diakon Jakob Hartmann die Assistenz am Altar übertragen war.

Pfarrer Neumaier dankte zunächst seinen Vorgängern. In Zusammenkünften und Gesprächen habe er festgestellt, dass schon vieles gewachsen sei. Dann ging er in seiner Predigt auf das jüngste Gitarrenfestival ein. Die Gitarre in seiner Hand sei ein Symbol für die Gemeinschaft. In den sechs Saiten sah er die sechs Kirchengemeinden. Nur wenn alle Saiten intakt und richtig gestimmt seien, sei ein harmonischer Klang möglich. Der notwendige Resonanzboden dazu sei der Dreifaltige Gott.

"Mit gegenseitiger Verantwortung, Verständnis und Zusammenhalt wird es gelingen, ein weiteres Stück Reich Gottes in Bad Aibling zu bauen", meinte der neue Pfarrer voll Zuversicht.

In einem Segensgebet über das Wasser für die Spendung von Taufen bat er für die ihm anvertrauten Menschen. Mit dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis und der Besprengung des Altardienstes und der Gläubigen mit Weihwasser wurde an die eigene Taufe erinnert. In einer Gabenprozession überreichten die Vorsitzenden oder Mitglieder der Pfarrgemeinderäte eine Darstellung als Figur oder Bild ihrer Kirchenpatrone: Gottesmutter Maria, St. Georg, St. Jakobus von Willing, St. Margaretha von Ellmosen, St. Vitus von Mietraching und ein Kreuz für die Kirche Hl. Kreuz in Berbling. Die Gaben von Brot und Wein brachten Ministranten.

Beifall gab es für die festliche Gestaltung des Gottesdienstes. Die Chorgemeinschaft Bad Aibling unter Leitung von Kirchenmusiker Konrad Liebscher bot in einer gelungenen Aufführung die Orgel-Solo-Messe von Joseph Haydn dar mit den eindrucksvollen Soli von Ulrike Fellner (Sopran), Sabine Schönach (Alt), Anton Forstmair (Tenor) und Anton Höhensteiger (Bass). Dazu erklang zur Gabenbereitung der sechsstimmige Chorsatz "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt.

Am Schluss galt ein besonderer Dank allen, die zur Vorbereitung, Gestaltung und Feier des Festes beigetragen haben, allen, die während der Vakanzzeit zusätzliche Verantwortung übernommen haben und für die Mühe um den geschmackvollen Kirchenschmuck. Dem Gottesdienst schloss sich ein Stehempfang im Paulusheim an. Bericht folgt. Am Vorabend fand ein feierliches Abendlob in Willing statt.

ml/Mangfall-Bote

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