Wie in Soccer City

Noch nicht ganz fertig ist die Dämmung auf der Südseite. Hier wird es auch, wie Architekt Peter Krieger (Zweiter von rechts) erläuterte, einen Sonnenschutz geben.

Kolbermoor - Den Kindern gefällt die neue Fassade ihres Barbara-Strell-Kindergartens - und sie wissen auch, dass es die gleichen Platten sind, die das riesige Stadion Soccer-City in Johannesburg zieren.

Das hat Kindergartenleiterin Karin Franzelin festgestellt. Die Platten kommen aus Kolbermoor - von der Firma Rieder, die das ehemalige Tonwerk übernommen hat und erst vor fünf Jahren mit der Produktion dieser Faserbetonplatten begonnen hat. Unterschiedlich natürlich das Auftragsvolumen: Für das Fußballstadion waren 30.000 Quadratmeter Platten erforderlich, für den Kindergarten reichen 400.

In den Osterferien war mit der energetischen Sanierung begonnen worden, wie Architekt Peter Krieger Vertretern der Pfarrei und der Stadt bei einem Rundgang zum Stand der Dinge erläuterte. Die Gesamtkosten von 463.000 Euro werden bestritten aus dem Konjunkturförderprogramm II des Bundes (245.000 Euro), aus Mitteln der Stadt Kolbermoor (146.000 Euro) und des Erzbischöflichen Ordinariats in München. Dass dieses Geld gut angelegt ist, waren sich alle einig: Der Kindergarten der Pfarrgemeinde Wiederkunft Christi stammt aus dem Jahr 1969. Bürgermeister Peter Kloo: "Damals hat man im Hinblick auf die Energie noch sorglos gebaut..."

Auch Architekt Peter Krieger betonte, dass der Beton teilweise nur acht Zentimeter dick gewesen sei. Jetzt haben die die Außenwände eine über 20 Zentimeter dicke Wäremschutzdämmung bekommen, die hinter den Glasfaserplatten verschwindet. Auch Dach und Kellerdecke wurden zusätzlich gedämmt. Fenster und Fenstertüren wurden erneuert - in dreifacher Wärmeschutzverglasung. Zusätzlich setzte der Architekt Brandschutzbestimmungen durch. So gibt es jetzt drei zusätzliche Türen nach Norden als Fluchtwege. Fluchtwächter an den Türen und Rauchmelder an den Decken stellen weitere Sicherungsmaßnahmen dar. Zudem haben die Innenräume einen frischen farbigen Anstrich bekommen, und auch für weiteren Schallschutz zwischen den Gruppenräumen wurde gesorgt.

Eine gewisse Herausforderung war, so Peter Krieger, dass eigentlich nur in den Ferien gearbeitet wurde, um den Kindergartenbetrieb so wenig wie möglich zu stören. So wurden etwa in den Osterferien alle Fenster ausgetauscht und die neuen Türen herausgebrochen. In den Pfingstferien war das Dach an der Reihe, das in den Sommerferien dann noch eine weitere Lage Dachpappe erhält. Gleichzeitig wurde an der Fassade gearbeitet. Krieger: "Wir haben uns recht schnell für die Faserbetonplatten entschieden. Die warmen, natürlichen Farben passen zu dem ganzen Ensemble, unterstreichen gerade auch im Hinblick auf die Kolbermoorer Geschichte mit Tonwerk und Spinnerei den Genius Loci." Außerdem: Sie sind hagelfest. Zudem konnte man die Maße der Platten optimieren, um sowohl ein harmonisches Bild zu bekommen als auch um möglichst wenig Verschnitt zu haben. Hans Aster, Vertriebsleiter Deutschland der "Fibre C", der Gruppe der Rieder Faserbeton-Elemente, die diese Platten herstellt, freute sich über diese Wertschätzung. Er erzählte von dem rasant wachsenden Erfolg dieser Platten, die inzwischen weltweit gefragt sind.

Und die Nachfrage wird noch weiter wachsen: "Energetische Sanierung heißt ja nicht nur, dass es im Winter mit weniger Heizaufwand warm bleibt. Es bedeutet auch, dass im Hochsommer ein Gebäude kühler bleibt - Länder, die jetzt noch auf Klimaanlagen setzen, erkennen dies aber erst langsam." Weil auch den Kindern im Barbara-Strell-Kindergarten "seine" Platten so gut gefallen, versprach er Karin Franzelin, gleich noch ein paar Fußbälle vorbei zu bringen. Dann können die Buben und Mädchen sich wie in Soccer-City fühlen...

Bis zum 20. August, so der Architekt, werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

fl/Mangfall-Bote

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