Sportbad: Weichen werden gestellt

Bad Aibling - Das neue Jahr ist gerade wenige Wochen alt, da nehmen die Planungen für das neue Sportbad kräftig an Fahrt auf:

In den kommenden Sitzungen von Hauptausschuss und Stadtrat sollen die Weichen für das weitere Vorgehen (Verträge, Finanzierungsmodelle, endgültiger Standort) gestellt werden.

Durch die Bank herrscht bei den Aiblinger Kommunalpolitikern Einigkeit, dass das neue Sportbad im Sportpark auf dem B&O-Gelände in Mietraching angesiedelt werden soll (wir berichteten). Doch bis dahin müssen einige Klippen umschifft werden. Das marode, aber immer noch stark frequentierte Hallenbad Prantseck soll so lange weiter in Betrieb bleiben. Zwar wird der Stadtrat Bürgermeister Felix Schwaller zufolge über den genauen Standort erst noch endgültig entscheiden (zwischen Sport- und Fliegerhalle oder freistehend). Doch bereits am kommenden Mittwoch soll ein entscheidender Schritt zur Zukunft des Sportbads getan werden. Dann wird im Zuge des VOF-Verfahrens der Architekt bestimmt, der offiziell den Auftrag erhalten soll.

Das Vorhaben hängt aber noch von weiteren Bausteinen ab. So benötigt die Regierung von Oberbayern für die Bewilligung von Fördermitteln eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Mit dieser muss die Notwendigkeit des Neubaus dieses Schul- und Sportbades nachgewiesen werden.

Der Antrag auf Förderung nach dem Finanzausgleichsgesetz ist von der Stadt bei der Regierung einzureichen, erklärte Schwaller gegenüber unserer Zeitung. Die Höhe der Förderung wird aus den erforderlichen Schuleinheiten berechnet. Diese setzen sich wie folgt zusammen: Für eine Schuleinheit sind jeweils 55 Sportklassen erforderlich. Gerechnet wird laut Schwaller in diesem Fall mit mindestens 200 Sportklassen. 45 aus der Stadt Bad Aibling, 180 aus dem restlichen Landkreis. Noch nicht enthalten sind in dieser Aufstellung die Sportklassen auf dem B&O-Gelände selbst (Deutsches Fußballinternat, Raphael-Schule, Bildungshaus der Diakonie).

Für einen erheblichen Teil der geschätzten Kosten von 6,5 Millionen Euro erwartet man die Fördermittel. Die exakte Höhe ist noch unklar. Zudem erhofft sich Schwaller weitere Zuschüsse, beispielsweise aus Sonderfonds: "Mit der Kombination Stadt als Erbauer und Verein als Betreiber des Bades entsteht hier schließlich ein Pilotprojekt", so der Rathauschef.

Ein nicht einfaches Konstrukt wird die Finanzierung allerdings bleiben. Wie berichtet, ist diesbezüglich eine interkommunale Zusammenarbeit nicht möglich: Nachbargemeinden und Landratsamt wollen hier nicht aktiv mitwirken. Daher muss das Bad von der Stadt allein errichtet werden.

Dies soll - so zumindest der Konzeptvorschlag - via Finanzierung durch die Bayerngrund (Grundstücksbeschaffungs- und -erschließungs GmbH) gelingen. Das restliche Geld hofft man, finanzieren zu können.

Das Konzept über die weitere Vorgehensweise, mit dem sich die politischen Gremien nun auseinandersetzen, sieht zunächst den Erwerb des Hallenbades Prantseck mit Umgriff durch die Stadt (wiederum finanziert von der Bayerngrund) vor. Der dazu vorliegende Vertragsentwurf müsste ebenso wie das Finanzierungsmodell noch juristisch geprüft werden.

Weitere Etappen: Veräußerung des Grundstücks Hallenbad Prantseck nach Inbetriebnahme des neuen Sportbades. Übertragung des Betriebs an den Verein Sportbad Bad Aibling.

Bezüglich des letzten Punktes ist Schwaller besonders zuversichtlich. Der Verein beweise bereits mit einem maroden Bad, dass er sehr gut und kostendeckend wirtschaften kann. Dies sei auch die Voraussetzung für den laufenden Betrieb des neuen Bades. Dieses erfordere zwar mehr Aufwand, bringe aber auch mehr Einnahmen. Der Verein Sportbad Bad Aibling ist indes bereits eifrig dabei, auch selbst Spendengelder und Mittel aus diversen Aktionen für den Neubau zu akquirieren.

Mangfallbote

Rubriklistenbild: © dpa

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