Sportanlagen: Dicker "Wunschkatalog"

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Die Sportflächen im Freien werden vor allem von Fußballern und Baseballspielern genutzt. Sie wünschen sich Duschen und Umkleiden.

Bad Aibling - Hallenbelegungszeiten, Lagermöglichkeiten oder Versammlungsräume - die Wünsche der Vereinsvertreter bei der Infoveranstaltung zum Sportareal auf dem ehemaligen US-Gelände in Mietraching waren vielfältig.

Die Stadtverwaltung informierte zudem über den aktuellen Stand der Dinge, den Sanierungsbedarf von Sport- und Fliegerhalle und die Möglichkeiten auf dem Freigelände. Der "Wunschkatalog" wird nun gebündelt, um die weitere Marschrichtung bei der Entwicklung der Sportanlagen festzulegen.

Welche Wünsche haben die Aiblinger Vereine? Welche Interessen bestehen bezüglich Fliegerhalle, dem Kino und der Freiflächen? Diesen und weiteren Fragen wollte die Verwaltung auf den Grund gehen und hatte zum Infoabend ins Rathaus eingeladen.

Sanierungsbedürftig: die Sporthalle.

Eingangs gab Bürgermeister Felix Schwaller vor den bis auf den letzten Platz besetzten Rängen einen Überblick über die Lage vor Ort: Kapazitäten, Sanierungsbedarf und ein großes Thema: die Baufälligkeit. Speziell die Nebenräume von Sport- und auch Fliegerhalle ließen bezüglich ihres baulichen Zustands zu wünschen übrig - "bis auf die von der Jugend genutzten Räume ist alles sehr marode, müsste eigentlich abgerissen werden", so Schwaller, was auch Bauamtsleiter Andreas Krämer bestätigte. Teils sei die Außenwand bereits am Wegkippen, das Fundament angegriffen, Feuchtigkeit und Schimmel breiten sich aus. "Eine Sanierung ist nach dem ersten Eindruck nicht vertretbar, ein Abbruch und Neuaufbau wäre wohl kostengünstiger", führte Krämer aus. Feinuntersuchungen müssten diesbezüglich aber noch angestellt werden.

Die Sporthalle an sich, Krämer zufolge eine von den US-Streitkräften umgebaute ehemalige Fliegerhalle, die man mit einem Holzboden versehen hatte, entspricht überdies nicht den Sportstätten-Richtlinien: Der Betrieb, so der Bauamtsleiter, werde derzeit vonseiten des Landratsamtes nur geduldet. Eine Genehmigung müsste erst noch hergestellt werden.

Die Wünsche der Vereinsvertreter in puncto Sporthalle waren vielfältig - Spielraum bei der Hallenbelegung konnte die Stadt jedoch nicht bieten. Den gesamten Winter über ist die Sporthalle Montag bis Freitag ab 17 Uhr durchgehend belegt (Gebühr fünf Euro/Stunde), Vereine wie die TuS-Basketballer, Frauenfußball, EHC und FC Wolga, aber auch die Raphaelschule und B&O trainieren dort. Für die Vormittage hat Sportreferent Erwin Kühnel (CSU) zufolge das Gymnasium Interesse bekundet.

Weitere Räume nach Jugendtreff-Umzug

Rege genutzt wird auch der Gymnastikraum, aktuell von Faschingsgilde und Basketballern. Mit Umzug des Jugendtreffs "Kick" ins neue Gebäude am Westend, der bis Anfang Dezember fertiggestellt sein soll, stünden dann auch die beiden Squashhallen als weitere Gymnastikräume zur Verfügung (Krämer: "In verhältnismäßig gutem Zustand."). Die übrigen von den Jugendlichen genutzten Räume könnten ebenso an die Vereine weitergegeben werden - das Interesse diesbezüglich war groß: Der Skiclub Aibling sucht Lager und eine Unterstellmöglichkeit für zwei Vereinsfahrzeuge; der EHC ("Sommer-Nutzer") bräuchte einen Raum, um Gerätschaften, Sportequipment zu lagern; Interesse aus Rosenheim wurde Kühnel zufolge bekundet, eine Boxstaffel in Bad Aibling aufzubauen, wofür Räume benötigt würden; der FFC07 (Mädchen-/Frauenfußball) meldete ebenfalls Bedarf für Lagerräume an; ebenso die benachbarte Raphaelschule für Sportgeräte; das Fokus-Familiennetzwerk zeigte für die Breakdancegruppe des Jugendtreffs Interesse am Gymnastikraum ("Spiegelsaal"); die TuS-Basketballer wünschen sich einen Büro-/Besprechungsraum, Lagermöglichkeiten sowie einen Kiosk und schlugen zudem vor, die Halle für eine Mehrfachnutzung mit einem einfachen Vorhang zu versehen. Weiterer Wunsch: die Nutzung der Hartplätze vor der Halle.

Vorschläge für eine mögliche Verwendung des ehemaligen Kinosaales kamen von Andrea Hailer aus Berbling: Sie könnte sich alternative Filmvorführungen vorstellen, auch für Jugendliche oder verbunden mit Live-Musik.

Viele Pläne gibt es auch für die Freiflächen: Auf dem Fußballfeld tummeln sich die Spieler von TuS, FC Wolga und FC Harthausen, wobei nun auch der Verein MTA (Mietraching, Tann, Aibling) Interesse an einer eigenen Belegung bekundet hatte. Trainings finden auch auf dem Baseballplatz sowie auf den im Sommer neu errichteten Beachvolleyballfeldern statt. Duschmöglichkeiten für das Training im Freien wünscht sich der FC Wolga, die Frauenfußballer meldeten Bedarf für Umkleiden an - eine Lösung könnte diesbezüglich das ehemalige "Chicken Joe"-Gebäude am Baseballfeld bringen, das vom bisherigen Mieter rückgebaut wurde und heute an die Stadt übergeben werden soll. Unterstellmöglichkeiten für ihre Gerätschaften suchen zudem die Baseballer - "das ehemalige Tankstellengebäude, in dem wir jetzt untergebracht sind, fällt bald auseinander", so Rudi Gebhart.

Ebenfalls begehrt: die Freiflächen vor der Fliegerhalle. Dort trainieren bereits die Jugendkartfahrer des AMC und auch die Feuerwehr-Führerscheinneulinge drehen dort ihre Runden mit den Großfahrzeugen. Interesse bekundeten nun auch junge Skateboarder aus Bad Aibling: Sie hätten auf der ehemaligen Tankstellenfläche gerne einen Skatepark als Alternative für die in die Jahre gekommene Einrichtung in Harthausen - eine Idee, die Jugendreferent Stefan Roßteuscher (ÜWG) begrüßte.

Die Fliegerhalle, in erster Linie Veranstaltungen vorbehalten und von Mitte Oktober für zwei Monate von einem Münchner Filmteam "besetzt" (Dreharbeiten, wie berichtetet), soll im Winter 2011/12 eine neue Nutzung erfahren:

Fußballinternat will Fliegerhalle nutzen

Das Fußballinternat, das ab Sommer seinen Betrieb auf dem B&O-Areal aufnehmen will, hatte Schwaller zufolge bereits Interesse an Indoor-Trainingsmöglichkeiten bekundet. Angedacht wäre ein transportabler Kleinfeld-Kunstrasen mit Banden. Ein Dach über dem Kopf suchen zudem die Kolbermoorer BMX-Fahrer: Auch sie klopften bezüglich Winter-Trainingsmöglichkeiten in der Fliegerhalle an, was die Stadt prüfen will.

Pläne für die Nebenräume der Fliegerhalle hätte die DLRG: Sie würden dort gerne ihr Einsatzzentrum einrichten, weg von der derzeit sehr beengten Situation in Mietraching. "Wir wären zum einen schneller einsatzbereit, zum anderen würden wir die Feuerwehr nicht mehr behindern", zählte DLRG-Vorsitzende Elisabeth Gessner die Vorteile auf. Ein entsprechender Antrag liegt der Stadtverwaltung bereits vor und soll demnächst berücksichtigt werden, versprach Schwaller.

In puncto Konzertnutzung rechnet der Bürgermeister für die Zukunft mit kostspieligen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen: Um die Halle überhaupt bestuhlen zu könnten, müssten Brandschutzmaßnahmen getroffen werden, hinzu kämen Umbauten der Nebenräume - "es fehlen Umkleiden für Künstler, Toiletten, ein Cateringraum und auch eine Bühne", bemängelte diesbezüglich auch Konzertveranstalter Roland Gratt aus Beyharting, der sich zugleich eine Anpassung des Mietpreises erbat.

Sämtliche Umbauten und Sanierungsmaßnahmen müssen Schwaller zufolge nun im Detail untersucht und in einem Gesamtkonzept verankert werden, um möglichst auch Zuschüsse (Förderprogramm Stadtumbau-West) zu erhalten. Eine erste Studie sei diesbezüglich bereits ausgearbeitet worden, mit dem Ergebnis der Feinuntersuchung rechnet Bauamtsleiter Krämer bis zum Frühjahr.

Sporthalle: Außen- Sanierung in 2011

Bereits 2011 in Angriff genommen werden soll die energetische Sanierung der Sporthallen-Außenhaut, ebenfalls in der Hoffnung auf Zuschüsse, erklärte Schwaller auf Anfrage von SPD-Stadtrat Richard Lechner. Und: Auch die Zaunanlagen sollen baldmöglichst reduziert werden.

Eine verkehrstechnische Anregung brachte Sepp Glaser (SPD) vonseiten der Feuerwehr an: Die Zufahrt zum Sportgelände/Fliegerhalle sollte so geregelt sein, dass der einfahrende Verkehr vorfahrtsberechtigt ist, um einen Rückstau auf die Staatsstraße zu vermeiden.

Die Gesamtentwicklung zu einem Sportzentrum sieht Schwaller für die nächsten zehn bis 15 Jahre - "wir müssen schrittweise vorgehen angesichts der derzeitigen finanziellen Lage", so der Rathauschef, der mit Investitionen zwischen zwölf und 14 Millionen Euro rechnet.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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