Sportpark: Entwicklung nur in Etappen

Bad Aibling - Der Ausbau des Sportparks in Mietraching wird sich hinziehen: Er ist stark von den finanziellen Möglichkeiten abhängig.

Zu einem runden Tisch hatte die Stadt Bad Aibling alle Vereine, Verbände und Sportnutzer ins Kurhaus eingeladen, um deren Vorstellungen und Wünsche zu erfahren. Basis war die kürzlich vorgestellte Machbarkeitsstudie für den Sportpark Mietraching, dessen Ausbau allerdings stark von den finanziellen Möglichkeiten abhängig ist.

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Wie schwer die Realisierung eines funktionsfähigen Sportparks ist, verdeutlichte Bürgermeister Felix Schwaller den knapp 30 Vereinsvertretern gleich anfangs des Gesprächs: "Bei rund 14 Millionen Euro brutto Gesamtkosten, ohne Zuschüsse, dauert es Jahre, bis eine Umsetzung möglich ist. Auf einmal geht es einfach nicht", so der Bürgermeister.

Dies wurde auch schnell klar, als Bauamtsleiter Andreas Krämer nochmals die Machbarkeitsstudie vorstellte. "Das Erbe der Amerikaner war leider sehr desolat - Schimmel und Feuchtigkeit allerortens, kaum Brandschutz und schlechte Haustechnik", so Krämer. Deshalb seien auch viele Randgebäude nicht mehr benutzbar.

"Altes Kino nicht nutzbar"

In einer offenen Diskussion ging es um Wünsche und Vorstellungen der Vereinsvertreter. So die Nutzung des ehemaligen Kinos, das aber nach den Aussagen der Stadtvertreter keinesfalls mehr nutzbar ist. Franz Bachmeier von der Dorfgemeinschaft Mietraching lag das "Ami-Volksfest" am Herzen und er äußerte zudem den Wunsch, einige Räume durch einfache Arbeiten nutzbar zu gestalten, was auch auf Zustimmung stieß.

Alexander Westphal vom TuS interessierte die zeitliche Schiene der Umsetzung. Hierzu konnte der Bürgermeister keine konkreten Daten nennen, denn: "Die Stadt kann derzeit für diese Maßnahme keine Mittel aufbringen, zumal es auch keine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist", so Schwaller, der gegebenenfalls auch von Kosten von weit mehr als 14 Millionen Euro Gesamtkosten ausgeht. Eine Umsetzung ist in seinen Augen deshalb nur in Teilabschnitten, je nach Finanzlage, möglich.

Auch den wiederkehrenden Wunsch nach Flächen für Versammlungen und Kleinveranstaltungen schränkte der Bürgermeister ein, indem er auf die Viehhalle (kleine Feste) und das Kurhaus (klassische Veranstaltungen) verwies: "Wir dürfen das Kurhaus nicht ausbluten lassen", so Schwaller. Auch lasse sich der Wunsch nach einer Dreifachturnhalle aus heutiger Sicht kaum umsetzen.

Zur Klarstellung wies Andreas Krämer explizit noch einmal auf die Machbarkeitsstudie hin, die lediglich einen Überblick darüber geben soll, wo Mängel herrschen und somit Realisierbares und Nichtrealisierbares aufzeige. "Sie ist keinesfalls schon ein Bauplan", so der Bauamtsleiter korrigierend.

"Bedarf" meldeten die Schützen mit einem Schießstand an. Der FFC wiederum hätte gern ein Café als Treffpunkt und bemängelte die Qualität des Spielfeldes. "Der Platz ist nur als Trainingsplatz vorgesehen", so Sportreferent Erwin Kühnel. Dem Vorschlag, von Profis einen Plan zur Sportsstadt Bad Aibling entwerfen zu lassen, konnte Schwaller wenig abgewinnen. "Praktiker vor Ort sind besser als Superprofis mit teuren Ideen."

Ein guter Vorschlag noch am Ende: Einbau eines alten Firmen-Pater-Nosters für die Lagerung von Geräten und sonstiger Utensilien der Vereine. Diese platzsparende Variante fand Zustimmung. "Wir werden das andenken" so Erich Kühnel, der sich das gegebenenfalls im Squash-Container vorstellen könnte.

"Neue Erkenntnisse gewonnen"

"Einiges wurde heute bekräftigt, aber wir haben auch einige neue Erkenntnisse gewonnen", so der Bürgermeister am Ende, der alle bat, Verständnis dafür aufzubringen, dass "alles auf einmal" angesichts der aktuellen Lage nicht realisierbar sei. Bezogen auf das Großprojekt Sportpark Mietraching meinte Schwaller am Ende vielsagend: "Fertig ist's im Leben nie."

ws/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © pa

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