Springkraut ging es an den Kragen

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Freiwillige beteiligten sich trotz heftiger Regenfälle im gesamten Landkreis an der Aktion.

Kiefersfelden/Rosenheim/Landkreis - Mit Gummistiefeln und Regenjacken rückten am Samstag bei zum Teil heftigen Niederschlägen in mehr als 40 Landkreisgemeinden freiwillige Helfer aus, um das Problem des Springkrauts buchstäblich an der Wurzel zu packen.

Die eingewanderte Pflanze hat sich zu einem Umweltproblem entwickelt: Durch ihre rasche Ausbreitung gefährdet sie heimische Pflanzen- und Tierarten.

Fotostrecke: Springkraut-Aktion

Springkraut-Aktion

Viele Vereine und Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim beteiligten sich an der landkreisweiten Aktion. Helfer rissen das Springkraut samt Wurzeln aus und warfen es auf große Haufen. Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe sammelten anschließend die Pflanzen ein. Doch das Wetter machte den Helfern zu schaffen. Immer wieder gingen kräftige Regenschauer nieder, was das Ausrupfen zu einer mühsamen Angelegenheit werden ließ.

Das indische Springkraut ist ein so genannter "invasiver Neophyt". Ursprünglich im Himalaya beheimatet, wurde das Springkraut als Gartenzierpflanze nach Europa eingeführt. Solche Neuankömmlinge gibt es viele, aber nicht aller verdrängen so aggressiv heimische Arten. Eine einzigePflanze produziert bis zu 4000 Samen, die beim Aufplatzen der Samenkapseln bis zu sieben Meter weit geschleudert werden.

Eine Bekämpfung ist sinnvoll, wenn die Neophyten in Naturschutzgebiete eindringen oder wenn seltene Tier- und Pflanzenarten sowie schützenswerte Biotope gefährdet sind. Vor allem an Bächen, Flüssen und gestörten Standorten breitet sich die Planze massenhaft aus.

Landrat Josef Neiderhell war stellvertretend für landkreisweite Aktion nach Kiefersfelden gekommen, um dort zusammen mit Kiefersfeldens Bürgermeister Erwin Rinner, dem Chef der Umweltbehörde im Landratsamt, Georg Vogl, und zahlreichen großen und kleinen Helfern die Pflanzen auszurupfen. Doch auch im Mangfalltal, im Inntal, im Chiemgau und im Alt-Landkreis Wasserburg waren viele Freiwillige aktiv. Neiderhell sprach von einer wichtigen Aufgabe. Es gelte dem Schädling den Garaus zu machen, der der restlichen Flora und Fauna das Leben schwer mache. "Wenn wir jedes Jahr einmal konzentriertdiewildwuchernden Pflanzen ausreißen, müsste das Problem unter Kontrolle zu bringen sein", hoffte der Landrat.

Einige der vielen ehrenamtlichenHelferkönnen sich jetzt noch auf eine kleine Belohnung für ihr Engagement freuen. Denn alle, die fleißig Springkraut gezupft haben, nahmenaneinemgemeinsamenGewinnspielvonStadt und Landkreis teil.

jre/wu

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