Stadt sind Flächen am Bahnhof zu teuer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Rosenheim - Die Stadt will auf den Brachflächen am Rosenheimer Bahnhof kräftig mitmischen. Knapp 30.000 von 80.000 Quadratmetern hat sie bereits erworben.

Jetzt sind die Verhandlungen über weitere Grundstückskäufe ins Stocken geraten. Man wird sich beim Preis nicht einig. "Ich will es ganz deutlich sagen. Wir sind nicht dazu da, der Bahn die Taschen zu füllen", machte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in einer Mitgliederversammlung des Rosenheimer Gewerbeverbands im KuKo deutlich, "wir zahlen nicht jeden Preis". Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof massiv bombardiert. Aus dieser Zeit lagern offenbar noch in großem Umfang Kampfstoffe im Boden. Schon deshalb muss die Bahn aus Sicht der OB den bisher geforderten Preis noch einmal überdenken. Durch die Kampfstoffe sei der Boden nicht so wertvoll, wie die Bahn dies hinstellt.

Mit dem Kauf von bisher 27000 Quadratmetern direkt am Bahnhof ist aber schon viel gewonnen. Die Stadt kann den geplanten Busbahnhof, Bereiche für Bringer und Abholer, Taxistellplätze, Fahrradabstellplätze und entsprechende Zu- und Abfahrten nun nach ihrem Willen gestalten. Bis zur Landesgartenschau 2010 wird aber nur "aufgeräumt" und übergangsweise Parkraum geschaffen. Der Ausbau beginnt frühestens 2011.

Nach dem Essener Immobilienentwickler MfI, der das Einkaufszentrum "Arcaden" mit rund 20000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche bauen wollte, hat sich inzwischen auch der Hamburger Investor Procom wieder zurückgezogen. Er hatte sich die Rechte an dem Areal Anfang 2008 gesichert. Gabriele Bauer macht keinen Hehl daraus, dass sie diese Entwicklung durchaus begrüßt. Dies eröffne der Stadt die Möglichkeit, selbst noch weitere Grundstücksanteile zu erwerben und die Verwertung weitgehend mitzubestimmen. Allerdings wolle die Stadt Investoren nicht ins Handwerk pfuschen. Wenn es andere Interessenten gebe, trete die Stadt zurück. Diese müssten sich aber an den städtebaulichen Rahmenplan halten, in dem schwerpunktmäßig festgelegt ist, welche Flächen sich für eine weitere bauliche Entwicklung eignen.

Diese Vorstellungen der Stadt umfassen neben den genannten Maßnahmen zur Gestaltung des Verkehrs einen markanten Stadteingang am Brückenberg, innenstadtergänzende Funktionen mit speziellem Blick auf die Bahnhofs- und Münchener Straße, Bereiche für Gewerbe und Forschung, Ausbildung einer hochwertigen städtebaulichen Membran zu den Gleisen, Erhalt und Umnutzung des Ausbesserungswerks als Zeitmonument, eine Entlastung der verkehrsreichen Enzensperger Straße durch eine Straße im südlichen Bahnareal parallel zu den Gleisen und Rad- und Fußwege. Dazu gehören auch die mittelfristige Aufgabe des Klepperstegs und der Bau einer neuen Rad- und Fußwegverbindung über die Gleise zwischen Münchener Straße und Brückenberg.

Der Erhalt des efeubewachsenen ehemaligen Oberbahnamts rechts vom Bahnhof liegt Gabriele Bauer am Herzen. In den bisherigen Planungen fällt es der Neugestaltung des Bereichs vor dem Bahnhof zum Opfer. Die Neuordnung des Verkehrs und der Busbahnhof seien dort am wichtigsten, betonte Bauer. Wenn es irgendwie machbar sei, sollte das Haus aus ihrer Sicht aber als Zeugnis der Bahnhofsgeschichte erhalten bleiben. Vom Luftschutzbunker vor dem Bahnhof könne man sich hingegen verabschieden. An ihn, so Bauer, werde mit einer Gedenktafel erinnert.

Im Süden der Gleise ist das ehemalige Bundesbahnausbesserungswerk gleichfalls ein geschichtliches Zeugnis. Es könnte zum Herzstück eines Technologiecampus werden - Interessenten wie das Institut für Fenstertechnik und die Technische Universität München haben schon die Fühler ausgestreckt.

bi/Oberbayerisches Volksblatt

Lesen Sie auch:

Bahnhof: Was soll hier gebaut werden?

Stadt gibt die Richtung vor

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser