Stadtfest: Traunstein feiert trotz Regen

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Traunstein - Trotz des schlechten Wetters feierten die Besucher auf dem Stadtfest bis tief in die Nacht hinein. Höhepunkt war der Auftritt der „Killerpilze“. Rund 300 Fans feierten zur Musik der Rock-Band.

Es hätte ein rauschendes „Neues“ Traunsteiner Stadtfest werden können. Gut organisiert, mit einem umfangreichen Musikprogramm und einer guten Mischung in den einzelnen Stilrichtungen aufwartend, sowie einigen Attraktionen wie einem Kletterturm und dem Fahren mit Zwei- und Vierrädern wie einem „Segway“ - die Initiatoren haben sich für das Fest am Samstag einiges einfallen lassen, das mit einem reichhaltigen kulinarischen Angebot abgerundet wurde. Der Regen, der fast pünktlich zum Festbeginn einsetzte und im Laufe des Abends teilweise zum Starkregen wurde, mutierte indes zum echten „Partykiller.“ Viele Stadtfestbesucher suchten unter den begrenzten Flächen unter den Standzelten oder in Hausecken und Dachüberständen Schutz vor dem Regen. Es half aber alles nichts, der anhaltende Dauerregen sorgte für durchnässte Kleidung und eine Besucherzahl die verständlicherweise am unteren Rand der Erwartungen der Veranstalter „Traunsteiner Feste e.V.“ gelegen ist. Viele Stadtfestbesucher haben sich schon am frühen Abend mit durchweichten Kleidern zurück auf den Heimweg gemacht. Die zigfachen Bierbänke um den Stadtplatz herum blieben überwiegend leer.

„So ein Mist“ schimpfte der 1. Vorstand des Vereins, Rudi Wochinger als ab 19.30 Uhr der Regen richtig einsetzte. „Da bist du machtlos dagegen.“ Hatte man doch nach den heißen Tagen noch auf ein besseres Wetter gehofft. Der Veranstalter hatte – um dem erwarteten Ansturm der Stadtfestbesucher her zu werden - rund 100 Kräfte eingesetzt, die sich um eine weitgehend reibungslose Abwicklung kümmerten. Die angekündigten Passkontrollen im Eingangsbereich der Stadtfestzugänge wurden konsequent aber mit dem nötigen Augenmaß durchgeführt, wobei so manchem Minderjährigen ohne Ausweis und anwesenden Erziehungsberechtigten der Einlass verwehrt wurde.

Für die Anbieter von Brotzeit und Getränken dürfte sich der Abend nicht gerechnet haben und unterm Strich überwiegend mit einem Minus enden. Frustriert bauten dann auch ab 23 Uhr eine Reihe von Standbesitzern ihr Angebot ein. Eine kurzzeitige Überlegung der Stadtfestleitung, das Fest früher zu beenden wurde verworfen. „Die Besucher haben Eintritt bezahlt und ein Recht darauf, dass wir das bis zum Ende durchziehen“ stellte Wochinger im Stadtfestbüro im Heimathaus klar, der sich selbst mit seinen Organisationskollegen immer wieder ein Bild von den Entwicklungen „draußen“ machte, letztlich aber auch mit ansehen musste, dass gegen das schlechte Wetter kein Kraut gewachsen war und die Hoffnung auf einen gelungenen „Einstand“ für die neuen Veranstalter in den teilweise überschwemmten Straßenrändern zunichte machte.

Musikalisch hatte das „Neue“ Stadtfest Traunstein viel zu bieten: Die Country-Rocker „Smokestack Lightnin“ sorgten bei den wenigen Zuhörern für gute (Tanz)-stimmung. Die Lonely Lips überzeugten trotz technischer Probleme auf der kleinen Bühne am Maxplatz mit gutem stimmlichen Können. Die Leonharder hielten die Bayerische (Musik)fahne auf der Bühne an der Schaumburgerstraße hoch, die aber auch nur zu einem begrenzten Stimmungsumschwung führte. Viele andere Bands wie die Schülerband „Mustard Tubes“, „Bluekilla“ und „Die Springer“ begeisterten das Publikum trotz des schlechten Wetters.

Stimmung kam dann so richtig gegen 21.30 Uhr beim Auftritt der „Killerpilze“ auf, die dann von rund 300 überwiegend jungen weiblichen Besuchern bejubelt wurden und deren Musik beim Publikum gut ankam. Die professionelle Bühnenshow war so ganz nach dem Geschmack der Fans, der eine oder andere Zuhörer durfte auf die Bühne und sich im „Stagediving“ (Sprung in die Menge, die den Springer auffängt) versuchen. Weshalb die Bandmitglieder aber aus Flaschen Wasser auf die Fans gossen, war vor dem Hintergrund des Wetters schwer nachvollziehbar. Die jubelnden Fans störte es indes wenig.

Auch die anderen Bands boten gutes musikalisches Können, mussten sich aber teilweise - je nach Unterstandsmöglichkeiten – oft nur mit einigen wenigen handvoll Zuhörern begnügen.

Polizei zum Schluss gut beschäftigt

Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes hatten im Laufe des Abends einige Besucher behandeln müssen. Kreislaufprobleme oder auch einfach den einen oder anderen, der doch etwas zu tief ins Glas geschaut hatte.

Nach einem anfänglich weitgehend ruhigen Abend bekam die Polizei dann doch noch Einiges zu tun wie die Einsatzleitung auf unsere Nachfrage hin erläuterte. So wurden bei Kontrollen einige alkoholisierte Jugendliche festgestellt. Auch Kinder, die ihre Eltern nicht mehr fanden musste geholfen werden. Daneben wurden zwei Diebstahlsdelikte aufgenommen. Schwerwiegend insbesondere auch der mehrfache Hitlergruß eines Festbesuchers, der erkennungsdienstlich behandelt werden musste. Einige Festbesucher schreckten auch nicht vor massiven Beleidigungen der dezent Präsenz zeigenden uniformierten Beamten zurück. Ein gemeldeter Brand in einem Abbruchhaus in der Herzog-Wilhelm-Str. verbuchten die herbeigeeilten Beamten jedoch schnell unter einer illegalen, privaten Grillfeier in dem Objekt.

Ob der von einem Stadtfestbesucher vorgeschlagene Tipp hilft, man möge vor dem nächsten Stadtfest die Krake Paul über das Wetter befragen darf sicherlich bezweifelt werden. Hier könnte sicher schon mehr helfen, wenn die 2. Gruppe der Schweizergarde aus dem Vatikan, die beim Stadtfest dabei war, das Anliegen eines guten Wetters für ein mögliches nächstes Stadtfest in den Vatikan tragen würde.

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