Der Stadtrat hat das letzte Wort

Die Erweiterung der Produktionshalle der Firma Rottmüller in Thalacker (im linken Bild oben) beschäftigt die politischen Gremien seit geraumer Zeit. Jetzt empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat, dem Vorhaben zuzustimmen.

Bad Aibling - Der Bauausschuss war auch diesesmal nicht die letzte Station für eine seit langem diskutierte Produktionshallen-Erweiterung der Firma Georg Rottmüller in Thalacker.

Aufgrund der Größe des Vorhabens und der sensiblen Lage im Außenbereich verwies das Gremium in seiner jüngsten Sitzung die Entscheidung wieder an den Stadtrat. Diesem empfahl der Ausschuss mit der knappen Mehrheit von 5:4 Stimmen, dem Vorhaben zuzustimmen. Eine positive Entscheidung hatten die Kommunalpolitiker zuletzt von der Erfüllung verschiedener Maßgaben abhängig gemacht. Vor allem forderten sie den Nachweis der wegemäßigen Erschließung sowie der ordnungsgemäßen Oberflächenentwässerung des Gesamtgrundstückes.

Dem ist der Antragsteller laut Stadtbaumeister Andreas Krämer mittlerweile insofern nachgekommen, als er ein Ingenieur-Büro mit der Erstellung eines Baugrundgutachtens beauftragt und beim Landratsamt einen Antrag auf Erteilung einer beschränkten Erlaubnis für die Einleitung von Niederschlagswasser zur Oberflächenentwässerung gestellt habe. Dass eine Erschließung des Betriebs in beide Richtungen mit einem Lkw samt Anhänger mit einer Gesamtlänge von 18 Metern möglich ist, habe ein weiteres Ingenieurbüro schriftlich bestätigt.

Auch der geforderte Freiflächengestaltungsplan mit einer ausreichend dimensionierten Eingrünung des Geländes mittels einer dicht wachsenden, sechs Meter breiten Hecke liege dem Antrag nun bei. Damit seien, wie Bürgermeister Felix Schwaller erklärte, die Forderungen erfüllt.

Wegen der Größe sowie der Bedeutung für den Außenbereich wolle die CSU dieses Bauvorhaben jedoch im Stadtrat behandelt wissen, erklärte Thomas Höllmüller. Schließlich handle es sich hierbei um eine Grundsatzentscheidung für künftige Entwicklungen.

Dem schloss sich Dieter Bräunlich (ÜWG) an. Durch die Betriebserweiterung würde eine Fläche von 1600 Quadratmeter zusätzlich versiegelt - dies entspreche etwa 16 Einfamilienhäusern im Außenbereich. "Was ist, wenn der nächste Antragsteller aus Berbling, Willing oder Mietraching kommt? Wie will man dann noch etwas ablehnen?", wollte er wissen.

Zudem wurde moniert, dass die Prüfung, ob die Größenordnung der Betriebserweiterung angemessen sei (Max Leuprecht, GOL) noch ausstehe, ebenso wie der Nachweis, dass die Erweiterung nicht größer als 50 Prozent des Bestandes sei (Bräunlich). Dem hielt Richard Lechner (SPD) entgegen, dass das Landratsamt Rosenheim schließlich signalisiert habe, eine im Vergleich zur ursprünglich geplanten Größe reduzierte Variante zu akzeptieren. Wenn der Bauausschuss nun nicht zustimme, obwohl die von ihm gemachten Auflagen erfüllt seien, würde das Landratsamt den ablehnenden Beschluss des Gremiums wohl aufheben.

Wie berichtet, standen die Aiblinger Kommunalpolitiker einer früheren Bauvoranfrage, die eine Betriebserweiterung in größerem Umfang vorsah, positiv gegenüber. Das Landratsamt allerdings forderte eine Reduzierung. Jetzt die abgespeckte Variante abzulehnen, bezeichnete Bürgermeister Schwaller als unfair, zumal die Forderungen der Stadt erfüllt worden seien.

Mangfall-Bote

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