Empörung über Stadtspiel-Minus

Bad Aibling - Ausbleibende Besucher und wenig Sponsoreneinnahmen: Das Bad Aiblinger Stadtspiel machte im vergangenen Jahr ein Minus von 33.150 Euro - dafür hagelte es jetzt heftige Kritik von manchen Stadträten.

Der Frühling steht vor der Tür - und die Stadträte hatten sich mit dem Weihnachtsmarkt zu befassen: Ein Antrag des Wirtschaftsforums Bad Aibling auf Bezuschussung lag vor, der einstimmig beschieden wurde. Heiß diskutiert wurde in jüngster Sitzung des Hauptausschusses indes die Abrechnung des Stadtspiels "Desiderius".

Szene aus dem Aiblinger Stadtspiel 2009.

Mit einem satten Defizit in Höhe von 33.150 Euro schloss das Stadtspiel 2009 ab - die Bewilligung der überplanmäßigen Ausgaben waren nun Thema im Hauptausschuss. Gründe für das Minus: ausbleibende Besucher und deutlich weniger Sponsoreneinnahmen (und Zuschüsse) als in der Kalkulation erwartet. Die Ausgaben hätten sich indes im Rahmen gehalten, betonte Bürgermeister Felix Schwaller in seinen Ausführungen, der zugleich das Spiel an sich mit seinen rund 80 Akteuren lobte. Bedauerlicherweise hätte das Stück aber offenbar nicht eine Mehrzahl der Bürger zu einem Besuch animieren können.

Bereits im Vorfeld des Stadtspieles, initiiert anlässlich 75 Jahre Stadterhebung, hatte der Stadtrat einen Zuschuss über 15.000 Euro sowie eine Ausfallbürgschaft über weitere 10.000 Euro zugesichert. Um das verbleibende "Loch" von 8150 Euro zu "stopfen", mussten nun außerplanmäßige Ausgaben in eben dieser Höhe beschlossen werden - unter teils großem Unmut der Stadträte.

Stein des Anstoßes, den SPD-Stadtrat Richard Lechner ins Rollen brachte: Von der Organisatorin Christine Schönmetzler sollen für den Bereich Bühnentechnik keine Gegenangebote eingeholt worden sein, möglicherweise hätte man damit Gelder einsparen können.

Der mit der Überprüfung der Rechnungen beauftragte Otto Steffl (CSU) konnte diesbezüglich jedoch keine Angaben machen - er hätte lediglich die Ausgaben hinsichtlich des Kostenrahmens beleuchtet. Mit der Ausschreibung im Vorfeld sei er nicht befasst gewesen.

CSU-Fraktionssprecher Erwin Kühnel zeigte sich ebenfalls verärgert - sein Vorschlag: In Zukunft Planung, Organisation und Ausschreibung strikt zu trennen sowie einen "Controller" einzuschalten. "Es muss sichergestellt sein, dass Alternativangebote eingeholt werden", betonte Kühnel, was auch sein Fraktionskollege Dr. Alois Kreitmeier unterstrich.

Bei zwei Gegenstimmen (Lechner, Kreitmeier) bewilligte letztlich der Hauptausschuss die Mehrausgaben für das Stadtspiel.

Von Donnerstag bis Sonntag soll in diesem Jahr wieder der Weihnachtsmarkt die Adventszeit über auf dem Marienplatz stattfinden - ohne einen Zuschuss der Stadt wäre dies aber nicht möglich. Das veranstaltende Wirtschaftsforum legte nun die Berechnungen für 2010 vor: Gesamtkosten in Höhe von 38.350 Euro bei zu erwartenden Einnahmen von 24.200 Euro. Defizit: 14.150 Euro.

Das Wirtschaftsforum kündigte in dem Antrag überdies an, sich in Zukunft nur noch mit einem Zuschuss von 10.000 Euro am Weihnachtsmarkt zu beteiligen - vormals 20.000 Euro. Bei sinkenden Mitgliederzahlen könne die hohe Zuschusssumme nicht mehr gerechtfertigt werden, wofür die Stadträte Verständnis zeigten.

Vonseiten der Stadt erwartet sich das Wirtschaftsforum wieder einen Zuschuss über maximal 10.000 Euro. Dieser soll, wie bereits im Vorjahr, nach Vorlage der Abrechnung ausbezahlt werden. In seinem einstimmigen Beschluss setzte der Ausschuss zudem fest, dass die Gelder der Stadt nachrangig zur Kostenbeteiligung des Wirtschaftsforums fließen sollen.

Angebot und Standort des Weihnachtsmarktes schnitten die Stadträte ebenfalls an: Rosemarie Matheis (ÜWG) wünscht sich mehr Kunsthandwerk, Otto Steffl (CSU) regte in Anbetracht des anstehenden Rathausneubaus und Marienplatz-Umbaus an, sich Gedanken über einen Alternativstandort für die Jahre 2011 und 2012 zu machen.

Die Städtepartnerschaft mit Cavaion pflegt unter anderem auch die Wilhelm-Leibl-Realschule Bad Aibling - für einen bevorstehenden Schüleraustausch erbat sich die Schule deshalb einen Zuschuss. Bei der Anfang Mai geplanten Gruppenfahrt entstünden für Bahnfahrt und Eintritte Kosten in Höhe von 2155 Euro. Die Stadt gewährte aus dem Budget Städtepartnerschaft nun einen Zuschuss über 500 Euro - einstimmig vom Hauptausschuss bewilligt.

re/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © Martina Fischer

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