Strompreise stabil: Doch um welchen Preis?

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Die Freizeitanlage mit Therme, Freibad und Eishalle verschlang 2011 rund 1,192 Millionen Euro.

Bad Aibling - Die Bezugskosten sind gestiegen - den Strompreis für die Kunden haben die Stadtwerke aber stabil gehalten. Dadurch ergibt sich ein dickes Jahresminus.

Trotz gestiegener Strombezugspreise haben die Stadtwerke den Strompreis 2011 nahezu stabil gehalten (und planen dies auch für 2012). Diesem Umstand allerdings ist größtenteils das Minus von 345000 Euro im Jahresergebnis von 2011 geschuldet, das Stadtwerkeleiter Fritz Walter Keilhauer in der jüngsten Sitzung dem Stadtrat erläuterte. Zugleich stellte er den Wirtschaftsplan für 2012 vor. Insgesamt stehen demzufolge 2,198 Millionen Euro im kommenden Jahr zur Verfügung.

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"Wir bewegen uns in einem schwierigen Umfeld", erklärte der Stadtwerkechef und zeigte mit dem Finger vor allem auf die Bundesnetzagentur, auf deren Geheiß allein seit Anfang Dezember schon dreimal der Erhebungsgbogen habe geändert werden müssen. "Die gesamten Rahmenbedingungen werden immer wilder. Im neuen Jahr wird ihre Stromabrechnung acht Seiten umfassen", kündigte Keilhauer an. Der Verwaltungsaufwand, der mit den fast täglich neu erforderlichen Papieren einhergehe, sei enorm.

Zu schaffen machen den Stadtwerken zudem die Dumpingpreise anderer Anbieter, die vor allem Großkunden weglockten. Diese gehörten zu Konzernen mit eigenen Beschaffern und könnten überdies auch europaweit liefern, was für die Stadtwerke nicht leistbar sei.

Das E-Werk schließt seine Bilanz laut Keilhauer in diesem Jahr mit 723000 Euro ab, das Wasserwerk mit 592000 Euro. Bei der Freizeitanlage jedoch sei ein Minus von 1,192 Millionen Euro zu verzeichnen. Davon entfallen auf das Thermalwasser 527000 Euro, auf das Freibad 550000 sowie auf die Eislaufhalle 115000 Euro. "Ich hoffe nicht, dass hier noch irgendwas passiert und hinzukommt", meinte Keilhauer mit Blick auf Letzere. Zumindest habe man 2011 den geplanten Kredit in Höhe von 500000 Euro nicht aufnehmen müssen. Für 2012 planen die Stadtwerke ihm zufolge ein Jahresergebnis von insgesamt 95000 Euro.

Der mit 400000 Euro veranschlagte Netzbau (Strom und Wasser) im B&O-Parkgelände stelle die Stadtwerke personell und finanziell vor große Heausforderungen, so Keilhauer mit Blick auf die Hauptaufgaben im Vermögensplan. Rund 150000 Euro sind darin außerdem für den "Schwefeltopf" - das neue Schwefelbecken (wir berichteten) - vorgesehen.

Wasserleitung von Niklasreuth nach Oberpremrain geplant

In Planung befindet sich überdies die Wasserleitung von Niklasreuth nach Oberpremrain, die 2013/2014 errichtet werden soll. Die topografischen Gegebenheiten seien dazu allerdings alles andere als günstig. Die Horizontalbohrung in Niklasreuth sei nach sechs Jahren immerhin endlich in Betrieb, freute sich Keilhauer.

Vorgesehen sind 2012 Investitionen in Höhe von 2,189 Millionen Euro. 73500 entfallen davon auf das E-Werk, 308000 Euro auf das Wasserwerk, 172000 Euro auf die Freizeitanlage sowie 5000 Euro auf die Verkehrsbetriebe. Hinzu kommen noch gebundene Ausgaben (vor allem Kreditzinsen) in Höhe von 969000 Euro.

Die geplanten Mittel kommen vor allem von den Abschreibungen von Höhe von 2,153 Millionen Euro. Keilhauer wies abschließend darauf hin, dass es mit einer "sehr dünnen Personalausstattung" bisher gelungen sei, die ständigen Mehrbelastungen aus der Gesetzgebung sowie durch die Übernahme neuer Aufgaben abzufedern. Vor diesem Hintergrund fiel sein Dank an seine Mitarbeiter umso größer aus.

Werkreferent Konrad Gartmeier bestätigte Keilhauer hinsichtlich der Horizontalbohrung in Niklasreuth. "Auch wenn sie teuer ist, sie wird sich rentieren", zeigte er sich überzeugt. Wenn das Wasser erst einmal über eine neues Druckrohr nach Berbling fließe, sei die Versorgung auf mindestens 100 Jahre gesichert. Lob zollte auch er den Mitarbeitern des "guten Gespanns" aus Keilhauer und dessen Stellvertretern Robert Karl und Stefan Barber. Sie alle zeigten vorbildlichen Einsatz und die Bereitschaft, auch schwierige Aufgaben zu meistern. Der Stadtrat stimmte dem Wirtschafts- und Finanzplan 2012 für die Stadtwerke einstimmig zu.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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