Stark auch für andere sein

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Stellten das Projekt "Mut tut gut!" vor: Irene Durukan und Christoph Bomhard.

Bad Aibling - Mehr Gemeinschaftssinn, mehr Zivilcourage - in diesen Tagen um den Prozess im Fall Dominik Brunner wieder ein viel diskutiertes Thema.

"Mut tut gut!" lautet der Titel des Aiblinger Projektes. Start ist am 18. September. Es hat sich die Stärkung des Gemeinschaftssinnes und der Zivilcourage zum Ziel gesetzt hat.

Mit einem Informationsabend im Gasthaus "Schoder" (unter den Besuchern auch die Zweite Bürgermeisterin Heidi Benda und Dritter Bürgermeister Otto Steffl, die Pfarrherren Hans Speckbacher und Hanns-Martin Krahnert sowie Gymnasialdirektor Werner Fiebig) stellten Irene Durukan und Christoph Bomhard für das Organisationsteam das Projekt vor. Es entstand nach Angaben von Irene Durukan aufgrund eines Vorfalls mit einer schweren Körperverletzung in Bad Aibling (wir berichteten). Mit einem Besuch der Schule St. Georg und Kontakten zu Salomia Sarem sowie dem nach dem gewaltsamen Tod ihres Bruders gegründeten Vereins "Fabian Salars Erbe" wurden erste Aktivitäten von "Mut tut gut!" gestartet.

"Mutige gab es schon immer", erklärte Christoph Bomhard am Beispiel von Mahatma Gandhi oder auch der schwedischen Kinderromanfigur Michel von Lönneberga - sie alle hätten Zivilcourage gezeigt.. "Zivilcourage bedeutet sichtbaren Widerstand aus Überzeugung und Maxime", unterstrich Bomhard. "Kinder lernen heutzutage, im Gegensatz zu früher, kein fair play mehr auf der Straße, es muss ihnen vermittelt werden".

Im weiteren Verlauf des Infoabends wurden die Pläne des Projektes erläutert (Vereinsgründung, langfristige Angebote, Budgets für Aktionen, Aufbau eines Schulangebotes sowie von Netzwerken, Homepage und Newsletter).

Mit Aktionen wie zum Beispiel Tanz- und Theaterprojekte, Freundschaftsbänder flechten, T-Shirts besprayen, Breakdance, Vorträge, Autorenlesungen, Benefiz-Fußballspiel, aber auch Teilnahme am Faschingszug und am Bürgerfest will das Organisationsteam folgende Ziele erreichen: Kreativer Umgang mit dem Begriff "Mut", Stärken von Mitgefühl und positive Besetzung der Begriffe "Mut und Courage".

In der anschließenden Diskussion wies die Polizeibeamtin Mirjam Kapfinger auf die Aktion "Tu was" des bayerischen Polizeipräsidiums mit Beratungsangeboten für Vereine sowie auf den von ihr gegründeten Verein "Bewegzeit" hin.

Ines Meerkatt-Lerche von der Hilfsorganisation "Weißer Ring" betonte die Notwendigkeit, Opfern von Gewalttaten "jemand an die Seite zu stellen".

Dekan Hans Speckbacher schlug für den Erfolg des Projektes "Mut tut gut!" vor, sich nicht nur auf theoretische Aktionen zu beschränken, sondern konkrete einschlägige Vorgänge in Bad Aibling zu thematisieren. Diesem Gedanken folgte auch Otto Steffl: "Wir sollten aufzeigen, wo in Bad Aibling zum Beispiel Ruhestörungen und Vandalismus stattfinden". Im Hinblick auf die Ziele von "Mut tut gut" bekräftigte Heidi Benda: "Es ist wichtig, Verantwortung zu übernehmen". Das Organisationsteam von "Mut tut gut" (weitere Mitglieder: Carsten Vogt, Stephanie Gassmann, Elke Netscher, Annemie Wegscheider, Michaela Steiner, Julia Lenhardt, Hedi Westphal, Kim Winzen, Christian Otto, Marion Neugebauer und Sio Steinberger) wird über seine Aktivitäten regelmäßig berichten, nähere Informationen gibt es auch unter www.muttutgut.org.

bjn/Mangfall-Bote

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