Mietraching bekommt Kreisel

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Mietraching - Im Unterhalt günstiger als Ampelanlagen, für Verkehrsteilnehmer übersichtlicher, zudem entschleunigend - alles spricht für den Kreisel.

Den bekommt nun die Ortschaft Mietraching auf der Staatsstraße 2089 vor den Toren zum B&O-Gelände.

Kreisverkehre waren nach dem Krieg in Deutschland gang und gäbe, gerieten dann ins Abseits und wurden erst vor einem Jahrzehnt wieder neu entdeckt als die bessere Alternative zu Kreuzungen mit Ampelanlagen. Laut Bürgermeister Felix Schwaller gibt es Kreisel bereits seit über 100 Jahren in Europa.

Bei Gluthitze kletterte er zwei Meter in die Höhe zur Baggerkabine und bewegte dessen Schaufel pro forma. Für einen richtigen "Stich" muss die dicke Teerschicht erst abgetragen werden. Das passiert ab heute. Im Oktober/November soll der Stadt zufolge der Verkehrsknotenpunkt fertig sein - "aber mit Schallschutz und weiterem Entschleuniger auf der St. 2078 von Maxlrain kommend", erinnerten anwesende Stadträte an die Diskussionen in Fachausschuss und Ratssitzung.

Mit Mietraching bekommt die Kurstadt ihren sechsten Kreisverkehr (neben Pullacher-, Harthauser-, Ludwigs-, Ellmosener- und Texas-Kreisel). Da Kreisel von Fahrzeugen mit niedrigem Tempo durchfahren werden und die Situationen überschaubar bleiben, bieten sie nach Expertenmeinung generell mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer. Der Mietrachinger Kreisel wird vier Zufahrt-/Abbiegeäste haben.

Die Bestrebungen um eine Verkehrslösung waren im April in die heiße Phase gegangen, als der Stadtrat der Planung des Rosenheimer Ingenieurbüros Infra zugestimmt hatte, zugleich der Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim (begleitend in punkto öffentlicher Zuschüsse) sowie der Firma B&O.

Letztere beteiligt sich mit 200000 Euro an dem Kreiselbau (gesamt: 550000 Euro) und stellt nach den Worten von Dr. Karl-Josef Schaltenberg, B&O-Generalbevollmächtigter, dafür auch Grundfläche zur Verfügung. Außerdem wird der CO2-Würfel aus Holz inmitten des Kreisels durch die Firma erstellt (wir berichteten). Ein solcher "Klimawürfel" ist auch für die Nachbargemeinde Bruckmühl interessant: Am kommenden Samstag wird deren Exemplar vor dem Tierkundemuseum in Bruckmühl postiert.

Zuschüsse vom Staat für den Kreiselbau gibt es über das Städtebauförderungsprogramm "Umbau West", ebenfalls für den zugleich eingerichteten Geh- und Radweg - Kosten zusätzlich: 185000 Euro -, so dass laut Schwaller im Endeffekt "etwa die Hälfte aller Kosten an der Stadt Bad Aibling hängen bleiben." Aber: Die Maßnahme sei notwendig und sinnvoll auch eingedenk der Tatsache, wie sich das B&O-Gelände entwickle. Der Bürgermeister spannte den Bogen vom vorhandenen Kindergarten über das geplante Fußballinternat bis hin zur Erweiterung des Technologieparks mit der Aussicht auf weitere hochkarätige Investoren. Baudirektor Wolfgang Bernrieder vom Staatlichen Bauamt Rosenheim gratulierte zu einem gelungenen Schritt. Er begrüßte die Initiative von Stadt und B&O, hier Verkehrssicherheit zuschaffen. Auch die Polizei unterstützt das Projekt.

Elke Wrede-Knopp/Mangfall-Bote

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