Stellplätze immer wieder das Thema

Bad Aibling - Durch eine Erweiterung der geplanten Tiefgarage will jetzt ein Bauwerber Platz für noch fehlende Stellplätze an der Münchner Straße schaffen.

Erst wenn diese nachgewiesen sind, kann mit dem Bau von zwei Mehrfamilienhäusern, einem Wohn- und Geschäftshaus sowie der Tiefgarage begonnen werden, legte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung fest.

Wie Bauamtsleiter Andreas Krämer erläuterte, soll das knapp 3500 Quadratmeter große Grundstück mit einer Fläche von rund 1250 Quadratmetern überbaut werden. Laut städtischer Stellplatzsatzung sind für die Gesamtnutzung 74 Stellplätze erforderlich. 60 davon sind in der Tiefgarage vorgesehen, zwölf weitere sollen oberirdisch entstehen. Drei davon werden entlang der Münchner Straße nachgewiesen: auf einer Grundstücksfläche, die an die Stadt abgetreten werden muss. Sie sollen als Besucherstellplätze anerkannt werden, wenn der Antragsteller den Park- und Grünstreifen auf eigene Kosten erstellt.

Doch selbst dann fehlen noch zwei Stellplätze, für die - so der Bauausschuss - keine Ablöse in Betracht kommt. Sie müssen daher noch auf dem Grundstück nachgewiesen werden. Laut dem Bauherrn wäre technisch eine Erweiterung der Tiefgarage möglich, teilte Krämer dem Gremium mit.

Dieter Bräunlich und Stefan Roßteuscher (ÜWG) verwiesen auf ein Bauvorhaben an der Frühlingsstraße, das man wegen ebenfalls fehlender Stellplätze zurückgestellt habe, bis diese nachgewiesen werden können. Im Sinne der Gleichbehandlung solle man im aktuellen Fall ebenso verfahren.

Eventuell könne man den Bauwerber verpflichten, ebenfalls Duplexparker einzubauen, so Bräunlichs Vorschlag. Laut Krämer sei dies jedoch nicht erforderlich, wenn die Garage erweitert werde. Zudem gehe in diesem Fall nicht - wie bei dem Bauvorhaben an der Frühlingstraße - ein öffentlicher Stellplatz verloren.

Roßteuscher meinte abschließend, aus seiner Sicht werde bezüglich der Stellplatzsatzung häufig "zu scharf geschossen", doch es gebe diese nun einmal und somit müsse sie auch befolgt werden. Er regte aber an, die Stellplätze künftig in Form von einer Bürgschaft einzufordern: "Auf dem Papier kann man viel einzeichnen, aber ob das dann immer verwirklicht wird? Der Anständige ist dann oft der Dumme."

Letztlich stimmte der Bauausschuss dem Vorhaben aber einstimmig zu, unter anderem unter der Maßgabe des Stellplatznachweises und der notariellen Beurkundung der Grundabtretungen an der Münchner Straße und im Bereich des Heckenweges.

Sodann ging es noch einmal um eine Tektur zu dem zuvor angesprochenen Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage südlich der Frühlingsstraße 3. Mittlerweile konnten die fehlenden Stellplätze durch den Einbau von Duplexparkern in der Tiefgarage nachgewiesen werden. Die Wohneinheiten wurden nicht - wie vom Ausschuss gewünscht - reduziert.

Allerdings wären durch die Anordnung der vier Besucherstellplätze entlang der Frühlingsstraße zwei öffentliche Parkplätze weggefallen. Dies widerspricht, so die Bauverwaltung, der Stellplatzsatzung. Auf dem nun eingereichten geänderten Plan entfallen die vier Längsparkplätze entlang der Frühlingsstraße und werden durch zwei andere Stellplätze ersetzt, die über die Hofzufahrt erschlossen werden: "Dadurch gehen keine öffentlichen Stellplätze mehr verloren und eine Zustimmung zum Vorhaben könnte befürwortet werden", erklärte die Bauverwaltung. Die Befürwortung erfolgte einstimmig.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © pa

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