Nordtangente: Stillstand oder weitere Planungen?

Bad Aibling - Wie es mit den Planungen zur Nordtangente weitergehen soll, wird laut Bürgermeister Felix Schwaller der Stadtrat festlegen.

In der Hauptausschusssitzung, in der dieses Thema zur Beratung vorgesehen war, ging er lediglich kurz darauf ein. Mitteilen konnte er, dass die Dorfgemeinschaft Mietraching sich unter bestimmten Voraussetzungen eine Kompromisslösung vorstellen könnte.

Vor etlichen interessierten Zuhörern betonte Schwaller, dass es momentan wichtig sei, weiter zu planen und keinen Stillstand zu erzeugen - auch wenn an eine etwaige Realisierung in den nächsten fünf bis 15 Jahren nicht zu denken sei. Eine Umsetzung hänge nicht nur von Prüfungen zur Machbarkeit in technischer und rechtlicher Hinsicht und der Dauer von etwaigen Verfahrensschritten samt zu erwartender Einsprüche ab, sondern letztlich auch von der Finanzierungsfrage.

Nachdem die Untersuchung der Trassenvarianten vorlag (wir berichteten), habe die Stadt immerhin gute und konstruktive Gespräche mit der Dorfgemeinschaft Mietraching (DGM) sowie den Interessengemeinschaften "Gegen die Nordumgehung" (GNU) und "Pro Nordtangente" (Pronota) geführt. Auf der Basis dieser Gespräche wolle man "ohne Zeitdruck weiter arbeiten", teilte der Bürgermeister mit, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Er zitierte aus einem aktuellen Schreiben der DGM an die Stadträte, dass vor allem das erste Gespräch gezeigt habe, dass "in kleinem Rahmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitaus sachlicher diskutiert werden" könne, als in größerem Rahmen beziehungsweise Bürgerversammlungen. Die DGM hat die bisher vorgelegten Varianten zur Nordumgehung abgelehnt. Wie berichtet, will der Ortsteil "nicht einfach von Bad Aibling abgeschnitten werden."

Jedoch könne die seit der Bürgerversammlung ins Gespräch gebrachte - allerdings hinsichtlich der Realisierbarkeit noch nicht genauer konkretisierte - Tunnellösung für die Gemeinschaft ein Kompromiss sein, teilte der Vorstand mit.

Eine der Voraussetzungen sei für die Mietrachinger dabei eine Tieferlegung mit Einhausung nach der Ellmosener Straße. Zudem müsste möglichst frühzeitig eine Untertunnelung nach dem Ablass unter der Ebersberger Straße erfolgen, die möglichst weit führen sollte. Biotope müssten überdies frühzeitig geplant werden. Zu diesem Thema kündigte der DGM-Vorstand eine Einladung an die Kommunalpolitiker im Herbst an.

Schwaller betonte im Hauptausschuss, dass man in jedem Fall mit den Betroffenen weiterarbeiten wolle. "Wenn sich eine Lösung findet, dann ist es gut. Wenn nicht, dann muss man es auch akzeptieren." Das weitere Procedere solle aber nun erst einmal der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 28. Juni, um 18 Uhr im Seminarraum des Kurhauses behandeln.

Empfohlen werde von der Verwaltung, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt gemeinsam mit den drei genannten Gemeinschaften Vorschläge für Verbesserungen und Optimierungen erarbeiten soll. Als Arbeitsgrundlage soll die Alternativprüfung bei der Nordspange dienen, die in der Bürgerversammlung vorgestellt worden war. "Vorzugsvariante" dabei sei die Variante "Süd".

Diese war damals als die "einzig mögliche und rechtlich umsetzbare" Variante bezeichnet worden. Sie führt einige hundert Meter vor dem Aiblinger Stadtschild von der Kreisstraße RO19 weg, durchschneidet bei Thürham die Landschaft am Rande eines Schutzgebietes und quert die Glonn.

Sie mündet in einen Kreisel ab der Kreuzung "Thürhamer/Ebersberger" um dann in einem Bogen über dem Wiesbach auf die Staatsstraße 2089 zu treffen - einige hundert Meter vor dem Texaskreisel.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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