Stimmen zum Bürgerentscheid

Bruckmühl - Wie stehen Fraktionsprecher und Betroffene zum ersten Bürgerentscheid in der Marktgemeinde? Der Mangfall-Bote fragte nach:

Engelbert Wolf (CSU/PW):

"Naherholung und Gewerbe haben nebeneinander Platz. Die bisherige Planung sieht genau dies vor und in der Praxis hat es sich ja schon bewährt. Bei einer erzwungenen Umplanung würde für Gewerbe und Naherholung vieles schlechter werden. Ein ,Ja' bedeutet: Es gibt nur Verlierer! Deshalb: Nein!"

Klaus Papke (Bündnis 90/Die Grünen):

"Mir sind zwei Dinge wichtig. Dass das Naherholungsgebiet, das den Bruckmühlern schon sehr lange versprochen wird, rasch verwirklicht und dass gleichzeitig das Wasser geschont wird. Dies sehe ich aber durch die neue Mischbetonanlage nicht gewährleistet."

Werner Berger (Offene Liste Bruckmühl):

"Die OLB-Fraktion erkennt an, dass Befürworter und Ablehner des Bürgerbegehrens berechtigte Interessen für ihr Anliegen vortragen. Zum Bürgerentscheid gibt die OLB-Fraktion keine Wahlempfehlung Pro und Contra, in Vertrauen auf die mündigen Bürger, und bittet die Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen."

Georg Ettenhuber (ÜWG):

"Mit der Ansiedlung der SPZ Rohrdorf öffnen wir die Tür für weitere kiesverarbeitende Betriebe. Industriegebiet kontra Naherholung! Am 4. Dezember hat der Bürger die Möglichkeit, mitzubestimmen."

Robert Niedermeier (SPD):

"Um ein Naherholungsgebiet zu entwickeln und die Belange der Grundstückseigentümer in Einklang zu bringen, wurde vor über zehn Jahren ein Bebauungsplan erstellt. Das Engagement der IG BNB steht im Zusammenhang mit der Konkurrenzsituation benachbarter Betriebe. Für diese muss aber das Gebot der Gleichbehandlung gelten."

Heinrich Zink (IG BNB):

"Staub, Lärm, Verkehr und Gefahrstoffe gefährden unseren Ort. Eine zweite Betonanlage zerstört unser Naherholungsgebiet, belastet unser Wasser, gefährdet Bürger. Fazit: Wir zerstören unser lebenswertes Bruckmühl, deshalb ein ,Ja' am 4. Dezember für ein Bruckmühl mit Zukunft!"

Markus Astner (Spartenleiter beim Südbayerischen Portland-Zementwerk):

"Der Standort verkürzt Anfahrtswege und ermöglicht lokale Rohstoffe ortsnah zu verarbeiten. Überwachte Betonzusätze und die hohe Betriebssicherheit einer modernen Anlage schützen das Grundwasser optimal. Die Unterschreitung der Grenzwerte von Lärm und Staub ist garantiert."

Marinus Schmid (Grundstückseigentümer):

"Alles Lug und Betrug von den Gegnern. Die Gefährdung des Grundwassers geht nicht von der neuen Anlage, sondern seit Jahrzehnten von der Firma Hafner aus. Hier wird versucht Konkurrenz zu verhindern. Ein gewonnener Bürgerentscheid würde nichts an den Eigentumsverhältnissen und Abbaurechten ändern."

Franz Heinritzi (Bürgermeister):

"Ich finde es bedauerlich, dass wir in Bruckmühl das Motto leben und leben lassen nicht praktizieren können und teilweise sogar Personen verunglimpft werden. Ein Miteinander fände ich viel besser."

re/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © pa

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