Stimmung pro AIB-Kennzeichen

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Bad Aibling - Positiv steht der städtische Hauptausschuss einer Wiedereinführung des AIB-Autokennzeichens gegenüber. In der heutigen Stadtratssitzung wird darüber entschieden.

Bei der Vorberatung des Antrags des Automobilclubs (AMC) Bad Aibling bekannten einige der Kommunalpolitiker, lieber heute als morgen eines dieser Kennzeichen für ihr Auto haben zu wollen. Der AMC berichtet in seinem Antrag auch von "unerwartet großem Interesse", mit welchem die Bürger auf das Thema reagiert hätten. Daher habe der Club beschlossen, sich aktiv für dieses Anliegen einzusetzen.

"Was kann man tun, damit die Kennzeichen möglichst schnell wieder eingeführt werden?", wollte auch Dieter Bräunlich (ÜWG) wissen, der eigenen Angaben zufolge als einer der ersten zum AIB-Nummernschild zurückkehren würde.

Laut Bürgermeister Felix Schwaller sei das ganze zwar "eine schöne Sache", jedoch müsse ein diesbezüglicher Vorstoß aus Reihen der Politik oder - wie jetzt durch den AMC geschehen - der Vereine kommen.

Rudi Gebhardt (ÜWG) berichtete von einer Informationsveranstaltung, zu der Professor Ralf Bochert von der staatlichen Hochschule Heilbronn nach Bad Aibling gekommen war (wir berichteten). Bochert hat die Wiedereinführung alter Kennzeichen wissenschaftlich untersucht und begleitet die aktuellen Bestrebungen. Wie Gebhardt betonte, sei der Wunsch nach Wiedereinführung kein "Einzelkampf der ÜWG". Auch Vertreter anderer Fraktionen hätten mit Interesse an der Veranstaltung teilgenommen. Zudem seien laut Bochert 73 Prozent der befragten 17000 Bürger aus 81 Städten für eine Wiedereinführung.

Der nächste Schritt auf diesem Weg wäre, so Gebhardt, die Zustimmung des Stadtrates. Kosten kämen auf die Stadt nicht zu. Im Gegenteil: Wie Schwaller erklärte, brächten die Kennzeichen sogar einen kostenlosen Werbeeffekt mit sich.

"Stadt profitiert von Werbeeffekt"

Die Kurstadt profitiere ganz speziell aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes des Kürzels "Aib", so auch die Meinung des Kurdirektors Thomas Jahn: Dieses werde in einigen Bereichen - beispielsweise Aib-Kur, Aib Therm, Aibvision - bereits täglich angewendet. Zudem könne man es - im Gegensatz zu WS für Wasserburg oder DKB für Dinkelsbühl - nicht nur aussprechen, sondern es habe auch einen weichen, angenehmen Klang.

Thomas Höllmüller (CSU) war absolut für die Einführung und erkundigte sich, ob man das Nummernschild dann ganz einfach werde wechseln können. Laut Gebhardt gelte hier die gleiche Vorgehensweise wie bei einem bisher bereits möglichen Wunschkennzeichen (mit den eigenen Initialen, Geburtsdatum oder ähnlichem).

Wie denn die "Obrigkeit" zu dem Thema stehe, wollte Richard Lechner (SPD) wissen. Schwaller verwies auf Aussagen Professor Bocherts, denenzufolge der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Ministerpräsident Horst Seehofer sich positiv dazu geäußert hätten.

Zweite Bürgermeisterin Heidi Benda (GOL) räumte ein, dass ihr persönlich die Leidenschaft fehle, dieses Thema zu diskutieren. Jedoch wolle sie all jenen nicht im Wege stehen, die in diesem nostalgischen Kennzeichen ihr Glück sähen. Einstimmig befürwortete der Ausschuss schließlich die Bemühungen um die Wiedereinführung.

Zurückgestellt wurde der Antrag des Dritten Bürgermeisters Otto Steffl (CSU) auf Ausarbeitung und Erstellung von Richtlinien zur Vergabe eines Umwelt- und Innovationspreises durch die Stadt Bad Aibling. Einen Vorschlag dazu hatte Steffl gleich mit eingereicht.

Gemeinsame Beratungen

Rudi Gebhardt monierte, dass die ÜWG/FW bereits 2008 einen ähnlichen Antrag eingereicht habe. Dieser sei aber offensichtlich liegen geblieben. Dabei habe der Bürgermeister angekündigt, dass man sich zusammensetzen und gemeinsam darüber beraten wolle. "Und jetzt kommt ein gleichwertiger Antrag von der CSU und wird gleich behandelt. Da fühlen wir uns schon hintergangen", so Gebhardt.

Schwaller gestand: "Ich habe es vergessen", meinte aber, die ÜWG hätte auch einmal nachhaken können. Als "Vorschlag zur Güte" regte er an, dass die Fraktionen den Antrag gemeinsam stellen. Damit erklärten sich sowohl Steffl als auch Gebhardt einverstanden. Man will sich in diesen Tagen deswegen noch einmal zusammensetzen.

Abschließend informierte der Bürgermeister den Hauptausschuss über die erfolgte Übergabe des Rathauses an die Abbruchfirma. Die Mehrkosten der Entsorgung, die durch die Folgen der Realbrandausbildung der Feuerwehren entstanden seien (wir berichteten) beliefen sich auf 6000 Euro.

Schwaller bekräftigte seine frühere Aussage, dass diese Summe in keinem Verhältnis zu dem Nutzen stehe (über 70 Feuerwehrler aus dem gesamten Aiblinger Stadtgebiet, Heufeld, Kolbermoor und Raubling konnten Einsätze unter realen Bedingungen üben). Eine Teilnahme an einer vergleichbaren Ausbildung im Zentrum für Realbrandausbildung in den Niederlanden koste 1500 Euro pro Mann, während man in Bad Aibling die Teilnahme kostenlos anbieten konnte.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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