Gut gewappnet in den Winter

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Alle Hände voll zu tun hatten im vergangenen Winter die Räumdienste. In der Autobahnmeisterei in Pfraundorf zeigt Hubert Enzinger eines der gut gefüllten Streusalzlager.

Rosenheim/Landkreis - Der Winter steht vor der Tür: Die Straßenmeistereien sehen sich dafür gut gerüstet. Engpässe beim Streusalz wie im vergangenen Winter befürchtet für heuer niemand.

Rosenheim, Prien, Bernau - die Liste der klagenden Kommunen war im vergangenen Winter lang. In fast allen Gemeinden im Landkreis Rosenheim gab es im Februar das gleiche Bild: In den Lagerhallen, in denen sich sonst das Streusalz auftürmt, herrschte gähnende Leere. Vor allem die unerwartete Nachfrage aus Norddeutschland, das unter einem ungewohnt harten Winter litt, hatte Streusalz zu einem knappen Gut gemacht. Es schossen nicht nur die Preise durch die Decke, sondern es gab auch massive Lieferprobleme. Mancher Bürger griff sogar zu Speisesalz, um seinen Gehsteig eisfrei zu halten.

An eine Wiederholung dieser Situation glaubt im Landkreis Rosenheim heuer niemand. "Wir sind gut aufgestellt", meint etwa Hans Stöcker, stellvertretender Dienststellenleiter der Autobahnmeisterei in Pfraundorf, die für die 80 Autobahnkilometer im Landkreis Rosenheim verantwortlich ist. Die drei Salzlager sind mit zusammen 2700 Tonnen gut gefüllt. Wie viel Salz gebraucht wird, hängt immer vom Verlauf des Winters ab. Ob und welche Menge nachgekauft werden muss, kann heute noch niemand sagen. Doch auch im vergangenen Jahr war nach Stöckers Angaben der Nachschub immer gesichert.

Kein Wunder, schließlich haben Autobahnmeistereien bei der Versorgung mit Streusalz oberste Priorität. Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen müssen rund um die Uhr freigehalten werden. Kreisstraßen sind während der Hauptverkehrszeiten zu räumen. "Für uns bedeutet das, dass unsere Leute von aller Herrgottsfrühe an bis 20 Uhr unterwegs sind," erklärt Landratsamtssprecher Michael Fischer. In Sachen Streusalz sieht er den Landkreis Rosenheim auf der sicheren Seite. Die drei eigenen Salzlager in Riedering, Wasserburg und Bruckmühl sind mit jeweils 500 Tonnen bis zum Rand gefüllt. Für einen milden Winter reicht diese Menge aus. Bei Bedarf wird laufend nachgekauft. Engpässe gab es nach Auskunft des Behördensprechers auch im vergangenen Winter keine: Der Landkreis sichert sich über langfristige Verträge ab.

Anders sieht es dagegen bei vielen Kommunen aus, die ihr eigenes Streusalz vorhalten müssen. Sie hatten im vergangenen Jahr mit erheblichen Lieferproblemen zu kämpfen. Vielerorts waren spätestens Anfang Februar die Lager leer. Damit das nicht wieder vorkommt, hat beispielsweise in Rosenheim der städtische Baubetriebshof seinen Salzvorrat um rund 20 Prozent auf 360 Tonnen aufgestockt.

Einen anderen Weg geht Raubling, das als eine der wenigen Kommunen im Landkreis im vergangenen Winter keine Engpässe hatte. Die Gemeinde hat vor wenigen Jahren ihre Lagerkapazität mit einer zweiten Salzhalle verdoppelt, wie Verwaltungsleiter Wolfgang Ager erklärt. Zudem setzt man auf einen anderen Lieferanten als die meisten Gemeinden, die direkt bei der Saline in Berchtesgaden kaufen. Der Zwischenhändler habe sich auch in schwierigen Zeiten als sehr zuverlässig erwiesen, so dass Raubling immer die benötigten Mengen bekommen habe, so Ager.

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Die Autobahnmeisterei verwendet heuer übrigens erstmals kein Salinensalz mehr, sondern das gröbere Steinsalz. Dieses Calciumchlorid, ein Abfallprodukt der Industrie, hat gegenüber dem Salinensalz den Vorteil, dass es auch bei Temperaturen bis zu minus 15 Grad noch eingesetzt werden kann. Während das Streusalz auf ebenen Straßenabschnitten zum Einsatz kommt, wird an kritischen Steigungen wie dem Irschenberg oder dem Bernauer Berg vorwiegend flüssige Sole auf die Fahrbahn gesprüht. Die Sole hat gegenüber Streusalz den Vorzug, sofort zu wirken. Salz dagegen braucht einige Zeit, bis die Tauwirkung greift. Zudem besteht die Gefahr, dass das Salz vom Wind von der Straße gefegt wird.

von Klaus Kuhn/Oberbayerisches Volksblatt

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