Teich mit doppeltem Nutzen

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Berblinger Löschweiher: noch tief verschneit, demnächst wird er aufgepeppt.

Bad Aibling - Die Dorferneuerung Berbling, ein Förderprogramm des Freistaates und unterstützt durch die Stadt Bad Aibling, geht in die nächste Phase.

Ein erstes Projekt vom Wunschzettel der Bewohner - Bolzplatz herrichten - ist fast fertig; 2010 wird der Löschteich als Badeweiher realisiert. Diskussionspunkt ist hier die Haftungsfrage. Debatten gibt es auch über die Parkplätze im Dorf. Landschaftsarchitekt Manfred Huprich gab hierzu und zur Gesamtmaßnahme dem Stadtrat einen Lagebericht.

Einen "langen Atem" bescheinigte Bürgermeister Felix Schwaller den Bewohnern von Berbling/Oberpfarr - der Antrag der Stadt auf ein Dorferneuerungsverfahren liegt 17 Jahre zurück. Danach verschlang die Vorbereitungsphase viel Zeit - Seminare, Arbeitskreise, Bürgerversammlungen mit Bestandssaufnahme, Bewertung und der notwendigen Gründung der Teilnehmergemeinschaft als mit dem Stadtrat gemeinsam beschließendes Gremium prägten die 2000er-Jahre.

Schließlich wurden die ersten Förderanträge genehmigt - für die Erweiterung und Verbesserung des Bolzplatzes, für die naturnahe Umgestaltung des Dorfweihers und die Anlage von Stellplätzen. Der Bolzplatz, 2009 begonnen, ist nahezu fertig gestellt. Der starke Winter machte Landschaftsarchitekt Huprich zufolge dem endgültigen Bauabschluss einen Strich durch die Rechnung.

Umfangreiche Bodenuntersuchungen waren dieser Maßnahme voraus gegangen, (Drainage). Der Platz, dem ein Beachvolleyballfeld angeschlossen ist, wurde verlängert (somit verwendbar auch für Jugendturniere) und geringfügig nach Westen gerückt. Das Fundamant für ein mobiles Ballfangnetz auf der Ostseite wird noch gesetzt.

Beim Projekt des Badeweihers wurde ein Augsburger Fachbüro eingeschaltet zur Frage: Wie soll die Wasserreinigung des Zulaufs zum Dorfweiher aussehen? Die Berblinger wollen möglichst ohne Technik auskommen (Pflanzenkläranlage), haben aber ein Geländeproblem, da kaum Gefälle. Deshalb soll ein Absetzschacht vorgeschaltet werden (wo sich die Schwerstoffe aus dem Zulauf absetzen können). Von dort geht es in die mechanische Vorreinigung durch Pflanzenbeete. Der Teichauslauf soll gleich mit erneuert werden.

Am Nordufer ist eine Treppe mit Geländer für den Ein- und Ausstieg geplant, der Nichtschwimmerbereich verschiebt sich etwas nach Norden und nimmt die Nordwestecke des Badeweihers auf. An der südlichen Westseite wird stattdessen Raum geschaffen, um an den Teich beziehungsweise die Filterbecken heranzufahren - die Pflege muss gewährleistet sein. Alle drei, vier Jahre, so Huprich, müsse beispielsweise das Schilf bearbeitet werden.

Auch die Feuerwehr könne jederzeit den Badeweiher weiterhin als Löschteich nutzen. Der bestehende Zaun um den Dorfteich wird ersetzt und von der Straßenseite her für die Feuerwehr mit einem verschließbaren Tor versehen, vom Dorfweg her mit einer abschließbaren Tür.

Weitere Vorhaben: Altes Sprungbrett und Umkleidegebäude entfernen, mobile Umkleide aufstellen, Sonnendecks aus Holz am Beckenrand installieren.

Mit dem neuen Badeweiher (Tiefe: zirka zwei Meter) ist die rechtliche Seite zu klären: Wer haftet? Im Gegensatz zu früher wird heute eine Badeaufsicht verlangt. Dies zu bewerkstelligen, dürfte laut Huprich und Bürgermeister Schwaller schwierig werden. Deshalb nannten beide als einen Lösungsansatz das Beispiel Hohenthann (Löschweiher/Badeteich zum Privatbad umgewidmet und die Aufsichtspflicht auf die Erwachsenen übertragen). Zu diesem Thema wird Otto Lederer, Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen, ausführlich am morgigen Donnerstag (Jahres- sowie Teilnehmerversammlung in Berbling) berichten.

Zusammen mit der Maßnahme Dorfteich sieht das Konzept für 2010 auch den Bau von Parkplätzen an der Gröbener Straße vor (zirka fünf Längsparker). Südseitig der Straße werde zum Schutz der Bäume und aufgrund der Geländeverhältnisse aber auf Stellplätze verzichtet, betonte Huprich.

In einer Vorstandssitzung der Teilnehmergemeinschaft (Anfang Februar) war beschlossen worden, die geplanten Parkplätze am alten Bahngelände (Ortseinfahrt) und an der Heinrichsdorferstraße zurück zu stellen. Es besteht Diskussionsbedarf.

Stadtrat Sepp Schmidt (CSU) vertrat hier die Meinung, dass die Bereitschaft der Bewohner Berblings "etwas zu tun steigt, wenn ein Parkplatzprojekt erst einmal fertig gestellt ist". Dies sah Bürgermeister Schwaller insbesondere dann gegeben, wenn auch über einen demnächst aufzustellenden Bebauungsplan sich die Baumöglichkeiten erhöhen.

Vorstellbar im Zusammenhang mit einem Grünordnungskonzept ist für Planer Huprich ein Dorfzentrum - im Bereich des versiegelten Vorplatzes beim Wirt - "mit einem Randbereich, wo man sich aufhalten und auch den Maibaum aufstellen kann."

Elke Wrede-Knopp (Mangfall-Bote)

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