Teure Bahnfahrt in die Kurstadt

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Bad Aibling - 3,10 Euro kostet die Bahnfahrt von Westerham nach Bad Aibling. Das wollte eine Deutschrussin aus Bad Aibling einsparen - was jetzt zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Bad Aibling führte.

Als die junge Frau im Juli mit der Bahn nach Bad Aibling fuhr, zeigte sie dem Kontrolleur deshalb die Wochenkarte ihrer Schwester vor. Der stellte fest, dass es sich nicht um ihren Fahrausweis handelte und so wurde aus der "Einsparung" ein versuchter Betrug. Auch bei kleinsten Beträgen zeigt die Bahn solche Fälle an.

Die Staatsanwaltschaft bot der 22-Jährigen an, die Sache gegen eine kleine Geldbuße einzustellen. Sei es, dass die Frau diese Information nicht verstehen konnte, oder dass sie das nicht wollte; weil sie nicht darauf reagierte, erging ein Strafbefehl über 200 Euro wegen versuchten Betruges.

Erstaunlicherweise legte gegen diesen Strafbefehl ein Rechtsanwalt Berufung ein, den sie damit beauftragt hatte.

Zur mündlichen Verhandlung in dieser Sache erschien dann allerdings weder ihr Rechtsanwalt noch sie selber. Der Rechtsanwalt blieb der Verhandlung fern, weil er nach Einlegung der Beschwerde niemals mehr etwas von ihr gehört hatte. Warum die Angeklagte nicht auftauchte, blieb ihr Geheimnis.

Damit wurde dann der Strafbefehl rechtskräftig. Aus dem Fahrpreis von 3,10 Euro wurden so 200 Euro Geldstrafe plus Verfahrenskosten plus die Kosten des Anwalts.

Die Vorsitzende Richterin Dr. Stefanie Oberländer: "Dafür hätte sie mit der Bahn weit fahren können."

au/Mangfall-Bote

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