Dieser Rentner tritt Dieb in die Flucht

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Bad Aibling – Mit diesem Rentner ist nicht zu spaßen - besonders, wenn man ihn beklauen will. Ein Trickbetrüger zog sich deshalb von Claus G. Roepnack (85) einen Tritt in den Hintern zu. ** Video **

Dr. Claus G. Roepnack war gerade vom Postamt gekommen, als es an seiner Haustüre klopfte. „Schon die Tatsache, dass nicht geklingelt wurde, fiel mir auf“, so der Bad Aiblinger. Draußen stand ein ihm unbekannter junger Mann mit schwarzen Haaren und komplett in schwarz gekleidet.

„Der Jüngling fragte freundlich nach einer Straße, in der sich ein Altenheim befinden soll“, erzählt der Arzt im Ruhestand. Bei der Straße handelt es sich allerdings um einen Fantasienamen, wie Roepnack vermutet. Als er einen Stadtplan holen wollte, wiegelte der Gauner ab und wollte plötzlich unbedingt Geld wechseln, um an einer Telefonzelle telefonieren zu können. „Da er mich weder missionieren, noch etwas verkaufen wollte, holte ich mein Portemonnaie und suchte, ob ich etwas Kleingeld hatte. Als ich schließlich in meiner Hosentasche ein paar Münzen fand, warf er mir eine Münze in meinen Geldbeutel.“ Nun wurde Roepnack endgültig stutzig und achtete genau auf die Finger des „Jünglings“, wie er ihn nennt.

Und tatsächlich wurde der Betrüger aktiv. Er holte einen Werbezettel der Telekom aus der Tasche und zeigte ihn dem Rentner. „Hier muss ich noch anrufen“, sagte der vermutlich aus Osteuropa stammende Mann und hob das Flugblatt über Roepnacks Geldbeutel. Geistesgegenwärtig griff dieser unter den Zettel und erwischte den „Jüngling“ dabei, wie er 90 Euro stibitzen wollte. Der Gauner drehte sich um, wollte frustriert gehen.

„Ich war so verärgert – nicht über den Mann, mehr über mich selbst, dass ich es so weit habe kommen lassen“, sagt der 85-Jährige. Da habe er dem Betrüger einfach „zum Abschied“ einen Tritt in den Hintern verpasst. Angst kannte er in diesem Moment nicht: „Natürlich dachte ich, dass er sich jetzt umdreht und auf mich losgeht, aber stattdessen lief er Richtung Bahnhof davon.“

Seine Mitbürger ruft der rüstige Rentner derweil zu besonderer Vorsicht auf. „Mir kommt meine Zeit in Südamerika zu Gute, in der ich gelernt habe, mit solchen Spitzbuben umzugehen.“ Man dürfe sich einfach nicht ablenken und irritieren lassen, wenn Fremde mit irgendwelchen Vorwänden vor der Tür stehen. Der Arzt im Ruhestand fühlt sich nicht als Held: „Das war nicht mutig, sondern einfach nur angewandte Vorsicht.“

(red-ro24/kum)

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Rubriklistenbild: © kum

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